Beutekunst Von Nazis geraubte Cranach-Bilder bleiben in US-Museum

Zwei Renaissance-Gemälde im Wert von 24 Millionen Dollar werden weiter in einem kalifornischen Museum hängen. Das entschied ein US-Gericht. Die Bilder waren im Zweiten Weltkrieg einer Kunsthändlerfamilie geraubt worden.

Altarbilder "Adam" und "Eva"
Norton Simon Art Foundation

Altarbilder "Adam" und "Eva"


Zwei von den Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs geraubte Gemälde des Renaissance-Künstlers Lucas Cranach des Älteren (1472-1553) bleiben in einem kalifornischen Museum. Das Norton Simon Museum in Pasadena ist der rechtmäßige Besitzer des zweiteiligen Altarbilds mit einer lebensgroßen Darstellung von Adam und Eva, so die Entscheidung eines US-Berufungsgerichts.

Das Gremium bestätigte damit ein früheres Urteil eines US-Bezirksgerichts von 2016. Es verwies zudem auf eine frühere Rechtsprechung in den Niederlanden. Für Marei von Saher, Erbin des jüdischen Kunstsammlers Jacques Goudstikker, endet der langjährige Rechtsstreit so mit einer Niederlage.

Laut den Gerichtsakten hatte der NS-Reichsmarschall Hermann Göring, einer der Hauptkriegsverbrecher der Nationalsozialisten, die Familie des auf der Flucht verstorbenen Kunsthändlers Jacques Goudstikker aus Amsterdam 1940 zum Verkauf dieser und anderer Bilder gezwungen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten die Alliierten die Raubkunst an die Niederlande zurückgegeben. Die Familie Goudstikker habe damals entschieden, die Werke nicht zurückzufordern. Die Niederlande verkauften sie in den Sechzigerjahren an die russische Familie Stroganoff, 1971 erwarb das Museum in Kalifornien die Gemälde, die heute auf einen Wert von 24 Millionen Dollar geschätzt werden.

Das Museum zeigte sich erfreut über das Gerichtsurteil. Damit sollte diese Angelegenheit endlich beigelegt sein, zitierte der "San Francisco Chronicle" aus einer Mitteilung des Museums. Die Cranach-Werke sollen weiter für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

Video: Hitlers Tafelsilber - Deutsche Museen bunkern Nazi-Schätze

SPIEGEL TV

cpa/dpa

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