Mühe-Prozess Gröllmann darf nicht IM genannt werden

Im Prozess um eine mutmaßliche Stasi-Tätigkeit seiner ehemaligen Ehefrau Jenny Gröllmann musste der Schauspieler Ulrich Mühe ("Das Leben der Anderen") eine Niederlage hinnehmen. Mühe darf nicht behaupten, dass Gröllmann als IM tätig war.


Berlin - Das Landgericht Berlin verbot dem 53-Jährigen heute die Behauptung, dass seine damalige Frau als Inoffizielle Mitarbeiterin (IM) für die DDR-Staatssicherheit gearbeitet habe. Das Gericht gab damit der Klage Gröllmanns statt. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass es zwar anhand der Stasi-Unterlagen "Verdachtsmomente" gebe. Es sei aber nicht zulässig, diese als Tatsache zu behaupten.

Schauspieler Mühe (in "Das Leben der Anderen"): Interview mit Folgen
BUENA VISTA

Schauspieler Mühe (in "Das Leben der Anderen"): Interview mit Folgen

In einer eidesstattlichen Erklärung vom April dieses Jahres hatte Gröllmann versichert, zu keiner Zeit wissentlich mit dem Ministerium für Staatssicherheit zusammengearbeitet und sich nie als IM verpflichtet zu haben. Vorausgegangen waren Vorwürfe Mühes in einem Interview, das im Buch zum Film "Das Leben der Anderen". Gröllmann soll bei der Stasi als IM "Jeanne" geführt worden sein, behauptete Mühe damals.

Unter Androhung einer Zahlung von 250.000 Euro hatte Gröllmann, die mit Mühe von 1984 bis 1990 verheiratet war, ein einstweiliges Redeverbot gegen Mühe erwirkt und derartige Buchpassagen verbieten lassen. Mühe hatte Widerspruch eingelegt.

bor/ddp



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