Mitmachen bei "Dropping Knowledge" "Welche Religion hat Gott?"

112 Prominente aus aller Welt beantworten heute in Berlin die 100 drängendsten Fragen der Menschheit. Zehn hat SPIEGEL ONLINE vorab ausgewählt: Helfen Sie den Sinnsuchern! Stehen Sie Rede und Antwort!

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Berlin - Der Bebelplatz in Berlin ist seit Tagen besetztes Terrain. Ein riesiger runder Tisch steht dort, große weiße Zelte sind aufgebaut. 112 Prominente und Denker aus aller Welt werden hier heute erwartet. "Eine Mischung aus Menschen, die man kennt und Unbekannten, die etwas zu sagen haben - aus allen Bereichen und aus vielen Gegenden der Welt", sagt Ralf Schmerberg vom Projekt "dropping knowledge". Am "Table of Free Voices", dem Tisch der freien Stimmen, sollen sie heute die hundert wichtigsten Fragen der Welt beantworten.

Runder Tisch auf dem Bebelplatz: "Was passiert, wenn jeder Chinese ein Auto will?"
DPA

Runder Tisch auf dem Bebelplatz: "Was passiert, wenn jeder Chinese ein Auto will?"

Ein Event, auf das die Macher des Projekts "dropping knowledge" seit Monaten hingearbeitet haben.Zehntausende Fragen haben sie gesammelt - über ihre Homepage und auf Reisen - und die ihrer Meinung nach bedeutendsten ausgewählt. Mit Fragen soll "der globale Dialog entfacht" werden, wie die Macher es nennen und "Apathie durchbrochen" werden. Ziel von "dropping knowledge" ist es, am Ende eine Wissensplattform im Internet aufzubauen, mit Hilfe derer sich Menschen in aller Welt über soziale Themen austauschen können.

Von neun Uhr vormittags an werden die Prominenten, die "dropping knowledge" nach Berlin geladen hat, simultan in die Kameras Antworten geben. Verlesen werden die Fragen von Schauspieler Willem Dafoe und der nigerianischen Menschenrechtsaktivistin Hafsat Abiola. Auf jeden der Teilnehmer ist ein Objektiv gerichtet. Für die Besucher vor Ort könnte das Ganze unübersichtlich und anstrengend werden - aber im Internet wird das Spektakel in einem Livestream übertragen - geordnet nach Antwortgeber und Frage.

Platz haben an dem großen runden Tisch unter anderem der ehemalige Botschafter Israels in Deutschland Avi Primor, der deutsche Physiker und Träger des Alternativen Nobelpreises Hans- Peter Dürr, die Menschenrechtlerin Monira Rahman aus Bangladesh und Regisseur Wim Wenders. Je nach Sitzplatz blicken sie in Richtung der juristischer Fakultät, des Fernsehturms Alex, des demontierten Palasts der Republik oder des Berliner Doms, zu ihren Füßen erinnert ein Mahnmal an die Bücherverbrennung durch die Nazis.

Eine historische Kulisse - vor der der Startschuss für eine bessere Welt abgegeben werden soll. Die Fragen, über die hier sinniert und gesprochen werden soll, kommen unter anderem: aus Bangladesh, aus Brasilien, aus Indien, aus Deutschland, den USA, Frankreich, Südafrika, Namibia.

Können Sie den Sinnsuchern helfen? SPIEGEL ONLINE hat zehn spannende Fragen ausgewählt, auf die Sie antworten können.

Hoch brisant: Fragen zu aktuellen weltpolitischen Konflikten:

"Warum gibt es noch keinen Frieden in Nahost?"

"Wer profitiert von Terrorismus?
Fragen zum Verhältnis von Recht und Gerechtigkeit, Gesetz und Moral:

"Wann ist es notwendig das Gesetz zu brechen?"

Fragen zur Verteilung der Ressourcen dieser Welt:

"Hängt unser Reichtum davon ab, dass die Menschen in der Dritten Welt arm sind?"

"Fördert wirtschaftliche Globalisierung Demokratie oder festigt sie Diktaturen?"

Fragen zu politischen Systemen und ihrer Legitimität:

"Gibt es etwas besseres als Demokratie?"

Fragen zu Spiritualität und Glaube. Wie die von Miraj Khaled aus Dakar:

"Welche Religion hat Gott?"

Fragen zum Verhältnis von Wachstum und Umweltbelastung: Andrew aus Frankfurt will wissen:

"Was passiert, wenn jeder Chinese ein Auto will?

Fragen zum Wertesystem einer Gesellschaft:
Die Italienerin Elana aus Rom möchte eine Antwort auf die Frage: "Was die drei wichtigsten Werte sind, die man seinem Kind vermitteln sollte?"

Fragen zum technologischen Fortschritt:
Nicolas Flagey kommt aus Cachan in Frankreich und will eine Zukunftsvorhersage:
"Wird es irgendwann möglich sein, das menschliche Gehirn direkt mit einem Computer zu verbinden? Wenn ja, wann und wie?"


Man kann gespannt sein darauf, was so unterschiedliche Menschen wie Wim Wenders, Monira Rahman und Hans-Peter Dürr dazu sagen werden. "Dropping knowledge" zumindest glaubt: "Once you see it, you can't unsee it" - hat man ein Problem einmal erkannt, kann man es nicht mehr ignorieren.



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