Medienpreis Lead Awards Sieg mit Steinbrücks Stinkefinger

Bester Beitrag, bestes Cover, bestes Magazin: Das "Süddeutsche Zeitung Magazin" räumte bei den Lead Awards 2014 ab - unter anderem mit der deutlichen Pose eines Kanzlerkandidaten. Alle Gewinner und die besten Bilder sehen Sie hier.

SZ-Magazin/ Lead Awards

Hamburg - Daniel Josefsohn auf der Couch mit den Klitschko-Brüdern, mit 19 Jahren auf dem Skateboard - aber auch im Krankenbett und im Rollstuhl. Im November 2012 erlitt der Fotograf einen Schlaganfall. Im "Zeit Magazin" gibt er Einblicke in sein Leben, zeigt, wie er vor dem Schicksalsschlag gelebt hat und wie danach. Die Lead Academy hat ihn und seine Lebensgefährtin Karin Müller nun mit dem Preis für die Beste Reportagefotografie ausgezeichnet.

Seit mehr als 20 Jahren prämiert die Academy bewegende Fotografien sowie beispielgebende Arbeiten aus der Medien- und Werbebranche. Eine Jury stimmt ab über die Sieger in den Kategorien Fotografie, Zeitung, Magazin, Online und Werbung.

Zu den weiteren Preisträgern in der Kategorie Fotografie zählen Juergen Teller, Nicolai Howalt, Andreas Mühe und Taslima Akhter, die ein Paar fotografiert hat, das beim Einsturz der Textilfabrik in Bangladesch im April 2013 gestorben war: Ein Mann und eine Frau unter Schutt begraben, die sich ein letztes Mal umarmten.

Zum Beitrag des Jahres gekürt wurde "Der NSU-Prozess. Das Protokoll des ersten Jahres" aus dem "SZ-Magazin". Das Magazin räumte mit der Ausgabe "Pannen-Peer, Problem-Peer, Peerlusconi" auch in der Kategorie Cover des Jahres ab. Darauf war der damalige Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zu sehen, wie er den Stinkefinger zeigt. Zudem darf man sich in München über den Titel Lead-Magazin des Jahres freuen.

In der Kategorie Beitrag des Jahres belegte die "Bild" mit "Ohne Worte" den ersten Platz - so feierte die Zeitung den Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien bei der Fußball-WM 2014. Lead-Zeitung des Jahres ist der "Tagesspiegel" aus Berlin. Der Visual Leader des Jahres heißt Mirko Borsche. Der Grafikdesigner arbeitet unter anderem für "Die Zeit" und das "Zeit Magazin".

In der Werbung liegt die Agentur Scholz & Friends vorn. Die Bundestagswahlkampagne für Die Partei brachte den Hamburger Werbern Gold ein. Auf dem zweiten Platz landete der Edeka-Dauerbrenner "Supergeil" der Agentur Jung von Matt. Zum Webmagazin des Jahres wurde "Harper's Bazaar Online" von Burda gekürt.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der als Festredner auf der Veranstaltung war, betonte, wie wichtig die Arbeit der Journalisten sei: "Wir brauchen sie, die kritischen, fundierten, relevanten Berichte". Zudem forderte er zum Engagement auf: "Tun Sie alles, damit Journalisten weiterhin gute Arbeit leisten können. Die Medienwirtschaft ist keine Branche wie jede andere."

kha

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insgesamt 10 Beiträge
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davemciroy 14.11.2014
1. Ernsthaft?
Das war äußerst peinlich und anbiedernd und viel zu gewollt. Das hat eher einen Negativpreis verdient. Damit macht sich die Jury auch peinlich.
thrifter 14.11.2014
2. Ja, ja, Niveau schön und gut...
...aber wenn ich zwischen dem Stinkefinger des 'Genossen' Steinbrück und dem Hintern von Miley Cyrus wählen muß, was, glaubt Ihr wohl, schaue ich mir leiber an?
ad2 14.11.2014
3. Klüngel & Show - Des Kaisers neue Kleider
Wie die alte deutsche Garde aus Verlagen sich bei den Lead-awards die Preise gegenseitig zuschiebt, sollte auch bei SPON deutlich kritischer beäugt werden. Von Lead ist nicht viel zu spüren, viel eher sind konservative Tendenzen auszumachen, der ewig jugendliche "ach so frech-total-noch-nie-gesehene" reportagenahe Stil von Josefsohn & seinen 90er bis 00er Jahre verhafteten Komplizen: Denn die Beiträge von heute hätten ohne Weiteres auch vor 10 oder 20 Jahren in den Mainstream -pardon!- Lead der selbsternannten "Leadacademy" gepasst. Dann noch schnell ein paar prominente Namen, oder wenigstens die der Kinder von Prominenten untergemischt, und fertig ist die Laube. Innovative deutsche oder gar internationale Fotografie findet bei den Leadawards nicht statt, hier geht es seit Jahren stets nur einseitig um ein und denselben längst übersehenen Stil, als wären wir heut noch im Zeitalter des Grammophons stehengeblieben und würden Preise für "mein kleiner grüner kaktus" vergeben. Und die Gewinner sind dabei stets so überraschend wie die Wahl des Parteivorsitzenden in der ehemaligen DDR. Gute Nacht Deutschland...schlaf weiter.
Bruder Theodor 15.11.2014
4.
Dieses Steinbrück-Foto sagt alles über die Subkultur der Berliner Republik der zweiten Generation aus.
sitiwati 15.11.2014
5. im Prinzip
ist das SZ Magazin langweilig und spiesig-es schleppt sich so dahin mir Fragen: wer muss im Supermarkt den Warentrenner aufs Band legen, auch das mit dem Steinbrücks Stinkefinger, was war da was besonderes!?
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