Nervsprech-Lexikon Na dann, Proust Mahlzeit!

Von dieser Aktion werden noch Generatoren sprechen: Den Nervsprech 2005 gibt es jetzt auch als Lexikon. Wir haben aus über 5000 Einsendungen die nervigsten Floskeln ausgewählt und in einer Enzyklopädie sprachlichen Grauens zusammengefasst. Die werden wir latürnich kontinuierlich aktualisieren. In diesem Sinne: Tschau mit Au!


Nur die Harten kommen in den Garten - oder ins SPIEGEL- ONLINE- Nervsprech- Lexikon. Zur leichteren Übersicht haben wir eine Typologie und eine Systematik erstellt. Denn gegen Wirrwarr sind wir algerisch.


Der Nervgrüßer oder: Abschieds- und Grußformeln
Manchmal ist schon die Begrüßung der Anfang vom Ende. Wer einmal mit "Hallöchen Popöchen" oder mit "Hier Hollywood, wer dort?" empfangen wurde, weiß, was wir meinen. Aber auch die Verabschiedung kann der Beginn einer lebenslangen Feindschaft sein: "Bis später, Attentäter", "Ciao Kakao" - das lässt man sich nicht zweimal sagen...


Der Drohling oder: Beschwerde- und Drohformeln
Noch so 'ne Aktion - Intensivstation! Vor was hat man mehr Angst: vor der angedrohten Gewalt oder vor dem Nervsprech, der bereits hinter der nächsten Gesprächsecke lauert. Hartgesottene nehmen mental die Fäuste hoch - und klicken hier...


Der Namensclown oder: Klamauk mit Hans und Franz
Stellen Sie sich das mal vor: Bei einem Abendessen treffen sich Brigitte, Peter, Sven und Lars. Brigitte: "Das war's, Lars!" - Lars: "Aber bitte, Brigitte!" - Brigitte (zu Sven): "Alles Roger in Kambodscha?" - Sven (ängstlich): "Ich geh dann mal." - Lars (zu Sven): "Bis denn, Sven." - Lars (zu Peter): "Brigitte hat Schluss gemacht." - Peter (zu Lars): "No way, Jose!" Dies könnte passieren - dies und noch viel Schlimmeres...


Der Antwortschalk oder: Rede- und Antwort-Kalauer
"Wie spät ist es?" - "Zeit, dass du dich besserst!". Wer sich fragt, womit er solche Antworten verdient hat, kann hier Munition sammeln für den nächsten Nervsprech-Angriff. Keine Frage: Wer's wissen will, kriegt eine Antwort - eine richtig fiese...


Der Merksprecher oder: Sinn- und Merksprüche
Ein Fall fürs Wort-Dezernat: Profunde Einsichten wie "So jung kommen wir nie wieder zusammen" oder Tiefsinn wie "Praktisch denken, Särge schenken" gehören bei Strafe verboten. Unser Tipp: Nerven Sie den nächsten, der Sie mit "Dienen kommt vor Verdienen" quält, mit einem der folgenden Beispiele...


Der Bilderbanause oder: Spaß-Metaphern
Warum eine Milch bestellen, wenn Kuhbusensaft so viel innovativer klingt. Und dazu einen Schlauchapfel (the obst formerly known as Banane) - wegen der Vitamine. Wem solche Spaß-Begriffe schmecken - bitte sehr...


Der Gruselgeograph oder: Topographische Komik
Nervsprech kennt keine Grenzen: Ob Kanada ("Aber pronto, Toronto!"), Türkei ("Alles cool in Istanbul") oder China ("So long, Hongkong!") - der verbale Terror ist überall zu Hause. Am besten, man verkrümelt sich an ein stilles Plätzchen - zum Beispiel Bankfurt am Main...


Der Nervdreher oder: Verdrehungen
Nervsprecher haben den Dreh raus - vor allem verbal. Legendär: das "gefickt eingeschädelte Projekt" und die Höflichkeitsformel "Schitte bön!". Verdrehen Sie deshalb in Zukunft nicht einfach nur die Augen, sondern auch unschuldige Vokabeln...


Zusammengestellt von Daniel Haas

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