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Madonna-Konzert: Staatsanwaltschaft prüft auf Gotteslästerung

Madonna hängt sich gerne ans Kreuz. Bei ihrem Konzert in Italien hat sie es bereits getan und damit für Proteste von Katholiken gesorgt. In Deutschland wird die Kreuzigungs-Show nun sogar von der Staatsanwaltschaft beobachtet.

Düsseldorf - In Rom wollte man den Popstar für seine umstrittene Bühnenshow am liebsten exkommunizieren - in Düsseldorf droht ihm jetzt eine Anklage. Die Ermittlungsbehörden kündigten an, das Konzert von Madonna am Sonntag in Düsseldorf im Hinblick auf mögliche "Gotteslästerung" zu überprüfen. Bei den bisherigen Konzerten ihrer "Confessions"-Tour war die 47-Jährige mit einer Dornenkrone auf dem Kopf an einem Kreuz aus Spiegeln auf die Bühne geschwebt.

Etliche Katholiken hatten sie dafür scharf kritisiert. So hatte Kardinal Ersilio Tonini in Rom gesagt: "Sich aus Spaß kreuzigen zu lassen, und das in der Stadt des Papstes, ist ein Akt offener Feindseligkeit und eine sinnlose Marketing-Operation". Der Sprecher des Erzbistums Köln der katholischen Kirche, Manfred Becker-Huberti sagte: "Wenn jemand Mohammed in dieser Form darstellen würde, gäbe es einen Aufstand".

Man werde das Konzert genau verfolgen, ohne allerdings in der LTU-Arena selbst vor Ort zu sein, kündigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf an. "Sollte das Konzert so ablaufen, wie bereits andere Konzerte, werden wir zu prüfen haben, ob eine Straftat in Betracht kommt." Möglich wäre nach Ansicht des Sprechers ein Verstoß gegen Paragraf 166 des Strafgesetzbuches. Dieser Paragraf beschäftigt sich mit der "Beschimpfung von Bekenntnissen und Religionsgemeinschaften".

Ein zweites Konzert in Deutschland will Madonna am Dienstag in Hannover geben.

hoc/ddp/dpa

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Madonna-Bühnenshow: Provokant mit Kreuz und Dornenkrone

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