Medien: Nachrichtenagentur dapd meldet Insolvenz an
Die dapd nachrichtenagentur GmbH ist zahlungsunfähig. Die erst seit September 2010 bestehende dapd-Gruppe beschäftigt etwa 500 Mitarbeiter, betroffen von der Insolvenz sind 299 von ihnen.
Berlin - Die dapd nachrichtenagentur GmbH und die dapd nachrichten GmbH sind zahlungsunfähig. Wie die Muttergesellschaft dapd media holding AG mitteilen ließ, habe das Amtsgericht Berlin Charlottenburg am Dienstag dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung zugestimmt.
Die Gesellschaften stellten den Antrag aufgrund von Zahlungsunfähigkeit, nachdem die Gesellschafter die weitere Finanzierung eingestellt hatten. Am 4. Oktober 2012 sollen dazu die dapd Korrespondenz und Recherche GmbH, die dapd International Service GmbH, die dapd Sport GmbH, die dfd Foto Service GmbH, die dapd video GmbH und die News and Medien Service Exklusiv GmbH ebenfalls Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden. Alle übrigen 18 Gesellschaften der Gruppe sowie die Holding, die dapd media holding AG, seien von der Insolvenz nicht berührt. Insgesamt beträfen die Anträge 299 der 515 Mitarbeiter der dapd-Gruppe.
September-Gehälter nicht ausgezahlt
Zum Geschäftsführer der insolventen Gesellschaften wurde der Insolvenzexperte Wolf von der Fecht berufen. Zuvor hatten die beiden bisherigen Geschäftsführer, Martin Vorderwülbecke und Cord Dreyer, die Geschäftsführung der betroffenen Gesellschaften niedergelegt. Zum vorläufigen Sachwalter wurde der Berliner Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma bestellt, der bereits die Insolvenz der Vorgängergesellschaft ddp im Jahr 2004 begleitet hat.
Wie es in der Firmenmitteilung hieß, wolle sich von der Fecht in den kommenden zwei Monaten "einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Lage der Gesellschaften verschaffen und prüfen, in welcher Form eine nachhaltige Fortführungsperspektive bestehen kann". Er habe Cord Dreyer gebeten, ihm dabei beratend als Chefredakteur zur Seite zu stehen.
Für den Zeitraum der vorläufigen Insolvenz bis Ende November sollen die Mitarbeiter der insolventen dapd-Gesellschaften statt ihres üblichen Gehalts Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit erhalten. Da die acht Gesellschaften bereits die September-Gehälter nicht mehr überweisen konnten, werde auch für diesen Monat Insolvenzgeld ausgezahlt.
Während des vorläufigen Insolvenzverfahrens will die dapd-Gruppe die Nachrichtenproduktion wie gewohnt fortsetzen: "Die Geschäfte der Agentur laufen unverändert weiter."
kuz
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- Dienstag, 02.10.2012 – 17:44 Uhr
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