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"Westfälische Nachrichten" und "MZ": Münsters Regionalzeitungen wollen fusionieren

Redaktionssitz der "MZ" in Münster: Nicht mehr rentabel Zur Großansicht
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Redaktionssitz der "MZ" in Münster: Nicht mehr rentabel

Jahrzehntelang lieferten sich "Westfälische Nachrichten" und "Münstersche Zeitung" einen Konkurrenzkampf - nun sollen beide künftig zum selben Verlag gehören: Das Medienhaus Lensing will die unrentable "MZ" loswerden.

Dortmund/Münster - Das Zeitungssterben und die Fusion einst großer Regionalblätter in NRW nimmt kein Ende: Im Münsterland soll nun der Verlag hinter den "Westfälischen Nachrichten" (WN) die "Münstersche Zeitung" (MZ) übernehmen, wie beide Verlage bekannt gaben. Das Dortmunder Medienhaus Lensing mit den "Ruhr Nachrichten" als Flaggschiff will die "MZ" im Zuge einer Sanierungsfusion an die Unternehmensgruppe Aschendorff in Münster abgeben.

Der Aschendorff-Verlag wird damit Eigentümer der bedeutendsten Zeitungen in der Region: Beide Blätter waren jahrzehntelang erbitterte Konkurrenten, vor allem in der Großstadt Münster. Die "WN" hatten zuletzt eine Auflage von 115.800 Exemplaren, gemeinsam mit der "MZ" (19.500 Exemplare) würde Aschendorff damit künftig über ein Monopol verfügen. Dazu wäre es jedoch auch ohne die nun vereinbarte Übernahme gekommen - denn dann hätte der "MZ" die Insolvenz gedroht.

Die 75 Beschäftigten der "MZ" wurden am Freitag in einer Betriebsversammlung vom geplanten Wechsel unterrichtet. Sie sollen alle übernommen werden, wie die Mediengruppe Lensing erklärte. Lensing würde weiter den überregionalen Teil der "MZ" liefern und auch weiterhin die Zeitung mit ihren drei Lokalausgaben drucken. Zum finanziellen Teil der Übernahme wollten sich die Verlage nicht äußern. Der geplanten Sanierungsfusion muss noch das Bundeskartellamt zustimmen.

Vergangene Woche erst hatten das Medienhaus Lensing und die Essener Funke-Gruppe ("WAZ", "Hamburger Abendblatt") die Übernahme von sieben Lokalausgaben der "Westfälischen Rundschau" seitens Lensings zurückgezogen - das Kartellamt hatte keine unmittelbare Insolvenzgefahr für die Lokalredaktionen gesehen. Am Freitag kündigte Lensing zudem die Schließung zweier Lokalredaktionen der "Ruhr Nachrichten" aus wirtschaftlichen Gründen an.

Vor wenigen Jahren erst hatte der Lensing-Verlag im Zusammenhang mit der schwächelnden "MZ" für Aufsehen gesorgt, als er die komplette Lokalredaktion in Münster entließ und durch schlechter bezahlte Redakteure ersetzte.

mxw/dpa

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