Berlin - Zufallsfund durch U-Bahn-Erweiterung: Bei archäologischen Grabungen in Berlin-Mitte sind elf Skulpturen entdeckt worden, die 1937 im Zuge der Vorbereitung für die Ausstellung "Entartete Kunst" in deutschen Museen beschlagnahmt worden waren. In der Ausstellung, die von 1937 bis 1941 als Wanderausstellung in Deutschland zu sehen war, wollte das nationalsozialistische Regime Künstler und ihre Werke als "undeutsch" und "zersetzend" diffamieren.
Bei den Fundstücken handelt es sich um Bronzen von Edwin Scharff, Otto Baum, Marg Moll, Gustav Heinrich Wolff, Naum Slutzky und Karl Knappe sowie Teile von Keramikarbeiten von Otto Freundlich und Emy Roeder. Das teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Montag in Berlin mit. Noch nicht identifiziert seien drei weitere Fundstücke. In einer Ausstellung "Der Berliner Skulpturenfund. 'Entartete Kunst' im Bombenschutt" im Griechischen Hof des Neuen Museums auf der Museumsinsel werden die Funde ab Dienstag (9. November) präsentiert.
Der Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte und Landesarchäologe des Landes Berlin, Matthias Wemhoff, nannte den Fund "einzigartig". Noch nie seien Kunstwerke mit diesem Hintergrund bei einer Ausgrabung gefunden worden. Der Fund betone eindrucksvoll die Bedeutung, die die archäologischen Untersuchungen vor Baumaßnahmen im Zentrum besitzen.
hpi/dapd/dpa
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