Hamburg - "Loriot - Eine Verneigung" lautete die Zeile, darunter ein Männchen mit Knollennase: Anlässlich des Todes von Vicco von Bülow zeigte DER SPIEGEL im August 2011 nicht den Humoristen selbst, sondern eine seiner typischen Cartoon-Figuren. Von den Juroren des Lead Award wurde das Titelbild nun als "Cover des Jahres" ausgezeichnet.
Bereits 2011 hatte DER SPIEGEL diese Auszeichnung bekommen."Magazin des Jahres" wurde die Opernzeitschrift "Max Joseph". In dem von der Bayerischen Staatsoper herausgegeben und von Hoffmann und Campe verlegten Magazin werde ein "eher elitäres und als verstaubt angesehenes Thema unglaublich frisch, zeitgemäß und für jedermann zugänglich umgesetzt", sagte der Vorsitzende der Lead Academy, Markus Peichl, bei der Preisverleihung in Hamburg.
Zum 20. Mal wurden herausragende Arbeiten aus deutschen Print- und Onlinemedien in 16 Kategorien mit den Lead Awards ausgezeichnet. Bei den Magazinen landeten das "SZ-Magazin" und die Gratis-Zeitschrift "Vice" auf den nachfolgenden Plätzen. Dem Konzept von "Vice" schrieben die Juroren besondere Zukunftsfähigkeit zu: Die Kombination aus Zeitschrift, Internet-Auftritt und Events nannte Peichl ein Zeichen für den Medienwandel.
Während die Jury früher nur gedruckte Magazine auszeichnete, vergibt sie den Preis schon seit einigen Jahren auch an Online-Medien und nun zum ersten Mal auch an Zeitungen. "Das Internet übernimmt immer mehr die Funktion von Zeitungen und diese übernehmen immer öfter die Funktion von Magazinen", sagte Peichl. Es gehe nicht mehr nur darum, Nachrichten zu veröffentlichen, sondern um das Erzählen von Geschichten. "Die Magazine sind dadurch gefordert, sie müssen sich etwas einfallen lassen und nachlegen", sagte der Vorsitzende der Lead Academy.
Erster Preisträger in der Kategorie "Zeitung des Jahres" ist die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Sie lag damit vor der Wochenzeitung "Die Zeit" und der Tageszeitung "taz". Als bestes Webmagazin gefiel "Design Made in Germany" von Martin Rack.
Das verlagsunabhängige Reise- und Wohnmagazin "The Weekender" von Chefredakteurs und Herausgeber Dirk Mönkemöller sicherte sich den Titel als Newcomer im Printmarkt.
Als herausragendes Foto wählte die Jury das Bild "Im Angesicht des Feindes; Der Krisenstab im Weißen Haus während der Erschießung von Osama Bin Laden" des Fotografen Pete Souza aus, das im SPIEGEL erschienen war.
sha/usp/dpa
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