Langjährige "Zeit"-Verlegerin Hilde von Lang gestorben

Auf einer Stufe mit Helmut Schmidt: Als der Altkanzler 1985 Verleger der Wochenzeitung "Die Zeit" wurde, bestand er darauf, dass Hilde von Lang, die Geschäftsführerin des Verlags, ihm gleichgestellt sei. Nun ist die ehemalige Verlegerin gestorben, sie wurde 85 Jahre alt. 

Hilde von Lang: Bei der "Zeit" von der Honorarkraft zur Verlegerin aufgestiegen
Zeitverlag / Werner Bartsch

Hilde von Lang: Bei der "Zeit" von der Honorarkraft zur Verlegerin aufgestiegen


Hamburg - Die ehemalige Verlegerin der "Zeit", Hilde von Lang, ist am Wochenende im Alter von 85 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Das teilte der "Zeit"-Verlag am Dienstag in Hamburg mit. "Wir haben alle ihr sachliches Urteil geschätzt", sagte Theo Sommer, der als Chefredakteur und Herausgeber drei Jahrzehnte lang mit Hilde von Lang zusammengearbeitet hat. "Ihre Geduld, sich mit lästigen Kleinigkeiten abzugeben, war bewundernswert. Mit ihrer Geradlinigkeit und Verlässlichkeit nahm sie jeden für sich ein."

Hilde von Lang wurde am 12. Oktober 1925 in Hamburg geboren. Ihr Jurastudium brach sie nach dem fünften Semester ab, weil sie ein Kind bekam. Später schrieb sie für die "Neue Post" Artikel über Adelsklatsch. 1969 kam sie zur "Zeit" und war, zunächst als freie Honorarkraft, für den Aufbau des Stellenanzeigenteils verantwortlich. 1977 wurde sie Verlagschefin, 1985 Generalbevollmächtigte und neben Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt gleichberechtigte Verlegerin der "Zeit", bis 1999 war sie Teil der Geschäftsführung. Sie gehörte zudem ab 1997 dem Kuratorium der "Zeit"-Stiftung an.

Nach dem Tode des Blattgründers Gerd Bucerius, dem sie - wie Theo Sommer 2005 schrieb - "nach und nach Gesprächspartnerin, Vertraute, schließlich Lebensgefährtin geworden" war, verkaufte Hilde von Lang 1995 als dessen Testamentsvollstreckerin den "Zeit"-Verlag an die Verlagsgruppe Holtzbrinck. Der Verkauf war schon zu Bucerius' Lebzeiten vorbereitet worden.

feb/dpa/dapd



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