Medienpreis Saure Gurke für das "heute journal"

Die "Saure Gurke" für einen frauenfeindlichen journalistischen Beitrag geht in diesem Jahr nach Mainz: Die Medienfrauen verliehen den Preis an das "heute journal". In einem Beitrag sei versucht worden, Millionen Frauen Lust auf Hormone in den Wechseljahren zu machen.


Die "Saure Gurke": Abgeholt wurde der Preis vom "heute journal" nicht
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Die "Saure Gurke": Abgeholt wurde der Preis vom "heute journal" nicht

Hamburg - Die Frauen aus ARD und ZDF verliehen den Preis an die Ausgabe der ZDF-Nachrichtensendung vom 8. September 2003. In dem Beitrag von Karin Catal seien die Wechseljahre als schwere Krankheit dargestellt worden, sagte Redakteurin Brigitte Reimer vom Bayerischen Rundfunk zur Begründung der Preisverleihung: Schlaflose Frauen traktierten ihre Familien mit schlechter Laune, seien nicht arbeitsfähig, manchmal sogar lebensunfähig.

Obwohl Studien zur Hormonersatztherapie vor Risiken warnten, habe das "heute journal" männliche Experten zitiert, die es angeblich besser wussten. In der von Marietta Slomka moderierten Sendung seien Frauen falsch informiert worden, sagte Reimer.

Die "Tatort"-Krimis "Zartbitterschokolade" aus Berlin und "Wenn Frauen Austern essen" aus München gingen leer aus, auch wenn beide Produktionen nach Auffassung der zehnköpfigen Jury sexuelle Belästigung als perfide Waffe der Frauen im Geschlechterkampf darstellen.

Der Wanderpreis "Saure Gurke" wird seit 1980 jährlich auf dem Treffen der Medienfrauen von ARD und ZDF verliehen. Rund 300 Frauen kamen in diesem Jahr in Hamburg zusammen.



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