Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Änderung der Verkaufsregeln: Lego will Image-Schaden nach Streit mit Ai Weiwei beheben

Künstler Ai Weiwei: Lego reagiert auf Zensurvorwurf Zur Großansicht
REUTERS

Künstler Ai Weiwei: Lego reagiert auf Zensurvorwurf

2015 verweigerte Lego Ai Weiwei den Kauf von Legosteinen für ein Kunstprojekt. Die Entscheidung ging nach hinten los, das Unternehmen geriet in die Kritik. Jetzt hat es seine Verkaufsregeln geändert - der prominente Künstler reagierte prompt.

Lego hat seine Regeln für Massenverkäufe geändert: Man werde nicht mehr nach dem Zweck des Kaufs fragen, wenn jemand große Mengen der Steine für ein Projekt bestelle, teilte das dänische Unternehmen auf seiner Homepage mit. Seit dem 1. Januar bitte man den Käufer nur noch darum, bei der öffentlichen Verwendung der Steine deutlich zu machen, dass Lego den Zweck des Projekts nicht unterstütze.

Vor der Änderung der Regeln fragte das Unternehmen Käufer nach dem Verwendungszweck - und verweigerte den Verkauf, wenn es um politische Ziele ging. Diese Praxis könne aber zu "Missverständnissen" führen, schrieb Lego.

Mit der Änderung der Regeln reagieren die Dänen auf einen Streit mit dem chinesischen Künstler Ai Weiwei. Im September 2015 hatte Ai eine riesige Ladung Legosteine für eine Ausstellung mit dem Titel "Andy Warhol/Ai Weiwei" in Melbourne bestellt. Thema des Werks: die Meinungsfreiheit. Ai wollte die Porträts von australischen Bürgerrechtsaktivisten mit Legosteinen nachbauen. Doch das Unternehmen verweigerte den Verkauf - und begründete die Entscheidung mit der Regel, keine politischen Projekte zu unterstützen.

Für Lego ging die Verkaufsverweigerung aber nach hinten los: Ai machte die Entscheidung öffentlich und sprach von Zensur. Er unterstellte dem Unternehmen, sein Kunstprojekt aus Rücksicht auf Geschäftsinteressen in China nicht zu unterstützen. Fans von Ai riefen daraufhin im Internet zu Spenden auf. Schließlich kamen genug gespendete Steine zusammen: Das Kunstprojekt konnte starten.

Ai reagierte auf die Änderung der Verkaufsregeln, indem er ein Foto auf Instagram postete, auf dem ihm sein Sohn Legosteine ins Haar zu stecken scheint. Unter dem Foto steht ein Smiley.

��

Ein von Ai Weiwei (@aiww) gepostetes Foto am

In der Vergangenheit hatte Ai bereits für eine Ausstellung im Alcatraz-Gefängnis nahe San Francisco die Gesichter von 175 Dissidenten mit Lego nachgebaut.

Derzeit arbeitet Ai als Gastprofessor an der Universität der Künste in Berlin. 2011 hatten die chinesischen Behörden den Dissidenten für 81 Tage festgesetzt. Anschließend hatten sie ihm seinen Reisepass abgenommen. Den Pass hatte er erst im Juli 2015 zurückbekommen - und war danach nach Berlin ausgereist.

mka

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. wird hoffentlich nicht von lego verboten
tabernakelmenetekel 13.01.2016
auf utube einfach "handy aus" eingeben und den ca. 8. film (den mit den lego Figuren) schauen... bevor er auch vielleicht zensiert wird ;-)
2. Mehr Selbstvermarkter
gekreuzigt 13.01.2016
als Künstler.
3. @1
Flying Rain 13.01.2016
Ich habe mir das Video angesehen und es ist letztendlich nur Clickbait was sie betreiben ;)
4. Überbewerteter
DigTator 13.01.2016
Aiwai hat bei Spon wohl ein PR Paket gebucht - eine Einblendung im Monat mit guten Keywords. Immerhin habt ihr die Kommentarfunktion drin gelassen. Macht ihr ja nicht bei jedem Aiwai Werbeblock
5.
Bayrischer Michel 17.01.2016
Ai Weiwei scheint zum Hätschelkind der Medien geworden zu sein. Er kann nichts tun, was nicht sofort öffentlich heftig beklatscht würde.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: