Wort des Jahres Lichtgrenze schlägt schwarze Null

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat entschieden: Lichtgrenze ist das Wort des Jahres 2014. Es bezieht sich auf die Berliner Lichtinstallation, die zum 9. November an den Mauerfall erinnerte.

Lichtgrenze in Berlin: Erinnerung an den Mauerfall
REUTERS

Lichtgrenze in Berlin: Erinnerung an den Mauerfall


Wiesbaden - Lichtgrenze ist das Wort des Jahres 2014. Die Wahl begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) auf ihrer Homepage mit der Freude am Tag des Mauerfalls vor 25 Jahren. Über 8000 leuchtende Ballons erinnerten im November an den Verlauf der Berliner Mauer und die Teilung der Stadt.

Auf Platz zwei ihrer Zehnerliste setzte die GfdS die schwarze Null, also den Ausdruck für die Bemühungen der Bundesregierung um einen ausgeglichenen Haushalt. Auf Platz drei steht Götzseidank als Erinnerung an das WM-Siegtor von Mario Götze. Auch unter den Top Ten: bahnsinnig (Platz 5), ein neu erdachter Kommentar zum Streik der deutschen Lokführer und Generation Kopf unten (Platz 10) als Beschreibung einer Generation, die den Blick permanent auf das Smartphone senkt.

Die Top Ten im Überblick:

  • Lichtgrenze
  • schwarze Null
  • Götzseidank
  • Russlandversteher
  • bahnsinnig
  • Willkommenskultur
  • Social Freezing
  • Terror-Tourismus
  • Freistoßspray
  • Generation Kopf unten

Die Sprachexperten in Wiesbaden wählen jedes Jahr ein Wort, das aus ihrer Sicht das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise begleitet hat. Lauft GfdS stehen nicht die Häufigkeit, sondern die Signifikanz bei der Wahl im Vordergrund.

2013 entschiedt sich die Jury für GroKo (große Koalition). Für 2014 wurde das Wort des Jahres aus mehr als 2300 Vorschlägen ausgewählt.

eth/dpa

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
3-plus-1 12.12.2014
1.
Lichtgrenze? Da hat man ja was belangloses und wirklich sehr lokal eingregrenztes ohne nachhaltige Bedeutung gewählt. Fazit: Unbedeutend. Spannender wird die Wahl des Unwortes von 2014.
Mr. Molz0r 12.12.2014
2.
Sollte das Wort des Jahres nicht ein Begriff sein, der das Jahr in einer Form geprägt hat? Das Wort Lichtgrenze habe ich vorher nie gehört und hat auch wenn nur ein paar Wochen eine Bedeutung gehabt... Begriffe wie "Islamischer Staat" o.ä. hatten wesentlich mehr Bedeutung im vergangenen Jahr.
nochfragen? 12.12.2014
3. Supi
Hab' dieses Wort heute zum ersten Mal gelesen. Sollte ein Wort des Jahres nicht stärker in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen sein, oder hab' ich das einfach nur verpennt? Wohl eher eine politische als eine linguistische Entscheidung.
Amadís 12.12.2014
4.
Hat die "schwarze Null" dann noch Chancen auf das UNWORT des Jahres???
GoBenn 12.12.2014
5.
Da war wohl Wunsch der Vater des Gedankens. Wie kann ein Wort vom November ein Jahr prägen? Was war denn mit "Jadehase" oder "Gaucho-Tanz"?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.