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Layout-Relaunch: Revolution bei der "FAZ"

Ab dem 5. Oktober ist bei der "FAZ" die Fraktur Makulatur - die altertümlich anmutende Schrift über den Kommentaren fällt weg. Auch das Bilderverbot für die Titelseite wird aufgehoben. Doch die eigentlichen Probleme des Blattes liegen nicht in der Optik.

Nur 33 Mal druckte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer 58-jährigen Geschichte ein Bild auf die erste Seite, zuletzt 2005 als erst Kardinal Josef Ratzinger und dann ganz Deutschland Papst wurden.

Neues "FAZ"-Layout: Modernes Gesicht

Neues "FAZ"-Layout: Modernes Gesicht

Nun hat das neue Layout nicht nur ein Bild auf Seite eins, sondern sogar gleich ein farbiges. "Die 'FAZ' verliert das ernste Gesicht des Konservatismus", schreibt DER SPIEGEL.

Mit dem Abschaffen der Frakturschrift über den Kommentaren verabschiedet sich die "FAZ" von einem weiteren Heiligtum. Dazu verschwinden die Linien zwischen den Spalten, Überschriften bekommen eine neue, sehr elegante Schrifttype, alles wird heller, freundlicher, weißer. "Das alte Layout wirkte wie schwere Arbeit", sagte Werner D'Inka, der Vorsitzende des "FAZ"-Herausgebergremiums, dem SPIEGEL. "Und die Fraktur kann man wirklich nicht mehr sehen."

Kurzum: Das Gesicht der "FAZ" wird modern. Und dieses moderne Gesicht, das den wertekonservativen Teil der Leserschaft irritieren bis verärgern dürfte, entwickelte der Verlag im eigenen Haus. Es gibt keinen international renommierten Design-Guru, hinter dem man sich verstecken kann.

Beweggrund, die Optik aufzubürsten, ist die schleichende Auflagenerosion: In den vergangenen neun Jahren sank die Zahl der verkauften Exemplare um mehr als 40.000 Stück; die "Süddeutsche Zeitung", Hauptkonkurrent der "FAZ", gewann im selben Zeitraum 19.000 Leser hinzu.

Fraglich ist, ob die "FAZ" mit einem rein optischen Relaunch ihre verlorenen Leser zurückgewinnen kann - die Zeitung braucht auch inhaltliche Neuerungen. Was ihr fehlt sind Reportagen, das Szenische, die Leichtigkeit. Zeitungsforscher Horst Röper vom Formatt-Institut moniert im SPIEGEL, die "FAZ" sei "leserunfreundlich". Es fehle an Bemühen, schwierige Sachverhalte so zu übersetzen, dass sie auch der Nichtfachmann versteht.

ssu

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