Kunstbiennale Venedig Goldener Löwe für Christoph Schlingensief

Überraschung in Venedig: Zur Eröffnung der Kunstbiennale ist der deutsche Pavillon mit Werken von Christoph Schlingensief mit dem Hauptpreis, dem Goldenen Löwen, ausgezeichnet worden. Bei Kritikern war der deutsche Beitrag auf sehr gemischte Reaktionen gestoßen.

DPA

Venedig - Höchste Auszeichnung für einen Verstorbenen: Das Team des deutschen Pavillons bei der Kunstbiennale Venedig hat den Goldenen Löwen gewonnen. Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, sagte am Samstag, damit werde der Ausnahmekünstler Christoph Schlingensief gewürdigt, "dessen Verlust wir schmerzhaft spüren und dessen Werk noch lange prägend sein wird". Sie gratuliere dem Team des deutschen Pavillons unter Leitung der Kuratorin Susanne Gaensheimer. Das Auswärtige Amt ist für den Deutschen Pavillon in Venedig federführend.

Schlingensief hatte eigentlich ein afrikanisches Wellnesscenter nach Venedig bringen wollen. Er starb aber im August 2010 an Lungenkrebs. Nach seinem Tod übernahm Susanne Gaensheimer zusammen mit Aino Laberenz, der Witwe des Künstlers, die Gestaltung. Sie entschlossen sich, wesentliche Teile von Schlingensiefs Krebsleiden- und Fluxus-Oratoriums "Die Kirche der Angst vor dem Fremden in mir" von 2008 ins Zentrum der Installation zu stellen. In den Medien war der Pavillon auf ein geteiltes Echo gestoßen. Einige Kritiker empfanden die Installation als zu pathetisch und museal.

Der britische Beitrag von Haroon Mirza erhielt den Silbernen Löwen. Außerdem gab es einen Sonderpreis für den litauischen Pavillon und die in Berlin lebende schwedische Künstlerin Klara Liden. Zwei Goldene Löwen für das Lebenswerk gingen an die US-amerikanische Künstlerin Elaine Sturtevant, Jahrgang 1930, und den 1947 geborenen Wiener Künstler Franz West.

In einem anderen Teil der Ausstellung stritten zudem 83 Künstler unter dem diesjährigen Motto "ILLUMInazione-ILLUMInations" in der internationalen Schau um den Goldenen Löwen für den besten Künstler. Mit diesem wurde der US-amerikanische Künstler Christian Marclay für sein Werk "The Clock" ausgezeichnet.

Die 54. Biennale wurde am Samstag eröffnet. 89 Länder werden teilnehmen, erwartet werden bis zu 400.000 Besucher. Die Biennale endet am 27. November.

hpi/dapd

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