Gedenkaktion für Liu Xiaobo Verbleib von französischem Künstlerehepaar in China ungeklärt

Mit einer Wandmalerei wollten französische Künstler des 2017 in Haft verstorbenen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo gedenken - nun sind sie verschwunden.

Trauerzeremonie für Liu Xiaobo am 15. Juli 2017
AFP

Trauerzeremonie für Liu Xiaobo am 15. Juli 2017


Ein leerer blauer Stuhl, rote Gitterstäbe, im Hintergrund eine traditionelle Landschaftsmalerei: Hiermit wollte der Künstler Hu Jiamin in der Stadt Shenzhen nahe Hongkong an den Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo erinnern. Schon nach kurzer Zeit aber wurde das von den Behörden nicht genehmigte Kunstwerk mit einem Werbebanner bedeckt.

Kurz danach, so berichtete unter anderem vor zwei Tagen die englischsprachige "South China Morning Post" , verschwanden Hu Jiamin und seine Ehefrau Marine Brossard von der Bildfläche. Beide haben laut eigenen Angaben die französische Staatsbürgerschaft und leben in Lyon. Sie wisse nichts über den Verbleib des Paares, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Hua Chunying, am Montag auf Journalistenfragen in Peking. Frankreichs Botschaft geht dem Fall nach eigenen Angaben nach.

"Ich bin weder eine radikale Person, noch ein Aktivist", hatte der Künstler vor seinem Verschwinden in Behördengewahrsam der "South China Morning Post" gesagt. "Ich habe den Stuhl gemalt, um mein ehrendes Gedenken und meine Trauer über Liu Xiaobo auszudrücken, aber es ist kein Manifest für die Öffentlichkeit", sagte Hu Jiamin.

Der Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo verstarb im letzten Juli. Lesen Sie hier einen Nachruf.

cbu/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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lollipoppey 18.12.2017
1. Hoffe das die chinesische Regierung
..auf lange Sicht nicht damit durchkommt, die Menschenrechte so zu missachten. Überwachung und Unterdrückung der eigenen Bürger und Beförderung eines Raubtier-Kapitalismus. Der Inselstreit zeigt auch, wie China über internationales Recht sich hinwegsetzt und wie es zur Weltgemeinschaft steht.
weisserb 18.12.2017
2. Wie der SPOM schreibt, lebt das Paar
in Frankreich und China hat erklärt, dass es nichts über deren Verbleib weiss, was schreiben Sie da jetzt also über Menschenrechte, glauben Sie dem dem Spiegel etwa nicht?
Larnaveux 19.12.2017
3. Die Crux mit der Grammatik
Selbstverständlich hofft man, dass das Verschwinden nichts Schlimmes bedeutet und es einen einfachen Grund dafür gibt und die Beiden wohlbehalten wieder auftauchen. In der Zwischenzeit, liebe SPON-Redaktion, wäre es erfreulich, wenn wenigstens Sie heutzutage noch eine letzte Bastion für richtige Grammatik zumindest in Überschriften wären. Man hat ja nicht mehr viel Erwartung in dieser Sache, doch immerhin hatte der Spiegel hier noch ein gewisses Niveau gehalten. Die Überschrift dieses Artikels hat zu lauten: "Verbleib von französischem Künstlerehepaar in China ungeklärt". Also mit einem "m" in "französischem", da es sich um einen Dativ handelt. Oder ist man da als Leser zu kleinlich? Danke im Voraus.
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