Picassos im Wert von 100 Millionen Euro Ehepaar zu Bewährungsstrafe verurteilt

Die Werke waren angeblich Lohn für Handwerksarbeiten - jahrzehntelang hortete ein französisches Ehepaar daheim 271 Picasso-Bilder. Jetzt verurteilte ein Gericht die beiden wegen Hehlerei.

AP/ Succession Picasso

Grasse - Ein unentdeckter Kunstschatz, angeblich 40 Jahre lang in der Garage eines Ehepaars eingelagert - der Picasso-Fund, den Behörden 2010 in Frankreich bei einem früheren Elektriker und seiner Frau entdeckten, sorgte weltweit für Aufsehen. Jetzt hat ein Gericht in Südfrankreich Pierre Le Guennec und seine Frau zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Die Richter in Grasse entschieden laut einem Bericht der Regionalzeitung "Nice-Matin", Le Guennec und seine Frau, welche die zwischen 1900 und 1932 entstandenen Kunstwerke aufbewahrten, hätten sich der Hehlerei schuldig gemacht. Die Strafe fiel damit noch relativ milde aus. Die Staatsanwaltschaft hatte Bewährungsstrafen von jeweils fünf Jahren für die Angeklagten gefordert.

Das Ehepaar hatte stets seine Unschuld beteuert: Die Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen im Schätzwert von rund 100 Millionen Euro habe es von Picasso persönlich als Lohn für Handwerksarbeiten erhalten.

Ins Rollen kam die juristische Auseinandersetzung um den Sensationsfund, als Le Guennec 2010 die Echtheit der Werke - unter ihnen auch ein Aquarell aus Picassos blauer Schaffensphase und Porträts seiner ersten Frau Olga - von Picassos Sohn Claude beglaubigen lassen wollte. Die Anwälte der Familie Picasso stellten daraufhin Anzeige wegen Hehlerei.

Vor Gericht erhob der Anwalt der Familie den Vorwurf, der Rentner sei nur ein Strohmann für einen internationalen Kunstschieber-Ring - rätselhaft bleibt dann aber nach wie vor, warum das Rentnerpaar die Bilder nach fast 40 Jahren ausgerechnet der Familie Picasso zeigte.

Die Kunstwerke sollen nun Claude Ruiz-Picasso übergeben werden, der den Nachlass seines Vaters verwaltet.

eth/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.