Tageszeitungen in Münster Kartellamt erlaubt Monopol - ausnahmsweise

Es kommt zur Alleinstellung auf dem Markt - trotzdem erlaubt das Bundeskartellamt dem Verlag der "Westfälischen Nachrichten" den Kauf der "Münsterschen Zeitung". Grund: Eine Insolvenz des Konkurrenten hätte auch zum Monopol geführt.

Redaktionssitz der "MZ" in Münster: Der Konkurrent übernimmt
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Redaktionssitz der "MZ" in Münster: Der Konkurrent übernimmt


Dortmund/Münster - Das Bundeskartellamt hat die geplante Übernahme der "Münsterschen Zeitung" (MZ) durch das deutlich größere Konkurrenzblatt "Westfälische Nachrichten" (WN) genehmigt. Zwar erreiche der WN-Eigentümer, der Aschendorff Verlag aus Münster, mit dem Geschäft eine Alleinstellung in Münster oder komme ihr zumindest nahe, erklärten die Wettbewerbshüter am Montag. Dennoch sei die Übernahme ausnahmsweise freizugeben.

Andreas Mundt, der Präsident des Bundeskartellamts, sprach in einer Erklärung von einer "Sanierungsfusion", die zulässig sei, wenn einem Unternehmen sonst die Insolvenz bevorstehe, seine Marktposition ohnehin dem Konkurrenten zufallen würde und es keine anderen Kaufinteressenten gebe.

Die "Münstersche Zeitung" mit ihren drei Lokalausgaben Münster, Steinfurt und Greven und einer Auflage von 19.500 Exemplaren beschäftigt 75 Mitarbeiter, die nach einer Mitteilung der Verlage von Anfang August übernommen werden sollen. Die "Westfälischen Nachrichten" sind mit einer Auflage von zuletzt 115.800 Exemplaren Münsters größte Tageszeitung.

Eigentümer der "Münsterschen Zeitung" ist derzeit noch das Dortmunder Medienhaus Lensing mit den "Ruhr Nachrichten" als Flaggschiff. Zum Kaufpreis hatten beide Verlage keine Angaben gemacht. Beide Blätter waren jahrzehntelang erbitterte Konkurrenten, vor allem in der Großstadt Münster.

Vor wenigen Jahren erst hatte der Lensing-Verlag im Zusammenhang mit der schwächelnden "MZ" für Aufsehen gesorgt, als er die komplette Lokalredaktion in Münster entließund durch schlechter bezahlte Redakteure ersetzte.

Der Versuch Lensings, sieben Lokalausgaben der "Westfälischen Rundschau" von der Essener Funke-Gruppe zu übernehmen, war im Juli am Einspruch des Kartellamts gescheitert. Es hatte keine unmittelbare Insolvenzgefahr für die Lokalredaktionen gesehen.

feb/dpa

insgesamt 3 Beiträge
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rofldub 01.09.2014
1.
Wird keinen Unterschied machen. Beide Zeitungen sind so schwarz wie die Nacht.
pefete 01.09.2014
2. Schade
jetzt hat die Kirche das Monopol. Brauche also beides nicht mehr lesen!
dertt 02.09.2014
3. Haben die Internet in Münster?
Rund 135000 Papierzeitungen pro Tag, bedruckt mit den Nachrichten vom Vortag? Nur im Raum Münster? Haben die kein Internet in Münster? Bei 300 Ausgaben pro Jahr sind das 40 Mio veraltete Nachrichten in Papierform jedes Jahr. Ein halber Wald. Wann geht endlich die Politik gegen diese Umweltschweinerei vor? Die Grünen wollen doch sonst alles verbieten. Unfassbar.
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