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MDR: CDU will es mehr sächseln lassen

Ottfried Fischer darf das bayerische Idiom pflegen - und die Sachsen sollen im Fernsehen Hochdeutsch sprechen? Ganz ungerecht, findet die Landes-CDU und fordert mehr Dialekt im Regionalsender MDR, auch im "Tatort". Doch Sächsisch ist den Deutschen besonders unsympathisch.

Die sächsische CDU fordert, zukünftig stärker als bisher die im MDR-"Sendegebiet beheimateten Dialekte" zu pflegen. "Sächsisch ist zwar nicht beliebt. Das liegt auch an Walter Ulbrichts Aussprache. Trotzdem hat der MDR die Aufgabe, die Identität der Zuschauer zu stärken", sagt Steffen Heitmann, CDU-Landtagsabgeordneter in Dresden, einst Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, dem SPIEGEL.

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30 Prozent der Deutschen empfinden den sächsischen Dialekt tatsächlich als "besonders unsympathisch". Das ergab Mitte Juni eine repräsentative Umfrage, die das Institut für deutsche Sprache zusammen mit dem Lehrstuhl Sozialpsycholgie der Mannheimer Universität in Auftrag gegeben hatte. Sehr beliebt war dagegen das Norddeutsche, das 24 Prozent der 2000 Befragten als besonders sympathisch einstuften, gefolgt von Bayerisch, Schwäbisch und Badisch.

Sachsens CDU sieht den Bayerischen Rundfunk als großes Vorbild in Sachen Dialektpflege. "Dort nuschelt Ottfried Fischer Bayerisch zur Hauptsendezeit. Im sächsischen 'Tatort' dürfen, wenn überhaupt, nur Nebenfiguren mit sächsischer Färbung sprechen. Das ist doch skandalös", findet Heitmann.

Beim MDR heißt es, die Prüfung der Frage, ob Sendungen mit sächsischer Sprachfärbung ausgestrahlt werden könnten, habe kurz vor dem Abschluss gestanden. Doch dann sei die Nachricht gekommen, dass Sächsisch der unsympathischste deutsche Dialekt sei. Man prüfe nun weiter.

jol

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