Nachrichtenagenturen Insolvenzverwalterin verkündet das Aus von dapd

Die letzten Hoffnungen ruhten auf Ria Nowosti - doch die Verhandlungen mit der russischen Nachrichtenagentur sind offensichtlich gescheitert. Am Donnerstagnachmittag verkündete die Insolvenzverwalterin das Ende der 2010 gegründeten dapd.

Der Berliner Sitz der Nachrichtenagentur dapd: Die Suche nach einem Investor war vergeblich
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Der Berliner Sitz der Nachrichtenagentur dapd: Die Suche nach einem Investor war vergeblich


Hamburg - Das endgültige Aus kam am Donnerstag gegen 15.30 Uhr. Petra Hilgers, Insolvenzverwalterin, verkündete auf einer Mitarbeiterversammlung, dass die Verhandlungen mit möglichen Käufern der angeschlagenen Nachrichtenagentur dapd nicht zum Ziel geführt hätten. Der Berliner Rechtsanwältin zufolge gäbe es nun insolvenzrechtlich keine Alternative mehr - der Betrieb müsse eingestellt werden. "Die Belieferung der Kunden mit Nachrichten wird heute um 17.00 Uhr eingestellt. Die derzeit noch beschäftigten 175 festen Mitarbeiter erhalten für April 2013 Insolvenzgeld", heißt es in einer Mitteilung der Agentur.

"Es ist vorbei, over und aus", sagte ein Mitarbeiter SPIEGEL ONLINE. "Man hat uns mitgeteilt, dass sich Ria Nowosti nicht positioniert hat und die Verhandlungen abgebrochen wurden."

In der Mitteilung der dapd heißt es: "Nachdem zuvor bereits mehrere Verhandlungspartner abgesprungen waren, hat auch die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti als letzter aussichtsreicher Gesprächspartner am 9. April 2013 die Gespräche abgebrochen". Die Zustimmung der Gesellschafter habe nicht vorgelegen, und es sei kein Wagniskapital zur Verfügung gestellt worden, "um die derzeit entstehenden Verluste in der Agentur bei Weiterführung des Betriebs aufzufangen". Sollte kurzfristig doch noch eine Zusage kommen, "wird Frau Dr. Hilgers die Chance zur Sanierung nutzen". Jeder abgelaufene Tag minimiere jedoch die Sanierungsaussichten.

Die Nachrichtenagentur, die erst im September 2010 ihren Betrieb aufgenommen hatte, musste im Oktober 2012 für mehrere Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden. Eine vom früheren N24-Geschäftsführer Ulrich Ende gegründete Beteiligungsgesellschaft hatte Anfang Februar die Geschäfte bei der dapd übernommen und nur einen Monat später beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg wieder einen Insolvenzantrag gestellt.. Die Eigentümer Peter Löw und Martin Vorderwülbecke hatten der Agentur nach einem Expansionskurs überraschend die Finanzierung entzogen.

twi/dpa/afp



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