Teuerstes Bild der Welt 179 Millionen Dollar für Picassos "Les femmes d'Alger"

Pablo Picassos "Les femmes d'Alger" ist in New York versteigert worden - für 179 Millionen Dollar wechselte das Gemälde den Besitzer. Ein neuer Rekordpreis.


Pablo Picassos Bild "Les femmes d'Alger" hat einen neuen Auktionsrekord aufgestellt. Das Ölgemälde wurde vom New Yorker Auktionshaus Christie's für 160 Millionen Dollar versteigert. Rechnet man die Kommission dazu, die bei einem Verkauf für Christie's fällig wird, beläuft sich der Kaufpreis auf insgesamt 179,37 Millionen Dollar.

Es war nicht der einzige Weltrekord in New York. Nur wenig später wurde "Der zeigende Mann" des Schweizer Künstlers Alberto Giacometti zur teuersten je bei einer Auktion versteigerten Skulptur.

Die dünne Bronzefigur erzielte inklusive Gebühren 141,3 Millionen Dollar. Die Experten des Auktionshauses hatten das Werk zuvor auf rund 130 Millionen Dollar geschätzt. Die bislang teuerste Plastik stammt ebenfalls von Giacometti: Sein "Schreitender Mann" wurde vor rund fünf Jahren in London für 104,3 Millionen Dollar versteigert.

Giacometti-Skulptur "Der zeigende Mann" ist 141,3 Millionen Dollar wert
DPA

Giacometti-Skulptur "Der zeigende Mann" ist 141,3 Millionen Dollar wert

Picassos Bild entstand im Jahr 1954. Es ist eine von 15 Variationen, für die er sich von dem gleichnamigen Gemälde "Les femmes d'Alger" inspirieren ließ, das Eugène Delacroix 1834 schuf. Picasso wollte sein Werk als Ehrung seines Freundes und Konkurrenten Henri Matisse verstanden wissen, der damals gerade verstorben war.

Picasso übertrumpfte damit das bislang teuerste Bild um gut 17 Millionen. Im November 2013 kam Francis Bacons Triptychon "Three Studies of Lucian Freud" für 142,4 Millionen Dollar bei Christie's unter den Hammer.

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Kunst geht ins Geld: Die teuersten Gemälde der Welt
Bacon verdrängte damals das Bild "No. 5" von Action-Painter Jackson Pollock von Platz eins, das war 2006 für 140 Millionen über den Tisch gegangen. Es wurde allerdings nicht versteigert, sondern via Sotheby's privat verkauft - und zwar von Musik- und Filmproduzent David Geffen.

Auf Platz drei und vier folgen ebenfalls Privatverkäufe. "Woman III" von Willem de Kooning, für 137,5 Millionen Dollar ebenfalls von Geffen veräußert, und Gustav Klimts "Adele Bloch-Bauer I" von der berühmten Kunsthändlerin Maria Altmann an die Neue Galerie New York - für 135 Millionen Dollar.

Platz fünf der teuersten Verkäufe belegt "Der Schrei" von Edvard Munch. Im Mai 2012 wurde das Gemälde bei Sotheby's in New York für 119,9 Millionen Dollar versteigert. Es ist damit das zweitteuerste Gemälde, das bei einer Versteigerung veräußert wurde.

Die bisherige Top-Ten der teuersten Gemälde aller Zeiten:

  • "Three Studies of Lucian Freud" (1969) von Francis Bacon, 2013 versteigert für 142,4 Millionen Dollar
  • "No. 5" (1948) von Jackson Pollock, 2006 verkauft für 140 Millionen Dollar
  • "Woman III" (1953) von Willem de Kooning, 2006 verkauft für 137,5 Millionen Dollar
  • "Adele Bloch-Bauer I" (1907) von Gustav Klimt, 2006 verkauft für 135 Millionen Dollar
  • "Der Schrei" (1895) von Edvard Munch, 2012 versteigert für 119,9 Millionen Dollar
  • "Akt mit grünen Blättern und Büste" (1932) von Pablo Picasso, versteigert 2010 für 106,5 Millionen Dollar
  • "Junge mit Pfeife" (1905) von Picasso, 2004 versteigert für 104,2 Millionen Dollar
  • "Dora Maar mit Katze" (1941) von Picasso, 2006 versteigert für 95,2 Millionen Dollar
  • "Adele Bloch-Bauer II" (1912) von Gustav Klimt, 2006 versteigert für 87,9 Millionen Dollar
  • "Orange, Red, Yellow" (1961) von Mark Rothko, 2012 versteigert für 86,9 Millionen Dollar

Die Aussagekraft der Liste ist allerdings begrenzt. Der Verkaufspreis zeigt nur den Wert zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Inflation wird nicht berücksichtigt. So entspräche der Verkaufspreis von 140 Millionen Dollar Pollocks "No. 5" heute, also sieben Jahre nach dem Verkauf, inflationsbereinigt mehr als 160 Millionen Dollar.

Viele der Gemälde, die inzwischen abgerutscht sind, standen früher selbst an der Spitze. Picassos "Junge mit der Pfeife" und Klimts "Adele-Bloch Bauer I" waren zum Zeitpunkt ihrer Veräußerung die teuersten Gemälde der Welt. Und auch Rembrandts "Mühle", die 1911 inflationsbereinigt für 13,1 Millionen Dollar verkauft wurde.

cbu/syd/dpa

insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
Khaled 11.05.2015
1. Wenn Picasso
diese wahnsinnigen Preise noch erleben könnte wäre er Multimilliardär. Er müsste sich nur hinsetzen und ein paar Wochen lang Bilder malen und könnte sich dafür die ganze Firma Apple kaufen! Oder Griechenland schuldenfrei machen und nebenbei noch mit drei bis vier Bildern die Elbphilharmonie zu Ende bauen. Wahnsinn.
bambuse 11.05.2015
2. Möchte zu gerne ...
... wissen, wie viele Beltracchis unter den Top 10 verzeichnet werden. Aber es trifft ja keine Armen, für die Käufer ist das nur ein Teil der täglichen Portokasse ;-))
pauschaltourist 11.05.2015
3.
"Der Schrei" ist das einzige Bild dieser Liste von durch gelangweilte Milliardäre erworbenen Bildern, das mit gefällt.
janne2109 12.05.2015
4. wenn
Zitat von Khaleddiese wahnsinnigen Preise noch erleben könnte wäre er Multimilliardär. Er müsste sich nur hinsetzen und ein paar Wochen lang Bilder malen und könnte sich dafür die ganze Firma Apple kaufen! Oder Griechenland schuldenfrei machen und nebenbei noch mit drei bis vier Bildern die Elbphilharmonie zu Ende bauen. Wahnsinn.
wenn er noch leben würde würden auch nicht diese Preise aufgerufen werden, aber wenn würden mir Ihre Beispiele sehr gefallen
mr8 12.05.2015
5.
"Khaled gestern, 19:09 Uhr diese wahnsinnigen Preise noch erleben könnte wäre er Multimilliardär. Er müsste sich nur hinsetzen und ein paar Wochen lang Bilder malen und könnte sich dafür die ganze Firma Apple kaufen! Oder Griechenland schuldenfrei machen und nebenbei noch mit drei bis vier Bildern die Elbphilharmonie zu Ende bauen. Wahnsinn." Volltreffer, Sie absolut nicht verstanden, weshalb die Bilder so viel wert sind. Was Sie geschrieben haben ist vollkommen falsch, überdenken sie das nochmal... ;)
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