Online vs. Print Der Untergang des Abendlandes

Einige Gedanken zur Debatte um Print- und Online-Journalismus. Selbstverständlich in Echtzeit, wie sich das heutzutage gehört.

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quark@mailinator.com 28.03.2014
1. Ok ...
Die Logik ist doch klar ... * Massenmedien sollten nicht monopolisiert werden (können), weil sonst die Objektivität vor die Hunde geht. * Wenn es kein Monopol gibt, gibt es Konkurenz über Inhalt und Preis. * Wenn kostenlos verfügbar ist, was 90% der Leute zu brauchen glauben, stirbt alles aus, was etwas kostet, denn 10% der Leute können sich die komplette Infrastruktur nicht leisten, die für Qualitätsjournalismus gebraucht wird. Ergo: Wenn man den Qualitätsjournalismus erhalten will, muß man mit den Printmedien (einschließlich Online) das Gleiche machen, wie mit dem Fernsehen - eine öffentliche Gebühr erheben, welche von allen zu zahlen ist und verteilt wird, ohne daß der Staat den Medieninhalt bestimmt. Ja, ich mag die GEZ auch nicht, aber ich finde es richtig, die Gebühr zu erheben. Nur sollte dies so einfach konstruiert sein, daß es dazu keine GEZ braucht. Eine Welt mit ausschließlich kostenloser Berichterstattung (also werbefinanziert) wäre ein Alptraum an Meinungsmache, mangelnder Objektivität und Qualität, erfüllt von Trivialität und Aberglaube. Darauf kann ich gern verzichten.
thomas.b 28.03.2014
2.
Dass die TKP im Netz so im Keller sind, liegt ja nicht an den Redakteuren. Es gibt eben zuviel Reichweite und der Werbeindustrie sind die Inhalte egal. Was zählt, ist der Klick und der danach avisierte Kauf. Printumsätze fallen nur, weil sie teuer und intransparent sind. Die Lösung könnte irgendwo dazwischen sein.
videojournalistin 28.03.2014
3. was der chef will...
Meine Erfahrungen als freie Journalistin mit Onlineredaktionen ist durchweg negativ. Leider. Ich habe dort bisher meist eher den Typ Sekretärin oder Aufschneider oder, und das waren die angenehmsten, verhuschte Nerds getroffen. Ich kenne selbstverständlich nur wenige Onlineredaktionen aber wenn ich hier lese, dass jemand einen Liveticker zu Online vers. Print postet weil der Chef es will, ist doch alles klar. Ich weiß jetzt warum ich immer keine Journalisten getroffen habe. Ich hoffe diese dusseligen Eitelkeiten haben bald ein Ende. Das nervt!
fd53 28.03.2014
4. Qualitätsjournalismus
warum es den nicht mehr gibt, konnte man um den 1. September 2002 auf Seite 2 und 3 der Frankfurter Rundschau ausführlich und detailliert dargelegt nachlesen. Etwa 2 Jahre später erschien in der gleichen Zeitung eine doppelseitige Beerdigungsanzeige für den Qualitätsjournalismus. Aber das Problem mit der fehlenden Qualität haben Online- und Printmedien. Da gibt es keinen Unterschied. Der Unterscheid besteht nur darin, dass man Print-Müll bezahlen muss, während es den Online-Müll bisher zumeist umsonst gibt. Und während man bei den Printmedien unfreiwillig auch gleich noch die gedruckte Werbung mit bezahlen muss, muss man bei den Online-Medien die nervende Werbung nur geduldig ertragen.
tüttel 28.03.2014
5. Liveticker
Der Tickerstil des Beitrags ist über seinen eigentlichen Inhalt hinaus auch eine schöne Glosse auf Stefan Niggemeiers jüngste Rundumschläge (in seinem Blog und der FAS) gegen Liveticker, auf die er ja den Onlinejournalismus mehr oder weniger herunterbrach. Ich habe jüngstens sowohl die Onlineticker zur Krimkrise als auch zum Hoeneß-Prozess als wertvolle, zumal übersichtliche Informationsquellen gesehen. Das Internet bietet dem Onlinejournalismus nunmal auch die Möglichkeit zu ständiger Interaktivität und damit ständig aktueller Beschreibung von Ereignissen im Telegrammstil. Das ist einer seiner großen Vorteile gegenüber höchstens täglich erscheinenden Printmedien. Natürlich muß Journalismus auch im Onlinebereich mehr bieten als nur Liveticker, tut er ja auch.
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