München/Hamburg - Das Wochenmagazin "Focus" will der Medienkrise mit einem massiven Stellenabbau begegnen. Insgesamt seien am Mittwoch 280 Abfindungsangebote an Mitarbeiter aus Redaktion und Verlag des "Focus" gegangen, teilte ein Sprecher des Burda-Verlages mit.
Der Münchner Konzern bestätigte damit Meldungen der Online-Branchendienste "Werben und Verkaufen" sowie "Kress". Hubert Burda Media reagiere damit auf die allgemeine Medienkrise und die damit verbundenen starken Anzeigenrückgänge. Die Entscheidung zum Personalabbau habe der Burda-Vorstand gefällt.
Mit den Abfindungsangeboten soll dem Vernehmen nach ein Abbau von 40 bis 50 Stellen erreicht werden. "Focus"-Verlagschef Frank-Michael Müller und der scheidende Gründungschefredakteur Helmut Markwort hatten sich mit einem Schreiben an die Mitarbeiter gewandt. Nach Angaben von "Kress" und "Werben und Verkaufen" verwiesen sie darin auf den wegen der Krise sinkenden Umfang des Nachrichtenmagazins. Nicht betroffen von den Sparmaßnahmen sind die 40 Mitarbeiter von "Focus Money" und "Focus Schule".
Bereits Anfang des Jahres hatte Chefredakteur Uli Baur angekündigt, dass es nach einer - mittlerweile vollzogenen - Generalüberholung des Blattes auch zu tieferen Einschnitten kommen wird: "Nach dem Relaunch werden wir um einen Stellenabbau wohl nicht herumkommen."
Wolfram Weimer übernimmt damit eine schwierige Aufgabe. Der 45-Jährige, zuvor Chefredakteur des Berliner Debattenblattes "Cicero" aus dem Schweizer Ringier-Verlag, wird ab dem 1. Juli gemeinsam mit Baur die Chefredaktion des "Focus" leiten. Mit an Bord wird bis Oktober auch noch Markwort sein, der das Blatt seit dessen Gründung 1993 führt.
tdo/dpa
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