Medienmagazin Hessischer Rundfunk straft "Zapp" nach kritischem Bericht ab

Der NDR hatte das Nachsehen: Sein Medienmagazin "Zapp" wollte dem Schleichwerbeskandal um den ehemaligen HR-Sportchef Jürgen Emig nachgehen. Nach SPIEGEL-Informationen stellten sich die hessischen Kollegen quer.


Nach kritischen Berichten des NDR-Medienmagazins "Zapp" über den Intendanten des Hessischen Rundfunks (HR), Helmut Reitze, hat der HR sich geweigert, der Redaktion seiner norddeutschen Kollegen Bildmaterial zur Verfügung zu stellen. Das sei "in Einzelfällen" geschehen, bestätigte der HR.

HR-Chef Reitze: Bilderverbot für die Kollegen

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Der Sender widersprach jedoch Informationen, es sei eine "grundsätzliche Sperre" verhängt worden.

"Es hat eine Auseinandersetzung mit 'Zapp' gegeben, weil die Redaktion einen internen E-Mail-Verkehr zwischen ihr und dem HR-Intendanten über die Gewährung eines Interviews veröffentlicht hatte."

Normalerweise stellen sich die ARD-Sender über einen kostenlosen Programmaustausch gegenseitig Bilder zur Verfügung. Der HR etwa profitiert so auch von NDR-Material.

Das Medienmagazin "Zapp" hatte für die Sendung vom 8. Oktober 2008 ein Interview mit Reitze über die HR-Schleichwerbeaffäre um den Ex-Sportchef Jürgen Emig führen wollen. Reitze hatte das abgelehnt und ein vorgefertigtes Videostatement an den NDR geschickt. "Zapp" hatte das in der Sendung dokumentiert.

Im NDR und auch unter ARD-Intendanten soll das Vorgehen des HR gegen das von Inka Schneider moderierte "Zapp" auf Missfallen gestoßen sein.

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