+++Aus für Liveticker+++: Betriebsrat stoppt Weltuntergang 2012

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Aus Kolumbien waren verstörende Helligkeit und Hitze gemeldet worden. In Deutschland kam es bereits zu außerkörperlichen Visionen. Und dann? Stoppte ein deutscher Betriebsrat aus arbeitsrechtlichen Gründen die Apokalypse. Lesen Sie hier nach, wie der Weltuntergangstag verlief - und endete!

Weltuntergang 2012: Was bisher geschah Fotos
DPA/ NASA

+++ Betriebsrat verhindert Weltuntergang +++

[18:33 Uhr] Dramatische Szenen spielten sich hier eben in der Redaktion ab, es ereignete sich - völlig überraschend - ein Showdown, der mit einer Erbarmungslosigkeit zu Ende gebracht wurde, wie selbst erfahrene SPIEGEL-ONLINE-Kriegsreporter sie nur selten erlebt haben.

Was geschehen ist?

Ein Vertreter des Betriebsrats marschierte im Büro der Chefredaktion ein und verlangte einen sofortigen Stopp dieses Livetickers. Der Grund? Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz: Wir Autoren säßen schon mindestens 43 Minuten länger am Rechner als erlaubt (und überdies ohne reguläre Pause zwischendurch), damit müsse jetzt Schluss sein. Die Redaktionsleitung verwies verzweifelt auf die besondere Nachrichtenlage in Sachen Weltuntergang 2012, was der Betriebsratsmann maliziös konterte:

"Was für eine Lage denn? Es ist doch den ganzen Tag gar nichts passiert."

Stimmt.

Feierabend.

+++ Die Redaktion zecht! +++

[18:07 Uhr] Was soll man dazu sagen? Ich würde es, liebe Leser, ja selbst nicht für möglich halten, hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen: Auch hier in der Redaktion herrscht jetzt Endzeitstimmung, es brechen alle Dämme, und der Lack der Zivilisation ist endgültig ab, aber so was von. Ausgerechnet am sogenannten "Balken", dem Arbeitsplatz des CVD-Teams mitten im Großraumbüro, von wo aus an normalen Tagen SPIEGEL ONLINE mit einem Höchstmaß an journalistischer Seriösität und Kompetenz gesteuert wird, steht Alkohol in rauen Mengen bereit, greifen völlig enthemmte Redakteure zur Flasche. Und das auf Geheiß eines Mitglieds der Redaktionsleitung. Ich bin fassungslos.

Und habe auch Durst.

+++ Schäuble-Dementi: "Finanzministerium ist kein Schwarzes Loch" +++

[17:41 Uhr] Ein Schwarzes Loch gilt ja als durchaus denkbare Art, wie die Erde zum Ende kommen könnte. Finanzminister Wolfgang Schäuble versuchte sich zwar der Interpretation sofort zu widersetzen, dass ausgerechnet sein Haus damit gemeint sein könnte: Nein, die geplanten neuen Belastungen für den deutschen Steuerzahler rechtfertigten keineswegs, das CDU-geführte Ministerium als Schwarzes Loch zu verunglimpfen. Aber die Apokalyptiker hüben wie drüben reiben sich bereits die Hände.

+++ Kuzmany desertiert +++

[17:28 Uhr] Sieht man mal, was man von dieser ironischen Distanz zu halten hat! Reine journalistische Maskerade war das, weiter nichts. Kollege Kuzmany "will mal kurz eine rauchen" - und haut stattdessen einfach ab. Offenbar hat er Fracksausen (oder Lust auf ein letztes Bier mit Honig) gekriegt, so von wegen: Und wenn's doch stimmt mit diesem Maya-Kram?

+++ Wetteranomalie in Kolumbien +++

[17:01 Uhr] Leser Andreas Potschien schreibt uns aus der Ferne: "Bezüglich des anstehenden Weltuntergangs kann ich aus Kolumbien berichten, dass es hier überhaupt noch nicht dunkel ist - im Gegenteil, es herrscht eine geradezu infernalische Hitze! Und das im Dezember! Das sollen die 'Experten' mal erklären." Ja, das sollen sie mal. Potschien fährt fort: "Außerdem habe ich noch kein Frühstück bekommen. Ganz schlechtes Zeichen." Na, aber das ist doch ganz einfach, Herr Potschien: Sie können doch nicht erwarten, um 17 Uhr noch ein Frühstück serviert zu bekommen!

+++ Seltsame Lautäußerungen +++

[16:59 Uhr] Immer mehr Menschen verlieren offenbar ihre Sprachfähigkeit im Angesicht der Apokalypse: Bei einem spontanen Test konnte nachgewiesen werden, dass keiner der Probanden den Text des Songs "It's the End of the World as We Know It (and I Feel Fine)" der Band R.E.M. korrekt vorsingen kann. Nach den ersten Worten ("That's great, it starts with an earthquake") verfallen alle in einen unverständlichen Singsang - als seien sie nicht mehr in der Lage, ordentlich zu artikulieren.

+++ Muss Dresdner Untergangsfeier ausfallen? +++

[16:54 Uhr] Wie die dpa meldet, wollte Dresden den Tag X "mit einem besonderen Finale ausklingen lassen". In der Sächsischen Landesbibliothek, wo die wertvolle Maya-Handschrift lagert, sollten um Mitternacht auch Klänge des indigenen Volkes zu hören sein. Zunächst wollten die Dresdner Sinfoniker mit dem Mexikaner José Areán am Pult bei ihrem "Konzert zum Ende der Zeit" Werke von Komponisten aus Lateinamerika spielen. Als Höhepunkt sollte eine Uraufführung samt Live-Schaltung nach Mexiko folgen. Aber wenn der Weltuntergang jetzt doch nicht kommt, fällt dann die schöne Veranstaltung aus? Wir drücken die Daumen, dass es doch noch klappt.

+++ Außerkörperliche Visionen +++

[16:35 Uhr] SPIEGEL-ONLINE-Apokalyptiker Kuzmany ereilen beim Blick aus dem Fenster zunehmend außerkörperliche Visionen: Er wähnt sich weit weg, in einem warmen Land, möglicherweise an einem Strand, hört bereits das Meeresrauschen, ein kühles Getränk in der Hand... das Ende ist nahe. Jedenfalls dieses Arbeitsjahres.

+++ Entwarnung - Die Quadriga ist sauber +++

[16:26 Uhr] Das Risiko schien uns sehr gering, doch wie es sich für ein Qualitätsmedium gehört, sind wir unserer Kontrollfunktion nachgekommen - und dem Verdacht des Kollegen D.S. auf den Grund gegangen. Das Ergebnis: Nein, in der Quadriga hält sich kein Reiter der Apokalypse versteckt.

+++ Trakl der Lüge überführt +++

[16:17 Uhr] Also wir haben den "Untergang" bisher anders erlebt als der österreichische Lyriker Georg Trakl in seinem gleichnamigen Gedicht. Doch lesen Sie selbst.

Über den weißen Weiher
Sind die wilden Vögel fortgezogen.
Am Abend weht von unseren Sternen ein eisiger Wind.

Über unsere Gräber
Beugt sich die zerbrochene Stirne der Nacht.
Unter Eichen schaukeln wir auf einem silbernen Kahn.

Immer klingen die weißen Mauern der Stadt.
Unter Dornenbogen
O mein Bruder
klimmen wir blinde Zeiger gen
Mitternacht.

+++ Raumschiff verpasst Meteoritenhagel +++

[16:04 Uhr] Aufbauende Nachrichten aus dem All: Das bemannte russische Raumschiff "Sojus TMA-07M" konnte offenbar erfolgreich an der Internationalen Raumstation ISS ankoppeln und wurde nicht von einem Meteoritenhagel zerstört, den zwar kein Wissenschaftler hat kommen sehen, der aber trotzdem theoretisch auf die Erde zurauschen und sie auslöschen könnte. Wir gratulieren der aus Roman Romanenko, Thomas Marshburn und Christopher Hadfield bestehenden Besatzung für diese Leistung. Unsere Gedanken sind bei euch, Jungs.

+++ Feuerwehr ist einsatzbereit! +++

[15:49 Uhr] Ellerbek kann aufatmen! Die Einwohner der kleinen Gemeinde in Schleswig-Holstein können sich mit ziemlicher Sicherheit weiterhin auf ihre Feuerwehr verlassen, sie scheint erreichbar zu sein, ihre Website lässt sich jedenfalls aufrufen. Und sollte es zum Ernstfall kommen, zum Beispiel einem Brand infolge eines Meteoriteneinschlags, können die Feuerwehrkräfte auf gar nicht mal wenig Erfahrung zurückgreifen - sowie auf die Unterstützung weiterer Verbände zählen. Am 2. April etwa löste eine brennende Sauna in einem Kellerraum einen Großalarm aus. Seinerzeit waren nicht nur die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Ellerbek im Einsatz, sondern auch die Kollegen aus Egenbüttel! Glückliches Ellerbek.

+++ Peinliche Maya-Posse um Dunkelheit +++

[15:36 Uhr] Verwirrung oder Panikmache? Eine führende deutsche Nachrichtenseite erschreckt ihre Leser mit völlig überzogenen Meldungen über eine angeblich hereinbrechende apokalyptische Finsternis - dabei handelt es sich dabei um die im Dezember völlig übliche, früh hereinbrechende Dämmerung. Der peinliche Patzer wurde zwar schnell korrigiert, bleibt aber dennoch unverzeihlich.

+++ Finsternis-Phänomen angeblich "normal" +++

[15:32 Uhr] Ausführliche Recherchen haben ergeben, dass das unangenehme Finsternis-Phänomen, das zur Stunde in immer mehr deutschen Städten beobachtet werden kann, eine laut Expertenansicht "normale" Folge der Jahreszeit ist. Die Bevölkerung wird gebeten, bei Bedarf Lampen und Scheinwerfer einzuschalten.

+++ Auch andere Städte melden Finsternis +++

[15:21 Uhr] Aus immer mehr Städten erreichen uns nun Schreckensmeldungen: In München soll das Tageslicht ebenfalls schwinden, ebenso in Köln, Frankfurt/Main, Frankfurt/Oder, Hamburg und Dresden. Moskau soll bereits in vollkommener Dunkelheit liegen, ebenso Peking. Zum Glück geht die Beleuchtung. Noch.

+++ Droht jetzt der Kollaps? +++

[15:11 Uhr] Über Berlin verdunkelt sich der Himmel verdächtig, grau-schwarze Wolken hängen über der deutschen Hauptstadt, Menschen irren ziellos über den Pariser Platz am Brandenburger Tor. Das kann nicht normal sein: Kurz nach drei Uhr und es wird schon dunkel? Also bitte.

+++ Weltuntergang aktuell +++

[15:00 Uhr] Zeit für unseren Nachrichtenüberblick zur vollen Stunde. Falls Sie sich erst jetzt zugeschaltet haben sollten: Die Welt ist noch da. Jedenfalls, soweit wir das von hier aus beurteilen können. Moment, wir schauen nochmal nach... Ja. Noch da. Sollten wir schlecht recherchiert haben und die Welt bei Ihnen bereits untergegangen sein, könnte das an Ihrer zu schnellen Internetverbindung liegen.

+++ Weiterer Wortwitz eingetroffen +++

[14:56 Uhr] Leser Tim Spaude berichtet von einem "Endzeit-Koala", der "am liebsten Apokalyptus frisst". Er habe sich diesen Witz höchstpersönlich ausgedacht und sei nun sehr zufrieden mit sich. Wir gratulieren herzlich.

+++ Rat und Lebenshilfe +++

[14:50 Uhr] Unseren Leser Erik Z. beschäftigt folgende Frage, deren Antwort wir Ihnen nicht vorenthalten wollen: "Denken Sie, dass sich die Anlage von Kapital als Tagesgeld vor dem Hintergrund des jüngsten Gerichts noch lohnt?" SPIEGEL ONLINE-Finanzguru Kuzmany antwortet: "Jetzt besser nur noch in Halbtagsgeld investieren."

+++ Das zynische Geschäft mit der Angst +++

[14:36 Uhr] Soeben erreicht uns ein schäbiges Angebot per Mail, mit dem ein skrupelloser Abzocker offenbar die Ängste der Menschen in bare Münze umsetzen will: Der Mann offeriert Weltuntergangsversicherungen. Durch Zahlung von fünf Prozent der zu versichernden Summe sei der Versicherungsnehmer gegen Schäden durch den Weltuntergang abgesichert. Die Versicherungssumme: frei wählbar. Die volle Versicherungssumme soll 24 Stunden nach Eintritt des Schadensfalls fällig werden. Stiftung Warentest, bitte übernehmen Sie!

+++ Mit Nikotin gegen die Nervosität +++

[14:28 Uhr] Um die Anspannung auszuhalten, rauchen Kuzmany und Dörting ungefähr alle eineinhalb Stunden eine Zigarette, was sie aber sonst auch tun, es sei denn, sie sind erkältet.

+++ Russland holt sich Hilfe aus Hollywood +++

[14:16 Uhr] Kollege Benjamin Bidder liefert Nachrichten zur Lage aus Moskau: In Ermangelung dramatischer Livebilder vom Weltuntergang sendet das russische Staatsfernsehen den Weltuntergangsblockbuster "Knowing" mit Nicolas Cage.

+++ Endlich. Der Papst ergreift das Wort +++

[13:59 Uhr] An so einem Tag kann er nicht schweigen. Papst Benedikt XVI. empfing an diesem Schicksalstag die Kurie im Vatikan. Der Pontifex kritisierte eine Verwässerung des klassischen Familienbildes. Er warnte vor einem "Angriff auf die wahre Gestalt der Familie aus Vater, Mutter, Kind". Über ein etwaiges Ende der Welt schwieg er sich jedoch aus. Kirchenexperten deuten dies als Anzeichen dafür, dass das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche der Ansicht ist, die Menschheit werde diesen Freitag wohl überleben.

+++ Alemannia Aachen und die Apokalypse +++

[13:51 Uhr] Jetzt nimmt der Untergang doch wieder Fahrt auf. Unser Leser Andreas Janssen weist uns auf folgende paranormale Beobachtung hin: "In Aachen mehren sich die Anzeichen für den Untergang: Die Alemannia hat heute noch kein einziges Spiel verloren!"

+++ Menschen entdecken ungewöhnliche Fähigkeiten +++

[13:42 Uhr] Möglicherweise ist doch etwas dran an der Weltuntergangssache. Wie vorhergesagt entdecken jetzt immer mehr Menschen außergewöhnliche Kräfte an sich selbst, konkret: Kollege B. hält sich auf Nachfrage für "schlank". Hier geschehen seltsame Dinge!

+++ Unverantwortliche Prognosen +++

[13:30 Uhr] Wetterdienste vermelden, Weihnachten würde in Deutschland in diesem Jahr vielerorts nass und regnerisch ausfallen. Wir verwahren uns ausdrücklich gegen solche unbegründete Panikmache! Woher wollen die wissen, ob es am Montag überhaupt noch so etwas wie "Wetter", "Deutschland" und "vielerorts" gibt?

+++ Weltlage beruhigend stabil +++

[13:14 Uhr] Hier treffen weiterhin beruhigende Meldungen über den normalen Gang der Dinge ein. SPIEGEL-ONLINE-Bildredakteur Jens Ressing berichtet: "Habe mit meiner Mutter telefoniert und sie fragte mich wie jedes Jahr, wann ich denn dieses Jahr nach Hause komme und sagte, dass der Tannenbaum nicht erst am Heilignachmittag von mir geschmückt werden soll. Die Welt geht definitiv nicht unter bei einer derartigen irdischen Konstante!" Leser Stefan S. schreibt unter dem Betreff "Sehr seriös": "Spiegel Online sollte Astro TV übernehemen, da würden sich die Richtigen treffen. Dass die SPIEGEL ONLINE GmbH sowas wie Sie einstellt ist wirklich peinlich." Auch diese Zuschrift ist ein deutliches Zeichen für allgemeine Stabilität - beunruhigend wäre allein das Ausbleiben entsprechender Zuschriften.

+++ Korrektur: Maya nicht ausgestorben +++

[13:07 Uhr] Wie die Nachrichtenagentur dpa meldet, versammelten sich in Ek Balam, wo die Maya-Pyramide der Unterwelt steht, heute rund 2000 Maya-Geistliche, um gemeinsam den Sonnenaufgang zu erleben. Womit nebenbei belegt ist, dass die Maya entgegen unserer vorherigen Aussage definitiv nicht ausgestorben sind. Wir danken auch allen Leserinnen und Lesern für entsprechende Hinweise und bitten um Verzeihung für diesen Fehler.

+++ Hinweis: Maja-Kalender bekannt +++

[12:58 Uhr] Liebe Leserinnen und Leser, bitte verzichten Sie ab JETZT auf Hinweise auf den "Maja-Kalender 2013", den mit der lustigen Zeichentrick-Biene Maja vorne drauf. Auch wir haben einen Facebook-Account und mindestens 25 dortige Bekanntschaften, die ihn auch "entdeckt" haben. Über den Hinweis des Lesers R. Jerike auf seine Henkersmahlzeit "Pommes mit Mayannaise" mussten wir allerdings doch lachen, wir schlichten Gemüter, wir.

+++ Ein zweites Leben - für alle Fälle +++

[12:51 Uhr] Nie war die schon etwas angejahrte Lebenssimulation Second Life so wertvoll wie am Tag, an dem die Welt endet - Kollege Christian S., Autor eines entsprechenden Fachbuches, soll dabei beobachtet worden sein, wie er hektisch an seinem sehr alten Second-Life-Account herumfingert.

+++ Jetzt gesichert: Alles beim Alten +++

[12:42 Uhr] Ein unfehlbarer Indikator für die Stabilität unseres Raum-Zeit-Gefüges ist das Verhalten von Berliner Busfahrern. Sollten diese ihre Manieren auffällig ändern, wäre das ein deutliches Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmen kann. Gerade allerdings wurde SPIEGEL ONLINE-Weltuntergangsexperte Kuzmany von einem Berliner Busfahrer in gewohnter Manier heftig angeraunzt, weil er das Kleingeld für die Fahrkarte nicht zackig genug parat hatte. Dieses Experiment beweist: Die Welt bleibt so, wie sie ist.

+++ Zwischenstand +++

[12:33 Uhr] Erde 0 - Ende 0

+++ Ich bin gerettet! +++

[12:26 Uhr] Liebe Leser, gute Nachrichten! Es gab ja Berechnungen, nach denen sich der Untergang der Welt um 12:11 Uhr MEZ ereignen sollte. Man ist da ja eher vorsichtig, wenn's um Fragen der Apokalypse geht, weil die Erfahrungswerte fehlen, da will man ja nicht vorschnell sein. Aber eine Viertelstunde nach dem angesetzten Termin wollte ich dann doch darauf hinweisen: Offenbar bin ich fein raus!

+++ Eil!!! Das Ursache entdeckt? +++

[12:16 Uhr] Eine Gruppe katholischer Theologen aus dem Umfeld der Piusbruderschaft sind mit der kontroversen These an die Weltöffentlichkeit getreten, dass die deutsche Familienministerin Kristina Schröder (CDU) mit der Geschlechtsneutralisierung Gottes unser aller Ende besiegelt habe. Die Aussage der CDU-Politikerin, dass es doch egal sei, ob man "der Gott" oder "das Gott" sagt, habe "das Untergangsfass des Herrn zum Überlaufen gebracht", resümierten die Kleriker.

+++ Australien erstaunlich entspannt +++

[11:58 Uhr] Frau Barbara Schwalm schreibt uns vom Fünften Kontinent: "Hier in Australien ist der Tag fast vorbei, und alles ging gut. Ich gehe jetzt schlafen. Danke, dass ihr auf uns aufpasst." Bitte sehr, Frau Schwalm - es ist uns eine Freude, wirklich. Wer wollte nicht seine letzten Stunden im Dienste der Menschheit vollbringen?

+++ Nutzloser Schutzbunker +++

[11:49 Uhr] Der von ebenso besorgten wie engagierten Hamburger Bürgern durch Spenden finanzierte Schutzbunker (im Volksmund: Elbphilharmonie), in dem sich die Elite der Hansestadt vor dem Weltuntergang verschanzen wollte, ist noch immer nicht fertiggestellt worden, obwohl der allerletzte Tag ja schon recht weit fortgeschritten ist. Der Senat lässt trotzdem weiterbauen.

+++ Untergangsstimmung auf dem Tiefpunkt +++

[11:38 Uhr] In der Kaffeeküche der SPIEGEL-ONLINE-Redaktion tauschen sich fast schon aufreizend gelassen wirkende Kollegen über ihre Pläne für die bevorstehenden freien Tage aus ("Arbeiten", "Von der Arbeit erholen"). Von Apokalypse keine Spur hier, nur in der Nähe der Spüle riecht's etwas verdächtig.

+++ Ein Schwabe kauft sich das Ende +++

[11:28 Uhr] Bisher unbestätigtes Branchengeflüster aus Hollywood besagt, dass Regisseur Roland Emmerich, ein ausgewiesener Katastrophen-Experte, die Rechte an einer biblisch inspirierten Verfilmung der heutigen Erd-Bestattung erworben haben soll. Für die Darstellung der vier apokalyptischen Reiter ist unter anderem offenbar die Reiterstaffel der Stuttgarter Polizei im Gespräch.

+++ Die Schwaben sparen sich das Ende +++

[11:15 Uhr] Wie Leser Martin Bassus zu berichten weiß, ist Stuttgart offenbar gerettet, der Weltuntergang dort wohl verschoben. Der Grund: Er kostet zwei Milliarden Euro mehr, als anfangs kalkuliert. Nun sollen die Bürger entscheiden, ob's weitergeht.

+++ Weltuntergang: Wachwechsel +++

[11:05 Uhr] Weltuntergangsbeobachter Kuzmany ordnet letzte Dinge, der Kollege Dörting übernimmt die Wacht über den Planeten. Möge er gut auf ihn aufpassen. (Hier kann maximal immer nur eine Person eintippen - d. Red.)

+++ Untergang offenbar noch unterwegs +++

[11:00 Uhr] Hier kommt die aktuelle Zusammenfassung des globalen Weltuntergangs für absolute Spätaufsteher (Sie sollten sich schämen, den letzten Tag zu verschlafen!). Erde: da. Menschheit: macht weiter. Maya: haben keinen Kalender mehr. Brauchen allerdings auch keinen mehr (längst ausgestorben).

+++ Schildkröte umgefallen +++

[10:51 Uhr] Wissen Schildkröten mehr über den Niedergang der Welt, als uns bisher bewusst war? Unser Leser Konrad Welzel schreibt: "Eine meiner beiden Schildkröten (Speedy) wollte gerade einen Stein im Terrarium hochklettern, kam aus unerklärlichen Gründen ins Wanken und fiel auf den Rücken. Die Welt steht Kopf! Sekundenlang zappelte Speedy mit den Beinchen herum, bis ich ihn wieder umgedreht habe." Nun können wir natürlich nicht verifizieren, ob dieses Verhalten mit dem Weltuntergang in Zusammenhang steht, bis wir wissen, was die andere Schildkröte während des Zwischenfalls getan hat. Und welchen Namen sie hat. Gonzales etwa?

+++ Das beunruhigende Schweigen der deutschen Politik +++

[10:36 Uhr] Zur Stunde noch keine Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum bevorstehenden Weltuntergang. Nun gut, möchte man sagen, die Frau hat viel zu tun. Aber warum schweigt Bundespräsident Joachim Gauck? Der redet doch sonst so gerne und bei jeder Gelegenheit! Wo bleibt seine Rede zum Thema "Die Apokalypse der Freiheit, die Freiheit der Apokalypse (mit den schönsten Anekdoten aus der Wendezeit)"? Da stimmt doch etwas nicht.

+++ Frankreich: Weltuntergang offiziell abgesagt +++

[10:34 Uhr] SPIEGEL-Kollege Mathieu von Rohr hat beruhigende Nachrichten aus unserem Nachbarland. François Hollande ließ die Hörer von Europe1 per Interview wissen: "Der Weltuntergang findet nicht statt." Das glauben wir allerdings erst, wenn sich auch die Kanzlerin äußert.

+++ Gießen gerettet +++

[10:32 Uhr] Leser Marcel Werner gibt Entwarnung: "Der Speiseplan der JLU Gießen ist wieder verfügbar, anscheinend handelte es sich doch nur um eine kurzfristige, elektronische Störung. Allerdings könnte diese Störung natürlich auch von feindlichen Kräften verursacht worden sein, um uns zu verwirren..." Lieber Herr Werner, Sie glauben aber auch jeden Quatsch! Und jetzt stören Sie bitte nicht mehr, wir müssen uns hier der Apokalypse widmen.

+++ Die Sache mit dem Abfluss +++

[10:26 Uhr] Zahlreiche Leserinnen und Leser berichten, das Wasser im Waschbecken sei heute morgen links- beziehungsweise rechtsdrehend abgeflossen. Allerdings scheint sich kein Mensch daran zu erinnern, wie es gestern war. Wir können in jedem Fall Entwarnung geben: Solange das Wasser überhaupt noch drehend abfließt, dreht sich auch die Erde noch. Sollte es nicht abfließen, prüfen Sie bitte zunächst den Abfluss auf durch Fussel ausgelöste Verstopfungen, bevor Sie Panik verbreiten. Vielen Dank.

+++ Rat und Lebenshilfe +++

[10:24 Uhr] Unser Leser Frank Blumhofer hat eine drängende Frage, die so viele Menschen betrifft, dass wir sie hier öffentlich beantworten wollen: "Darf ich heute schon die restlichen Türchen meines Adventskalenders öffnen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben?" SPIEGEL ONLINE-Ethikexperte Kuzmany antwortet: "Nein."

+++ Kein Futter in Gießen +++

[10:18 Uhr] Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Unser Leser Marcel Werner berichtet, die Website des Studentenwerks Gießen mit den aktuellen Speiseplänen für heute sei nicht aufrufbar. Werner schließt messerscharf: " Das kann nur bedeuten, dass es heute mittag keine Mahlzeiten mehr geben wird, der Weltuntergang steht also unmittelbar bevor." Jedenfalls in Gießen.

+++ Rätselhafter Geisteranruf +++

[10:14 Uhr] Eine Kollegin aus Hamburg versucht, einen Kollegen aus Berlin anzurufen. Es meldet sich eine verwirrte Frau Beck, die mit dem Namen des Kollegen nichts anfangen kann. Die Kollegin in Hamburg legt irritiert wieder auf. Später berichtet der unerreichte Kollege, er habe an seinem Telefon zur gleichen Zeit Sonderbares bemerkt: Ein kurzes Klingeln, dann verabschiedete sich das Display. Zurück bleibt ein ungutes Gefühl.

+++ Apokalypse aktuell +++

[10:00 Uhr] Na, spät aufgestanden am letzten Tag der Menschheit? Keine schlechte Idee! Sollten Sie sich also jetzt erst zugeschaltet haben, hier der aktuelle Stand: Erde noch vorhanden und sich unablässig drehend. Katastrophen, Kriege und Seuchen in alltäglichen Ausmaßen zu beobachten. Maya-Kalenderende bisher enttäuschend.

+++ Kein Wunder +++

[9:56 Uhr] Zwei Nachrichten, die uns zu denken geben sollten: Einerseits war gestern Abend die Nonnen-Bürgermeister-Serie "Um Himmels Willen" die beliebteste Sendung im deutschen Fernsehen. Und andererseits startet der deutsche Aktienhandel heute mit leichten Verlusten. Denken Sie mal darüber nach. Das können keine Zufälle sein.

+++ Unglaubliche Ereignisse überschlagen sich +++

[9:47 Uhr] Vom Balkon einer Wohnung in Berlin-Kreuzberg wurde gerade ein Radfahrer beobachtet, der mit Licht vorbeifuhr. Mit funktionierendem, eingeschaltetem Licht. In Kreuzberg! So etwas hat es hier noch nie gegeben. Jetzt ist alles klar: Da ist etwas im Busch. Oder es handelt sich um eine Sinnestäuschung.

+++ Schwankende Werte bei Gravitationsmessung +++

[9:38 Uhr] Gerade erreicht uns eine Meldung aus der Wunderwelt der Wissenschaft: "Soeben wurde von Studenten der Leibniz-Universität eine relativ genaue Messung der Gravitationskonstanten mittels eines Gravitationspendels durchgeführt. Das Pendel bestand aus Kosten- und Zeitgründen aus dem Band eines Pullovers und einem Kugelschreiber. Die Ergebnisse sind selbst bei mehrfacher Wiederholung beunruhigend. Die Werte sind allerdings stark schwankend."

+++ "Untergang"-Darsteller Ganz wohlauf +++

[9:36 Uhr] - Gerüchte aus der Schweiz, der einschlägig vorbelastete Schauspieler Bruno Ganz habe in den vergangenen Tagen äußerst depressiv gewirkt und sei seit dem Morgen unauffindbar, erweisen sich als falsch.

+++ Reue am letzten Tag +++

[9:30] Jetzt ist uns schlecht. Wir hätten den Joghurt nicht so runterschlingen sollen. Und überhaupt: Hätten wir nicht lieber schlank im Jenseits ankommen wollen? Letzter Vorsatz: Ab jetzt nur noch fettarme Ernährung - bis zum Ende der Welt.

+++ Mit dem Zweiten fährt man besser zur Hölle +++

[9:23 Uhr] Dunkle Zeichen! Im ZDF führt eine Art Muster-Schwiegersohn im schwarzen Anzug durch das Programm, der mit seinen servil dahingesäuselten Phrasen offenbar das nervöse Volk beruhigen soll. Weiß man mehr auf dem Lerchenberg, als man dem Zuschauer zum jetzigen Zeitpunkt zumuten will? Ach nein, es ist nur Ingo Nommsen.

+++ Lasst alle Vorsätze fahren +++

[9:20 Uhr] So ein Weltuntergang hat ja auch seine Vorteile. Zum Beispiel ist es jetzt absolut nicht mehr nötig, auf die Linie zu achten. Wir machen jetzt erstmal zweites Frühstück mit einem leckeren Rahmjoghurt ("Unser Cremigster"), Fettanteil: 10 Prozent. Hm, lecker, diese Apokalypse.

+++ Apokalypse auch Thema in anderen Medien +++

[9:11 Uhr] Das Ende der Welt wird jetzt auch von anderen Medien ins Visier genommen. Sollte also doch etwas dran sein? Die Kollegen vom "Bonner Generalanzeiger" melden: "Hier in Bonn soll es heute den ganzen Tag regnen - und der Rhein steigt und steigt..." Vielen Dank, liebe Kollegen! Haltet durch! Heute, und falls nötig, auch in den Tagen, die noch kommen.

+++ Das Weltuntergangsgeschehen im Überblick +++

[9:00 Uhr] Guten Tag! Sollten Sie tatsächlich trotz des drohenden Weltuntergangs heute zur Arbeit gegangen und sich gerade erst zugeschaltet haben, hier die Zusammenfassung des bisherigen Weltuntergangs. Europa: Noch da. Afrika: Ebenfalls. Nordamerika: Vorhanden. Südamerika: Aber Hola! Asien: Anwesend. Australien und Ozeanien: Ja. Antarktis: Kalt, aber existierend. Hilft also alles nichts: Auch heute können Sie Ihrem Chef leider nicht sagen, was Sie wirklich von ihm halten. Vielleicht ja dann später auf dem betrieblichen Untergangsfest, auch bekannt als Weihnachtsfeier.

+++ Angstschauer in Süd-China +++

[8:53 Uhr] Unser Leser Tobias Meyer, der sich nach eigenen Angaben zur Zeit in der südchinesischen Stadt Guanzhou aufhält, berichtet uns, er sei am Morgen mit einem "Angstschauer" aufgewacht, wolle jetzt aber trotzdem ganz normal weitermachen, schließt aber doch mit den etwas final klingenden Abschiedsworten: "Liebe Grüße an die Redaktion von Spiegel Online, ihr wart mir stets ein wichtiger Begleiter, habt ihr doch die schnellsten Nachrichten. Tobias aus Guanzhou". Äh, ja, vielen Dank, lieber Herr Meyer. Und alles Gute auch Ihnen.

+++ Das Kalender-Dilemma +++

[8:49 Uhr] Besorgnis in Berlin: Wie wir gerade feststellen mussten, enden sämtliche unserer Kalender am 31. Dezember 2012. Danach kommt nichts mehr.

+++ Auch Hamburg meldet Tageslicht +++

[8:44 Uhr] Vorerst Entwarnung auch aus Hamburg: Die dortigen Kollegen haben ebenfalls etwas gesichtet, das mit viel gutem Willen dem Phänomen Tageslicht zugeordnet werden könnte. Man hält das allerdings für eine vorübergehende Erscheinung.

+++ Erneuter infernalischer Krach +++

[8:35 Uhr] Draußen vor der Tür scheppert es gewaltig, es ist ein unerhörtes Inferno, dazu ein Kreischen und Fluchen, Menschen laufen panisch auf und ab oder haben bereits aufgegeben und kauern am Straßenrand. Sie ahnen es: Die Falschparker werden jetzt abgeschleppt. Ein ganz normaler Morgen.

+++ Berlin: Tageslicht gesichtet! +++

[8:26 Uhr] Trotz des drohenden Weltuntergangs scheint der Tag jetzt langsam auch in Berlin anzubrechen. Jedenfalls macht die graue Suppe da draußen, die sich gemeinhin Himmel nennt, gerade den Eindruck einer leichten Aufhellung. Möglicherweise wird es später sogar noch etwas heller. Bevor es ganz schnell wieder dunkel wird. Sehr dunkel. Das heißt dann zwar nicht Apokalypse, sondern nur Winter. Aber diese beiden sind sich in der deutschen Hauptstadt zum Verwechseln ähnlich.

+++ Weltuntergangs-Tipp: Konsumverzicht unsinnig! +++

[8:21 Uhr] Sollten auch Sie zu den Menschen gehören, die wegen des Weltuntergangs nichts mehr einkaufen wollen, hier ein Rat: Lassen Sie diesen Unsinn! Wann sollen Sie die ganze Kohle denn raushauen, wenn nicht heute? Das gilt im Übrigen auch für den Fall, dass unser Geld bei Fortbestand der Welt übermorgen nichts mehr wert sein sollte.

+++ Deutsche wollen nichts mehr einkaufen +++

[8:19 Uhr] Mehrere Nachrichtenagenturen berichten übereinstimmend von einer sogenannten schweren Eintrübung des sogenannten Konsumklimas in Deutschland: Die Konsumenten wollen nicht so richtig konsumieren und verzichten sogar auf den Kauf von teuren Weihnachtsgeschenken. Angeblich aus Sorge um die Eurokrise. Ha! Wir kennen den wahren Grund.

+++ Falschparker hoffen auf Ende der Welt +++

[8:08 Uhr] Draußen auf der Straße parken mehrere Autos in zweiter Reihe - offenbar in der optimistischen Hoffnung, die unweigerlich folgenden Strafzettel nicht mehr bezahlen zu müssen. Ist das jetzt schon das Ende? Andererseits: Das machen sie jeden verdammten Tag.

+++ Der Weltuntergang bisher +++

[8:00 Uhr] Guten Morgen! Sollten Sie sich gerade erst zugeschaltet haben, hier die Zusammenfassung des bisherigen Weltuntergangs. Was bisher geschah: Nichts. Wetterlage nach wie vor grau, kalt und angemessen ungemütlich. Erdumdrehungsgeschwindigkeit anscheindend stabil. Tiere schweigen nach wie vor, Menschen allerdings auch nicht verstummt. Sie haben insofern wenig verpasst. Kann ja noch werden.

+++ Schwere Besorgnis in Berlin: Handwerker pünktlich! +++

[7:51 Uhr] Wir müssen die erste absolute Anomalie des Tages, des Jahres, möglicherweise der Menschheitsgeschichte melden: Der angekündigte Gasthermen-Wartungsmann (siehe unten) hat gerade geklingelt und ist damit pünktlich. Er hat sogar einen Kollegen mitgebracht. Beide haben gar einen Kaffee abgelehnt, mit welchem der Autor einen pünktlichen Arbeitsbeginn noch verhindern wollte. Jetzt arbeiten sie. Das ist ein Zeichen, das muss ein Zeichen sein. Es ist haarsträubend.

+++ Die Beruhigungsstrategie der Nachrichtenagenturen +++

[7:42 Uhr] Offenbar einer Keine-Panik-Strategie folgend verbreiten die Nachrichtenagenturen nur absolut einschläfernde Meldungen, allen voran die dpa unter der Überschrift "Wurzelgemüse sind schnell zubereitet": "Gemeinsam ist fast allen Wurzelgemüsen ihre vergleichsweise einfache Zubereitung. 'Karotten, Pastinaken und Petersilienwurzeln lassen sich sehr leicht schälen', erläutert Gabriele Kaufmann vom Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn. Bei Sellerieknollen gestaltet sich das Schälen aufgrund ihrer ungleichmäßigen Oberfläche etwas schwieriger." Mag ja alles sein. Wir bleiben dennoch wachsam.

+++ Infernalischer Krach sorgt für kurze Verwirrung +++

[7:40 Uhr] Was rumpelt da draußen, was ist das für ein Geschrei, ein Gepoltere und Gefluche, dass einem Angst und Bange wird? Die apokalyptischen Reiter? Nein, doch nur die Müllabfuhr.

+++ Der Handwerker-Test +++

[7:35 Uhr] Bei SPON-Redakteur Kuzmany sollte heute zwischen 7.30 und 8 Uhr ein Handwerker auftauchen, um die jährliche Gasthermen-Wartung vorzunehmen. Kuzmany rechnet selbstverständlich nicht damit, dass der Mann im angegebenen Zeitraum klingeln wird. Wenn er das doch täte, wäre das ein höchst ungewöhnlicher und damit sehr besorgniserregender Vorgang. Klingelt er aber nicht zur verabredeten Zeit, sondern etwas später, wäre das wie immer: kein Weltuntergang.

+++ Apokalypse in der Union +++

[7:30 Uhr] Wenn das kein Zeichen des allgemeinen Niedergangs ist, dann wissen wir auch nicht: Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) wettert über die Überlegungen von Bundesministerin Kristina Schröder, man könne statt "Der liebe Gott" gender-politisch korrekter ja auch "das Gott" sagen. Das Haderthauer: "Dieser verkopfte Quatsch macht mich sprachlos."

+++ Rätselhafte Übereinstimmung entdeckt? +++

[7:25 Uhr] Na, was haben wir gedacht? Welche Worte haben sich in Ihrem Geist bei Betrachtung dieses Livetickers manifestiert, ganz ohne Ihr eigenes Zutun? Wie lauten die Vokabeln, die Ihnen vollkommen unwillkürlich in den Sinn kamen? War es etwa "So ein Unsinn"? Na sehen Sie. Es ist beängstigend.

+++ Gedankenübertragung jetzt! +++

[7:20 Uhr] Einer weiteren Vorhersage nach sollten wir jetzt alle in der Lage sein, per Gedankenkraft miteinander zu kommunizieren. Auch das wollen wir einem schnellen Versuch unterziehen. Wir denken jetzt mal etwas. Mal sehen, ob es bei Ihnen ankommt.

+++ Telekinese vorerst gescheitert +++

[7:15 Uhr] Wider Erwarten ist die Kaffeetasse unverrückbar auf dem Schreibtisch stehen geblieben, obwohl wir uns sehr angestrengt haben. Was ist das? Jetzt, Moment... Nein, doch nicht. Naja, wir haben ja noch etwas Zeit.

+++ Pure Gedankenkraft im Schnellcheck +++

[7:12 Uhr] Nach Vorhersagen von Weltuntergangsexperten sollten die Menschen am letzten Tag der Erde paranormale Fähigkeiten erhalten, also beispielsweise per Telekinese, mit anderen Worten: mit purer Gedankenkraft, Gegenstände verrücken können. Wir testen das jetzt mal.

+++ Straßenbeleuchtung intakt +++

[7:05 Uhr] Draußen ist es kalt, dunkel, grau, zugig und ungemütlich. Keine Sorge, das ist leider ganz normal. Die Straßenbeleuchtung brennt, Menschen machen sich auf den Weg zur Arbeit. Bisher noch keine besonderen Vorkommnisse. Wir bleiben dran.

+++ Mitternacht in Mittelamerika +++

[7:00 Uhr] Jetzt wird's ernst: Im ehemaligen Siedlungsgebiet der Maya beginnt gerade der 21. Dezember 2012 - der Tag, an dem, wie manche Menschen glauben, die Welt untergeht. Die Maya haben das übrigens nicht geglaubt, wie Sie hier noch mal nachlesen können. Noch scheint jedenfalls alles ruhig. Aber wer weiß, ob es so bleibt? Mal sehen.

Über die möglicherweise letzten Stunden der Menschheit berichten live aus Hamburg und Berlin Thorsten Dörting (tdo) und Stefan Kuzmany (kuz).

kuz, tdo

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Mythos Maya-Kalender
Irrglaube Weltuntergang
REUTERS/ INAH

Am 21. Dezember 2012 geht die Welt unter - jedenfalls wenn man vermeintlichen Experten oder besonders besorgten Mitmenschen glauben mag. Sie berufen sich auf den Kalender der Maya, hier stehe dies so drin. Stimmt aber nicht: In der Tat weist die Inschrifttafel eines Sarkophags in der alten Maya-Stadt Tortuguero auf ein Ereignis im Jahr 2012 hin. Und am 21. Dezember 2012 endet ein Zyklus im Kalender der Maya. Nur bedeutet das alles nicht, dass die Welt endet.
Der Kalender
Der Kalender der Maya hatte eine festgelegte Funktion. Er war ein Machtinstrument für Könige und Priester, berichten Wissenschaftler. Durch die Bücher wurde das Wort der Götter verkündet. Endete etwa ein Zeitabschnitt innerhalb des Kalenders, wurde gern der Bau neuer Tempel veranlasst, auch Aussaaten und Ernten wurden mit Hilfe des Kalenders vorhergesagt.
Maya-Zeit
Die Schöpfung war für die Maya ein bis heute andauernder, sich kontinuierlich entwickelnder Prozess aus Zerstörung und Neubeginn, berichten Maya-Forscher. Im Verständnis der Maya war der 11. August 3114 vor unserer Zeitrechnung der Tag eins der gegenwärtigen Welt. Doch davor hat es nach Vorstellung der Maya bereits unendlich viele Welten gegeben. Unterteilt haben sie die Zeit dabei in verschiedene Einheiten, die "Baktun" genannt werden. Ein Baktun währt 400 Jahre.
Das Ende ist nah
Am 21. Dezember 2012 endet laut des Kalenders ein Zyklus der Maya-Zeit, das 13. Baktun. Kein Weltuntergang also. Die Maya nahmen zwar an, dass es zu einer großen Flut kommen wird. Aber kein Maya hätte je mit dem Untergang der Welt gerechnet. Dieser Tag war eine Zäsur für sie - wie es für uns der Wechsel vom Jahr 1999 auf das Jahr 2000 bedeutete.
Nach dem Untergang
Zählte man auch heute noch mit dem Kalender der Mayas, man würde entweder wieder von vorn beginnen, also mit dem Zählen des ersten Baktun - oder man würde einfach mit dem 14. Baktun weitermachen, glauben Forscher.
Die Maya
Die Maya sind ein indigenes Volk in Mittelamerika, dessen Geschichte bis heute viele Rätsel aufgibt. Die Maya schufen eine der bedeutendsten Hochkulturen der Antike und bauten komplexe Tempelanlagen, sie besaßen den besagten hochentwickelten Kalender und waren Meister im Maisanbau. Heute gibt es rund sechs Millionen Maya, sie leben auf der Halbinsel Yucatán (Mexiko), in Belize, Guatemala, El Salvador und Honduras.
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