Am Ende steht die böse Zukunft. Die Städte sind in Reviere aufgeteilt, die von verschiedenen Gangs beherrscht werden. Hier die Weißen, dort die Schwarzen, da die Asiaten. Abgrenzung bestimmt das Leben. Auch das der Schüler, die sich im Gefüge der kriminellen Banden einordnen müssen oder draufgehen.
"Personal Paradise" nennt Melanie Schober sarkastisch ihre Manga-Serie, von der aktuell fünf Bände vorliegen. Ein Paradies ist es vor allem für die 1985 geborene Österreicherin selbst, die sich mit der Serie ihren Berufswunsch Mangaka erfüllt und seitdem unter anderem für die Zeitschrift "Mare" gezeichnet hat.
Trotz der sozialen Apokalypse steckt einiges an naiver Romantik in "Personal Paradise". Ursprünglich sollte die Serie im Mittelalter spielen. Dass daraus dann die Trostlosigkeit deutscher Großstädte, erst recht nach einem nicht näher rekapitulierten Dritten Weltkrieg steht, sorgt für einen reizvollen Kontrast. Weil Reste des Urkonzepts immer noch hier und da durchschimmern. Etwa wenn in den Dialogen auf Vampire und Ritter angespielt wird.
Dennoch ist die Serie in ihrer Ausführung weder mittelalterlich noch naiv. Voll ausgereifte, individuell ausgeprägte Figuren halten eine Handlung in Gang, die auf klischeehafte Lösungen verzichtet.
Grafisch ist die "Personal Paradise" sowieso über alle Zweifel erhaben. Das belegt auch Melanie Schobers Bild von den vier fetten Reitern der Apokalypse, das sie exklusiv für SPIEGEL-Online gezeichnet hat.
Webseite: melanie-schober.at
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