Journalisten des Jahres 2017 Auszeichnungen für SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE

Das "medium magazin" hat Barbara Hans von SPIEGEL ONLINE zur Chefredakteurin des Jahres 2017 gewählt. "Journalist des Jahres" ist SPIEGEL-Redakteur Markus Feldenkirchen. In der Kategorie Kultur ging der Preis an SPIEGEL-Autor Nils Minkmar.

Barbara Hans und Markus Feldenkirchen
DPA/ Michael Kappeler; Christian Thiel

Barbara Hans und Markus Feldenkirchen


Jedes Jahr entscheidet das "medium magazin", wer die besten Journalistinnen und Journalisten in Deutschland sind. Am Donnerstag hat die Jury die Preisträger verkündet. Die SPIEGEL-Redaktionen erhalten drei der renommierten Auszeichnungen.

SPIEGEL-Redakteur Markus Feldenkirchen ist "Journalist des Jahres". Er hat die 100-köpfige unabhängige Fachjury insbesondere durch sein Porträt des SPD-Vorsitzenden Martin Schulz überzeugt. "Feldenkirchen hat aus den Informationen, die er dank exklusiver Einblicke hinter die Kulissen über viele Wochen gesammelt hat, ein meisterhaftes, präzise beobachtetes Stück Politikreportage gemacht und sich trotz der Nähe sein klares Urteil bewahrt", schreibt sie in ihrer Begründung.

Die Jury der Branchenzeitschrift vergibt die Auszeichnung auch in zehn Fachkategorien. In der Rubrik "Chefredaktion des Jahres - nationale Medien" wurde SPIEGEL ONLINE-Chefredakteurin Barbara Hans ausgezeichnet. Die Jury schreibt: "Hans steuert Spiegel Online seit Dezember 2016 mit klarem publizistischem Kompass durch schwieriges Fahrwasser: nicht zu laut, nicht zu schnell, mit der angemessenen Mischung aus Tiefgang und Verknappung, Offenheit und Transparenz. Das Wahljahr bereicherte ihre Redaktion mit neuen Konzepten, darunter Podcast- und Snapchat-Formate. Zudem positionierte sie sich mit einem klugen, programmatischen Essay zu mehr Vielfalt in Redaktionen."

Das Team um Barbara Hans kann auf ein publizistisch und wirtschaftlich sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken. SPIEGEL ONLINE erzielte mit seiner Berichterstattung - unter anderem über den G20-Gipfel und die Bundestagswahl - neue Reichweitenrekorde. Allein am Wahlsonntag informierten sich mehr als 5,2 Millionen Unique User auf der Nachrichtenseite über das aktuelle Geschehen. Wirtschaftlich wird 2017 das erfolgreichste Jahr in der Geschichte von SPIEGEL ONLINE sein.

Nils Minkmar
Bernhard Riedmann/ DER SPIEGEL

Nils Minkmar

SPIEGEL-Autor Nils Minkmar wurde für seine Leistungen in der Kategorie "Kultur" geehrt.

"Im entscheidenden Jahr 2017, in dem Frankreichs Wahl über Zukunft oder Zerfall der EU entschied, begleitete er die Entwicklung des Landes, ohne sich auf politische Analyse zu beschränken: Er hat den Lesern die französische Gesellschaft und Kultur begreiflich gemacht. Wer ihn las, verstand, wieso Emmanuel Macron gewählt wurde. Seine Texte mündeten in dem kürzlich erschienenen großen Essay 'Das geheime Frankreich', ohne Zweifel der aktuell beste journalistische Text über unser Nachbarland", begründete die Jury die Entscheidung.

Weiter Preisträgerinnen und Preisträger sind:

  • "Chefredakteur des Jahres - regional": Michael Bröcker ("Rheinische Post").
  • "Politik": Robin Alexander ("Welt")
  • "Wirtschaft": Kayhan Özgenc ("Bild am Sonntag")
  • "Unterhaltung": Eva Schulz (Funk)
  • "Sport": Jessy Wellmer (ARD/rbb)
  • "Wissenschaft": Tanja Krämer/Christian Schwägerl (RiffReporter)
  • "Reporterin - national": Lara Fritzsche ("SZ-Magazin")
  • "Reporterin - regional": Julia Rathcke ("Rheinische Post")
  • "Entrepreneur": Susann Hoffmann, Nora-Vanessa Wohlert, Teresa Bücker ("Edition F")
  • "Team": Team Paradise Papers (Rechercheverbund SZ/WDR/NDR)

Die Auszeichnung für das Lebenswerk geht an die frühere "Stern"-Ressortleiterin und ehemalige Leiterin der Henri-Nannen-Schule Ingrid Kolb. Sie sei die Lehrmeisterin ganzer Journalistengenerationen und zugleich quasi die Mutter der #MeToo-Kampagne, urteilte die Jury. Kolb habe schon mit ihrer ersten "Stern"-Titelgeschichte 1977 sexuelle Belästigung in deutschen Büros zum Thema gemacht.

Einen Sonderpreis erhalten der in der Türkei inhaftierte "Welt"-Journalist Deniz Yücel und der Freundes- und Unterstützerkreis #FreeDeniz. Die Jury schreibt: "Deniz Yücel ist unfreiwillig zu einem Symbol geworden: Für den Kampf um und für die Pressefreiheit, für die vielen Kollegen und Kolleginnen, die unter staatlicher Willkür leiden."

Yücel selbst schrieb aus der Haft einen Brief an "medium magazin"-Chefredakteurin Annette Milz: "Zu wissen, dass man im Recht ist, ist viel wert. Doch noch besser ist es, zu wissen, dass man im Recht ist und dabei zu fühlen, dass man nicht allein ist - nicht einmal in Einzelhaft."

Der undotierte Preis "Journalist des Jahres" wird seit 2004 verliehen. Die Auszeichnungen werden am 19. Februar in Berlin überreicht. Die Jury mit rund 100 Mitgliedern besteht aus Journalisten und Medienexperten, ehemaligen "Journalisten des Jahres" sowie den Preisträgern 2016.

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
einwerfer 21.12.2017
1. Na ja,
ein Magazin, welches Preise an 'BILD', 'Welt' und 'Rheinische Pest' vergibt, nehme ich nicht so richtig ernst. PS: Hatte übersehen, das Kai Diekmann zu den Gründern von 'Medium Magazin' gehörte; das erklärt einiges.
panzerknacker 51 21.12.2017
2. Alles SPIEGEL oder was?
Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Wenn man sich die Erwählten so vor Augen führt, dreht sich ein HaJo Friedrichs wohl im Grabe.
DieHappy 21.12.2017
3.
Zitat von einwerferein Magazin, welches Preise an 'BILD', 'Welt' und 'Rheinische Pest' vergibt, nehme ich nicht so richtig ernst. PS: Hatte übersehen, das Kai Diekmann zu den Gründern von 'Medium Magazin' gehörte; das erklärt einiges.
Im Gegensatz zu Ihnen werden die schon gewusst haben, warum sie wen auszeichnen. Zumal die Preisträger breit gestreut sind. Und Diekmann war nur einer von vielen Gründern und alle waren damals Zitat: Schüler, Studenten oder Volontäre. Allerdings beherrschen die Journalisten beim Springer Verlag und auch bei der von Ihnen geschmähten Rheinischen "Pest" zumindest die das/dass Regel. Vorwurf wem Vorwurf gebührt.
DieHappy 21.12.2017
4.
Zitat von panzerknacker 51Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Wenn man sich die Erwählten so vor Augen führt, dreht sich ein HaJo Friedrichs wohl im Grabe.
Hätte man mal ganz runter gescrollt bzw. ganz gelesen, hätte sich der Kommentar auch erledigt. Beim Weltruhm erlangten Rechercheverbund SZ/WDR/NDR, der SZ, dem Spiegel oder der ARD würde sich Herr Friedrichs sicher nicht einmal drehen.
kj.az 21.12.2017
5. @DieHappy
Verehrter "DieHappy"-Forumist (verzeihen Sie mir den Ausdruck): ich persoenlich wuerde gerne GluecklichSterben; leider geht das absolut nicht, wenn ich mir ansehe, fuer welche journalistischen Leistungen derartige Auszeichnungen ausgelobt werden. Wenn DAS die Spitze der deutschen Journaille ist, dann : vielen Dank. Moegen sich die so Geehrten geschmeichelt fuehlen und eines Tages (ich wuensche ihnen ein langes Leben) gluecklich sterben, dann hat es ja schon was fuer sich. Allerdings grueble ich ueber Ihre unvoreingenommene Art der Belobigung; nie etwas von echtem Journalismus erlebt ? War nur 'ne Frage !
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