Mark Wallinger Turner-Preis für Friedenskunst

Der Brite Mark Wallinger ist am Abend mit dem renommierten Turner-Preis ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte damit unter anderem seinen berühmten Nachbau eines Anti-Irakkriegs-Camps. In der Vergangenheit hatte Wallinger in Berlin als verkleideter Bär Aufsehen erregt.


London - Sein Werk sei von "historischer Bedeutung", urteilte die Jury. "Ich hätte nicht gedacht, dass das noch passieren wird, ich bin glücklich", sagte der 48-Jährige am Abend bei der Verleihung in Liverpool. Sein Werk "State Britain" erhielt die Auszeichnung für moderne Kunst, der Preis ist mit umgerechnet 35.000 Euro dotiert.

Auszeichnung für nachgebautes Demo-Camp: Mark Wallinger erhält den Turner-Preis 2007
AFP

Auszeichnung für nachgebautes Demo-Camp: Mark Wallinger erhält den Turner-Preis 2007

Für "State Britain" hatte er mehr als 600 Poster und Plakate sowie Gegenstände verwendet, die einst der Friedensaktivist Brian Haw vor dem Westminster-Parlament im Herzen Londons aufgestellt hatte.

Wallinger baute das Camp des Demonstranten originalgetreu nach. Haw hatte sich mit Transparenten und Collagen vor dem britischen Parlament ausgebreitet und wurde von dort vertrieben.

Der 48-Jährige Wallinger ist auch in Deutschland nicht unbekannt: Im Jahr 2004 strich er als Bär verkleidet zehn Nächte lang durch die Neue Nationalgalerie in Berlin. Turner schickte Aufnahmen dieser Performance ein, als er in seiner Heimat in die engere Auswahl für den Turner-Preis kam.

Der renommierte Preis wurde erstmals nicht in London, sondern in Liverpool vergeben. Die Beatles-Metropole ist Kulturhauptstadt 2008. Die Auszeichnung ist nach dem britischen Landschaftsmaler William Turner (1775-1851) benannt. Seit 1984 wird er jährlich an einen in Großbritannien lebenden Künstler unter 50 Jahren verliehen. Im vergangenen Jahr bekam die deutsche Malerin Tomma Abts den Preis. Der Turner-Preis ist in der Vergangenheit durch Kontroversen und Skandale bekannt geworden: Damien Hirst sorgte zum Beispiel mit einer zersägten Kuh für Aufsehen.

reh/dpa/Reuters



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