New York Max Hollein übernimmt das Metropolitan Museum

Die Suche dauerte ein Jahr, jetzt hat das Metropolitan Museum in New York einen neuen Leiter gefunden: Der Österreicher Max Hollein wird den Posten übernehmen.

Max Hollein, neuer Direktor des Met
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Max Hollein, neuer Direktor des Met


Zwei Millionen Objekte aus 5000 Jahren Kunstgeschichte, sieben Millionen Besucher pro Jahr: Das Metropolitan Museum of Art in New York zählt zu den beliebtesten und wichtigsten Museen der USA, seine Sammlung zu den bedeutendsten der Welt. Jetzt steht fest, wer das altehrwürdige Haus ab Sommer in die Zukunft führen soll: Der Österreicher Max Hollein wird sein neuer Direktor.

Ein Jahr hatte die Suche gedauert, 100 Nominierungen hatte der Aufsichtsrat erhalten. "Max Hollein ist ein innovativer und inspirierender Museumsleiter", sagte Daniel Brodsky, der Vorsitzende des Aufsichtsrates, zu der Wahl.

Hollein wurde 1969 in Wien geboren. Er arbeitete zunächst am Guggenheim Museum in New York und war danach 15 Jahre lang Direktor der Schirn Kunsthalle, später übernahm er zusätzlich das Städel Museum und das Liebieghaus in Frankfurt am Main. 2016 war er an das Fine Arts Museum in San Francisco gegangen.

Das Metropolitan Museum in New York steckt in einer Krise, zieht aber noch immer die Massen an
AP

Das Metropolitan Museum in New York steckt in einer Krise, zieht aber noch immer die Massen an

DER SPIEGEL bezeichnete Hollein schon 2005 als jüngsten und größten Star im Museumsbetrieb, besonderes Talent wird ihm im Akquirieren von Sponsorengeldern nachgesagt. So fiel die größte bauliche Erweiterung des Städel mit rund 52 Millionen Euro, die von Mäzenen zur Hälfte privat finanziert wurde, in seine Ägide. Städel und Liebighaus überwanden unter seiner Leitung tiefe Krisen und wurden zu Publikumsmagneten.

Nun übernimmt er wieder ein Traditionshaus in schwierigem Fahrwasser. Das 1872 eröffnete "Met" feuerte im vergangenen Jahr Holleins Vorgänger Thomas P. Campbell. Das Haus kämpft mit einem Haushaltsdefizit von 40 Millionen Dollar.

Seit Kurzem müssen Besucher, die nicht aus New York stammen, 25 Dollar Eintritt berappen, in den vergangenen Jahren wurden 90 Mitarbeiter entlassen. Ein Erweiterungsbau wird seit Jahren verschoben, ein neuer Marketingplan wurde von Experten und in den Medien lächerlich gemacht.

Wieder ein weißer Mann

Abgesehen von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten wird auf Hollein die Aufgabe zukommen, das Metropolitan Museum in Zeiten des rasanten kulturellen Wandels auch inhaltlich neu aufzustellen. In der Kunstwelt wird die Forderung immer lauter, künftig den Arbeiten von Frauen und Künstlern aus anderen Kulturkreisen als dem abendländischen mehr Raum zu geben.

Deshalb wurde laut "New York Times" durchaus auch Kritik an der Entscheidung des Met laut, wieder einen weißen Mann für die Leitung auszuwählen. Möglich ist aber, dass Hollein auch für die Öffnung des Museums der richtige Direktor ist. Kürzlich hatte er für das Fine Arts Museum in San Francisco 62 arbeiten schwarzer Künstlerinnen und Künstler aus Atlanta akquiriert.

kae



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dasfred 11.04.2018
1.
So wie ich den Artikel verstanden habe, hat man vordringlich jemanden gesucht, der das Museum finanziell wieder auf die Beine stellt. Kulturelle Vielfalt braucht auch einen Ort, der solide finanziert ist. Erst danach kann dann ein Konzept entwickelt werden, dass aktuelle Strömungen in der Kunst mit dem Publikumsinteresse in Einklang bringen kann.
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