Medienschelte Ärzte fordern Berufsverbot für TV-Schönheitschirurgen

Einen guten Schnitt machen? Mit Schönheits-OPs kein Problem. Das dachten jedenfalls diverse Fernsehsender und planten entsprechende Formate. Nicht vorgesehen war allerdings die Reaktion der Ärzteschaft: Die ist mächtig wütend und fordert ein Berusfverbot für die TV-Doktoren.


MTV-Sendung "I want a famous face": Per OP zum Promi-Double
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Berlin - Die geplanten Schönheitsoperationen im deutschen Fernsehen findet die deutsche Ärzteschaft alles andere als attraktiv. "Allen Ärzten, die an dem geplanten OP-Showbusiness teilnehmen, sollte meiner Meinung nach umgehend die Approbation entzogen werden", erklärte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie, Albert K. Hofmann, heute dem Berliner "Tagesspiegel".

Ein Sprecher der Bundesärztekammer betonte, ein größeres Publikum bei ärztlichen Behandlungen sei in der Berufsordnung grundsätzlich nicht vorgesehen - auch nicht am Fernsehbildschirm. Nur in Ausnahmefällen werden Angehörige bei der Behandlung geduldet.

Eine sehr unschöne Entwicklung für mehrere Fernsehsender, die bereits Formate mit Schönheits-Operationen im Programm oder für die nächsten Wochen angekündigt haben. Bereits erfolgreich läuft die vom Musiksender MTV ausgestrahlte Doku-Soap "I Want A Famous Face", in der sich amerikanische Jugendliche durch Operationen in ihr Idol verwandeln lassen.

RTL plant für den Herbst eine Show mit dem Titel "Alles ist möglich", in der Menschen auf dem Weg zum OP-Tisch begleitet werden. Im Herbst soll auf Pro Sieben "The Swan" starten: Die Sendung präsentiert gleich 16 Frauen, die sich ans Messer liefern.



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