Madonna! BBC muss sich für F-Wort entschuldigen

Das böse F-Wort wurde der BBC zum Verhängnis: Für die unzensierte Ausstrahlung von Fäkalsprache bei Live-Auftritten von Stars muss sich der Sender öffentlich entschuldigen. In Zukunft sollen die fluchenden Künstler zensiert werden.


London - Ekstase auf der Bühne, aufgebrachte Fan-Mengen: Da vergisst ein Künstler schnell sich selbst und lässt sich zu Gossensprache hinreißen. Jetzt muss die BBC für solche Rockstar-Rhetorik Verantwortung übernehmen - und sich zum ersten Mal in ihrer Geschichte öffentlich für sprachliche Entgleisungen von Stars wie Madonna und Phil Collins entschuldigen. Eine entsprechende Auflage wurde der traditionsreichen Anstalt nach britischen Zeitungsberichten von der Ofcom, der Regulierungsbehörde für die Funkmedien, erteilt.

Popstar Madonna: Verbale Entgleisungen sollen zensiert werden
REUTERS

Popstar Madonna: Verbale Entgleisungen sollen zensiert werden

Etwa hundert pikierte Zuschauer hatten sich zuvor beschwert, dass in sechs Live-Sendungen der BBC von Rock- und Popmusikern "höchst anstößige Worte" gebraucht wurden - darunter das F-Wort in verschiedenen Varianten, einschließlich der Formulierung "Motherfucker".

Die BBC hätte die Live-Programme zeitversetzt und mit entsprechender Zensur ausstrahlen sollen, kritisierten die Sittenwächter.

Zugleich verdonnerte Ofcom die Sendeanstalt dazu, den Tadel öffentlich zu verlesen. Beanstandet wurde unter anderem die unzensierte Übertragung der weltumspannenden "Live Earth"-Konzerte im Juli vergangenen Jahres. Dabei hätten einige Stars "schwerwiegend und wiederholt" das "F-Wort" in die Menge gerufen.

So war die US-Popkönigin Madonna auch bei der BBC zu erleben, wie sie Zehntausende im Wembley-Stadion mit den Worten "Come on, motherfuckers!" aufrief, durch kräftiges Füßestampfen ihre Unterstützung für den Umweltschutz zu bekunden. Auch "F-Wort"-Auftritte von Ricky Gervais und Razorlight-Sänger Johnny Borrell fand die Behörde anstößig.

sta/dpa



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