Streit mit Springer-Verlag Autor Matussek will wegen Rauswurf vor Gericht ziehen

Die Posse um einen Facebook-Post des Journalisten Matthias Matussek könnte ein Fall für Juristen werden. Der Reporter will laut einem Bericht den Axel-Springer-Verlag verklagen.

Journalist Matussek (Archivbild von 2012): Große Aufregung um Facebook-Post
DPA

Journalist Matussek (Archivbild von 2012): Große Aufregung um Facebook-Post


Zunächst hatte "Welt"-Autor Matthias Matussek mit einem Facebook-Post die Chefredaktion der Zeitung gegen sich aufgebracht. Es folgte eine Redaktionskonferenz, bei der unflätige Wörter gefallen sein sollen. Dann wurde der Rauswurf von Matussek bei der "Welt"-Gruppe bekannt.

Nun könnte der Schwank eine Fortsetzung vor Gericht bekommen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, geht Matussek gerichtlich gegen den Axel-Springer-Verlag vor. Der Anwalt des Journalisten kündigte demnach eine Kündigungsschutzklage an. Gestritten wird laut "SZ" auch über die Frage, ob Matussek bei der "Welt" festangestellt war.

Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung war ein Facebook-Post von Matussek nach den Anschlägen in Paris. Der Journalist hatte nach der Terrorserie via Facebook orakelt, nun müsse wohl neu über offene Grenzen und junge islamische Männer im Land diskutiert werden - garniert mit einem Smiley. Der ehemalige Bild-Chefredakteur und jetzige Herausgeber der Bild-Gruppe, Kai Diekmann, reagierte deutlich darauf und nannte den Facebook-Eintrag "ekelhaft".

Auch "Welt"-Chefredakteur Jan-Eric Peters verurteilte den Post seines Kolumnisten mit deutlichen Worten, er nannte den Beitrag "durchgeknallt".

Matussek, der bis 2013 Redakteur und zeitweise Ressortleiter des SPIEGEL war und auch eine Videokolumne bei SPIEGEL ONLINE hatte, versuchte es noch mit einer Smiley-Korrektur und postete den gleichen Text noch einmal mit traurigem Smiley. Wortreich versuchte er, sich für seinen Post zu rechtfertigen. Einen Fehler wollte er jedoch nicht eingestehen.

Bei einer Redaktionskonferenz soll der Streit über den Post eskaliert sein. Der volljährige und studierte Matussek soll seinen Chef Peters und dessen Vize Ulf Poschardt laut einem Bericht des Branchenportals "Meedia" beschimpft haben. Daraufhin wurde er laut dem Bericht aus der Konferenz geworfen, der Gesamtrauswurf folgte nur wenig später.

mmq

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Robert Redlich 28.11.2015
1. volljährig?
Zitat: "Der volljährige und studierte Matussek soll...". Was soll uns dieser Satz sagen? Hatte irgendwer vermutet, er wäre minderjährig und ohne Ausbildung?
celebur.h 28.11.2015
2. Verlogen
Schon zwiespältig verlogen wenn Herr Diekmann sich darüber aufregt, wo doch in seiner Zeitung Bilder der Leichen aus dem Bataclan zu sehen waren
Das Pferd 28.11.2015
3.
Zitat: "Der volljährige und studierte Matussek" kann man in einer Meldung über eine Kündigungsschutzklage nicht sachlicher formulieren? Ich finde nicht, daß es ein "Schwank" ist, eher eine Tragödie, wie Matussek sich entwickelt. Aber man sollte Meldung und Meinung klarer trennen.
Schlaflöwe 28.11.2015
4. Das Beste für die gesamte
Öffentlichkeit wäre, wenn sich Herr Matussek konsequent in`s Private zurück zöge. Dermaßen verbiestert.
vincent1958 28.11.2015
5. Erst eine Klage..
..gem.KschG anstrengen,bevor geklärt ist,ob es sich um ein Arbeitsverhältnis gehandelt hat?Seltsam!
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