Medien "Süddeutsche" kehrt nicht zur alten Rechtschreibung zurück

Die "Süddeutsche Zeitung" sucht einen Rechtschreib-Kompromiss. Zwar hatte das Münchner Blatt nach dem Vorstoß von SPIEGEL und Springer Verlag im August signalisiert, ebenfalls zur alten Schreibweise zurückzukehren; die Mehrheit der "SZ"-Redakteure habe sich jedoch für eine modifizierte Form der neuen Rechtschreibung ausgesprochen.


"Süddeutsche Zeitung": "Wir sind für einen Konsens"
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"Süddeutsche Zeitung": "Wir sind für einen Konsens"

München - "Wir sind für einen Konsens", sagte Chefredakteur Hans-Werner Kilz dem Hamburger Magazin "Stern". Eine interne Umfrage der Münchner Zeitung hatte ergeben, dass sich rund zwei Drittel aller "SZ"-Redakteure für einen Kompromiss als "eine modifizierte Form der neuen Rechtschreibung aussprechen", wie der Sprecher des Süddeutschen Verlags, Sebastian Berger, am Mittwoch erklärte.

Nur jeweils eine kleine Minderheit habe sich entweder für die Rückkehr zur alten oder für die vollständige Beibehaltung der neuen Rechtschreibung ausgesprochen. Die "Süddeutsche Zeitung" werde nun zunächst die weitere öffentliche Diskussion abwarten. "Die Redaktion wird diesen Prozess beobachten und begleiten", sagte Berger.

Dabei wolle sich der Verlag auch für einen Konsens mit den Nachrichtenagenturen einsetzen. Angesichts der politischen Debatte sei jedoch nicht auszuschließen, dass bereits in der Kultusministerkonferenz ein vernünftiger Kompromiss gefunden werden könne, bei dem vor allem Sinn entstellende Getrenntschreibungen aufgegeben würden, andere Regeln wie die neue Doppel-s-Schreibung jedoch beibehalten blieben.

Der Sprecher fügte hinzu, die "Süddeutsche Zeitung" habe im Unterschied zu anderen Verlagen nie angekündigt, vollständig zur alten Schreibung zurückzukehren, sondern lediglich, "die neue Rechtschreibung in der bestehenden Form nicht beizubehalten".

Anfang August hatten sich DER SPIEGEL und der Axel Springer Verlag auf die Rückkehr zur alten Rechtschreibung geeinigt. Der Süddeutsche Verlag hatte damals zugestimmt und ebenfalls angekündigt, die Reform in den eigenen Publikationen zurückzunehmen. Beim Hamburger Verlag Gruner + Jahr hatte sich hingegen die Mehrheit der Chefredakteure der verschiedenen Magazine (u.a. "Stern", "Geo", "Brigitte") gegen eine Rückkehr zur klassischen Schreibweise ausgesprochen. Der Springer Verlag ("Bild", "Bild am Sonntag", "Hörzu") hat die Rücknahme am vergangenen Wochenende vollzogen.



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