Magazinprojekt Springer und WAZ sagen Aust ab

Es soll ein neues, wöchentliches Nachrichtenmagazin werden - als Teilhaber waren der Axel-Springer-Verlag und die WAZ-Gruppe im Gespräch. Nun muss sich Heftentwickler Stefan Aust nach neuen Teilhabern umsehen. Die beiden Medienhäuser haben ihm in einer gemeinsamen Erklärung abgesagt.

Stefan Aust: Will auch ohne WAZ und Springer weitermachen
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Stefan Aust: Will auch ohne WAZ und Springer weitermachen


Hamburg/Berlin - Die Axel-Springer-AG und die WAZ-Gruppe ziehen sich aus der Entwicklung eines neuen, wöchentlichen Nachrichtenmagazins zurück. Springer ("Bild", "Welt") und WAZ ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung") nannten als Grund für ihr Aussteigen "als potentielle Gesellschafter" das "gegenwärtige wirtschaftliche Umfeld". Beide Verlage bedauerten, dass sie "daher von der Realisierung einer attraktiven journalistischen Idee Abstand nehmen müssen."

Stefan Aust, Ex-Chefredakteur des SPIEGEL, hatte das Magazin unter dem Arbeitstitel "Die Woche" ursprünglich im Auftrag des Essener WAZ-Konzerns entwickelt. Das Unternehmen wollte an dem Projekt zuletzt aber nur noch einen Minderheitsanteil von 20 Prozent übernehmen.

Andere mögliche Gesellschafter, so der Schweizer Ringier-Verlag oder Burda aus München, prüften das Projekt, sagten dann aber ab. Zuletzt waren Springer als Mehrheitseigner und der Tageszeitungsverleger Dirk Ippen (unter anderem "tz", "Münchner Merkur") als zusätzliche Minderheitsgesellschafter im Gespräch.

Neugründungen von Wochenzeitschriften haben es auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt fast schon traditionell schwer: Im Februar 2009 stellte Condé Nast "Vanity Fair" ein, 2002 schloss der Hamburger Jahreszeiten Verlag einen ambitionierten Titel - der nannte sich, ganz wie Austs Projekt, "Die Woche". Und schon 1995 scheiterte Hans-Hermann Tiedje mit dem unter viel Getöse gestarteten "Tango".

Aust denkt bislang nicht daran, aufzugeben: Er werde das Projekt mit anderen Partnern fortsetzen, hieß es in der Stellungnahme.

sha/dpa/ddp



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