Umstrittener Künstler Jonathan Meese verteidigt Persiflage des Hitlergrußes

Was darf die Kunst? Auf jeden Fall Hitler thematisieren, findet Jonathan Meese. Man werde ihm für seine Inszenierung des Hitlergrußes noch dankbar sein, sagte der umstrittene Künstler dem SPIEGEL.


Hamburg - Der deutsche Künstler Jonathan Meese ist der Auffassung, man werde ihm für seine Persiflage des Hitlergrußes noch dankbar sein, denn er entkräfte diesen und deute ihn um. Viele sprächen schon vom Meesegruß, sagte er dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Im Jahr 2013 war Meese in Kassel der Prozess gemacht worden, weil er bei einer öffentlichen Veranstaltung des SPIEGEL kurz vor der Documenta in Kassel den Hitlergruß persifliert hatte, er wurde damals freigesprochen.

Noch immer beharrt er darauf, man müsse sich in der Kunst mit Hitler befassen, "das geht gar nicht anders". Harsche Worte findet Meese für den Kunstbetrieb und seine ehemalige Stammgalerie, von der er sich im vergangenen Jahr getrennt hat. "Ich wäre für die in den Krieg gezogen. Das haben die nicht verstanden. Geld war plötzlich das Thema Nummer eins, für ein bisschen Kohle haben die alles sausen lassen."

Aber die Kunst sei "stärker als alles andere", sagt Meese im Video-Interview. "Nichts anderes überlebt."

Auch auf die Leiterinnen der Bayreuther Wagner-Festspiele, die ihn für die Neuinszenierung des "Parsifal" engagierten und sich dann doch wieder von ihm trennten, ist er nach wie vor nicht gut zu sprechen. Die Verhältnisse dort seien schrecklich und erpresserisch. Er wolle sich an dem Vorgang nun künstlerisch abarbeiten. "Ich will das jetzt mal ein, zwei Jahre komplett so durchjagen als Thema."

(Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
Ernst Cornell 08.02.2015
1. Penetrante Zeiterscheinung
Menschen sind in allen Jahrhunderten auf Scharlatane herein gefallen. In Toastscheiben oder Weizenfeldern wurde schon mal das Gesicht Marias gesehen. Produzenten und Propagandisten der Kulturszene benutzen diese ungebildete Naivität der Betrachter für ihre Zwecke. Zwecke, die früher die Kirche instrumentalisiert hat. Auch die Kirche hat Ablass-Scheine, die ein Stück Himmel sein sollten, an die ungebildeten "Gutgläubigen" verkauft. Meese verkauft Produkte, die aussehen sollen wie Kunst. Und für den gut situierten Kleinbürger spielt der Künstlerdarsteller den Künstler. Fehlende Qualität und fehlender Inhalt werden durch Krawall kompensiert. So kommt man kommt in die Schlagzeilen und in den SPIEGEL. Dieser opportunistische Netzwerk-Künstler ist zu einer penetranten Zeiterscheinung geworden.
dw13 08.02.2015
2. Toller Künstler
Es scheint nicht gut um seine Kreativität zu stehen, wenn Meese 2015 noch immer von einem Hitlergruß zehren muss, den er mal 2012 gemacht hat. Sowas dämliches.
münchen1975 09.02.2015
3. Ein Hitlergruß ist auch nur eine Extremperformance
Zitat von dw13Es scheint nicht gut um seine Kreativität zu stehen, wenn Meese 2015 noch immer von einem Hitlergruß zehren muss, den er mal 2012 gemacht hat. Sowas dämliches.
Vielleicht scheint es eher umgekehrt nicht gut um die Kunstszene zu stehen, wenn man nur noch mit einem Hitlergruß Aufsehen erregen kann? Im Übrigen wurde doch vor wenigen Wochen noch im Brustton der Überzeugung bekräftigt, Satire dürfe "alles". Nun, dasselbe wird oft von der Kunst gesagt. Vielleicht bringen solche Aktionen die Leute ja mal dazu, darüber nachzudenken, was mit "alles" eigentlich gemeint sein könnte. Die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Kunst beginnen nun mal nicht erst dort, wo man Leute verteidigt, die andere beleidigt haben. Sondern bereits da, wo man selber genervt ist oder beleidigt wird.
metalslug 10.02.2015
4. Messe überschätzt
Herr Richter ist schuld daran. Meese kann nix dafür, er ist ein Opfer des Hypes, sein Output leidet darunter. Hirn das zu reflexiv zu durchblicken hat er nicht.
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