New York - Sie kämpfte an vorderster Front, um den Wandel der sexuellen Sitten in den USA voranzutreiben - und revolutionierte als Chefredakteurin das US-Frauenmagazin "Cosmopolitan": Die legendäre Autorin und Journalistin Helen Gurley Brown ist tot. Sie wurde 90 Jahre alt.
Brown, 1922 im US-Staat Arkansas geboren, nannte ihre Zeitschrift selber gern "das sexieste Frauenmagazin, das es gibt". Vor ihrer Karriere als Journalistin arbeitete sie im Anzeigengeschäft. Als Blattmacherin wandelte sie ab 1965 die "Cosmo" von der eher biederen Familienzeitschrift zum glamourösen Lifestyle-Magazin, in dem sie offene Diskussionen über das weibliche Sexualleben anregte.
Als Autorin erlangte Brown bereits im Jahr 1962 mit dem Bestseller "Sex and the Single Girl" Bekanntheit. Darin empfahl sie Frauen ein unabhängigeres Leben - beruflich, finanziell und auch sexuell. In dieser Zeit eine Provokation.
Drei Jahre später wurde Brown als Chefredakteurin der schwächelnden "Cosmopolitan" angeheuert - und führte das Blatt auch zu wirtschaftlichem Erfolg. Mit ebenso glamourösen wie gewagten Schlagzeilen und Artikeln verhalf sie dem Image des Frauenmagazins zu neuem Glanz. Ihr Ziel sei es gewesen, den Lesern zu vermitteln, "wie sie das Leben voll ausschöpfen können", sagte sie einmal.
Bis zuletzt besetzte Brown, die nach 32 Jahren bei der "Cosmo" im Jahr 1997 aus dem Job schied, den Posten als Chefredakteurin der etwa 50 weltweiten Ausgaben und tauchte nahezu jeden Tag in ihrem Eckbüro in New York auf.
bos/dpa/dapd/Reuters
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