Kunstkrimi Goya-Gemälde wieder aufgetaucht

Das Gemälde "Kinder mit Karren" des spanischen Malers Francisco de Goya war vor fast zwei Wochen bei einem Transport gestohlen worden. Jetzt ist es wohlbehalten wieder gefunden worden - ein Telefonanruf genügte.


New York - "Wir sind entzückt, dass das Gemälde wieder aufgetaucht ist und wir freuen uns, dass wir es wieder zu uns holen und mit dem Publikum teilen können", sagte der Direktor des Toledo Museum of Art, Don Bacigalupi, aus dessen Sammlung das Bild stammt. "Das FBI und die Strafverfolger haben einen beispielhaften Job gemacht – dafür sind wir wirklich dankbar."

Goyas "Kinder mit Karren": Auf einem Parkplatz gestohlen, unbeschädigt wieder gefunden
AP

Goyas "Kinder mit Karren": Auf einem Parkplatz gestohlen, unbeschädigt wieder gefunden

Das Bild sei in gutem Zustand und offenbar unbeschädigt, teilte die US-Bundespolizei FBI mit. Ein Anwalt hatte dem FBI telefonisch mitgeteilt, wo sie das Kunstwerk finden können - mehr hätte er den Behörden allerdings nicht sagen können. Unklar ist bisher, ob er Kontakte zu den Dieben hat und ob ihm die Belohnung von 50.000 Dollar gezahlt werde. Das FBI wollte keine näheren Angaben zu dem Fund machen, weil die Ermittlungen noch laufen.

In der Nacht vom 7. auf den 8. November war das Gemälde bei einem Transport vom Toledo Museum of Art zum Guggeheim-Museum in New York gestohlen worden. Es sollte in der Ausstellung "Spanish Painting from El Greco to Picasso: Time, Truth, and History" gezeigt werden.

Die Diebe entwendeten das Bild von 1776 aus einem Lastwagen, der nach Angaben der "New York Times" über Nacht auf einem unbeleuchteten Parkplatz in der Nähe eines Motels stand. Weder von den Zimmern, noch von seinem Büro aus, habe man den Wagen sehen können, sagte der Manager des "Howard Johnson Motels", Faizal Bhimani.

Das Werk von 1776 wird auf rund 1,1 Millionen Dollar geschätzt. Es wird spekuliert, ob die Diebe genaue Informationen über den Bildertransport hatten oder ob es sich um einen Gelegenheits-Diebstahl handelte und die Räuber zunächst gar nicht wussten, was sie da haben mitgehen lassen.

Lisa Dennision, Direktorin des Guggenheim Museums, in dem das Bild ursprünglich gezeigt werden sollte, zeigte Verständnis dafür, dass das Toledo Museum das Bild "nach dieser nervenaufreibenden Erfahrung" wieder in seinem Haus haben möchte. Der Erfolg der Guggenheim-Ausstellung sei "noch süßer", weil das Bild wieder aufgetaucht ist.

amg/AP



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