Legendärer Fotoreporter Jahrhundert-Chronist Lederhandler gestorben

Vom D-Day bis zum 11. September: Marty Lederhandler stand weit über 60 Jahre in Diensten der Presseagentur AP, porträtierte elf US-Präsidenten - und ärgerte sich doch, einen berühmten Moment verpasst zu haben. Jetzt ist der Fotoreporter im Alter von 92 Jahren gestorben.

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Er porträtierte alle US-Präsidenten von Herbert Hoover (im Amt 1929-1933) bis Bill Clinton, dokumentierte die Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 ebenso wie den Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 - Marty Lederhandler war einer der fotografischen Chronisten der amerikanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Geboren am 23. November 1917 in New York City, fing er 1936 bei der Presseagentur AP an und arbeitete dort bis Ende 2001. Kurz vor seinem ausscheiden gelang ihm am 11. September noch eines seiner berühmtesten Motive: In der Bildmitte das Empire State Building, am Horizont die qualmenden Zwillingstürme des World Trade Center.

Zu den wenigen ikonisch gewordenen Momenten, die Lederhandler nicht fotografierte, gehörte die berühmte Szene aus Billy Wilders "Das verflixte siebte Jahr", in der Marilyn Monroes Rock über einem U-Bahn-Schacht hochgewirbelt wird. "Ich war da", ärgerte sich Lederhandler, "aber ich stand auf der falschen Seite."

Am Donnerstag ist Lederhandler in einem Krankenhaus in New Jersey gestorben. Er wurde 92 Jahre alt.

sha/AP



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