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Neue Flaggen-Panne: "Tagesthemen" zeigen einen Stripe zu viel unter den Stars

Viele Zuschauer trauten ihren Augen nicht: Keine zwei Wochen nach der rot-schwarz-goldenen Deutschlandfahne ist den ARD-"Tagesthemen" wieder ein Flaggen-Fauxpas passiert. Vor einem Beitrag zur neuen Berliner US-Botschaft zeigten sie neben Tom Buhrow die Stars and Stripes mit einem Streifen zu viel.

Hamburg - Erst erwischte es das eigene Land - nun den größten westlichen Verbündeten. Die "Tagesthemen" der ARD haben nach der Einblendung einer rot-schwarz-goldenen Deutschlandfahne vor gut zwei Wochen erneut einen Flaggen-Fauxpas begangen. Die Stars and Stripes der USA hatten in der Donnerstagssendung plötzlich einen weißen Streifen zu viel.

Tom Buhrow moderierte kurz vor Ende der Sendung um 22.42 Uhr gerade einen Film über die neue US-Botschaft in Berlin an, die an diesem 4. Juli eröffnet werden soll, dem Nationalfeiertag der USA - da wurde hinter ihm die falsche Fahne eingeblendet.

Sie hatte unter dem blau-weißen Sternenfeld nicht je drei rote und weiße Streifen, sondern drei rote und vier weiße. Der zusätzliche Streifen saß am unteren Rand der Fahne, war etwas höher als die anderen, womöglich handelte es sich um ein Überbleibsel aus einem Grafikprogramm. Dies zu klären, war nicht möglich; in der Chefredaktion von "ARD aktuell" war nach der Sendung niemand telefonisch zu erreichen.

"Und Sie haben es gesehen" - von wegen

Tatsächlich wurde der Fehler allerdings offensichtlich bemerkt. Denn in dem Internet-Video der Sendung, das gegen Mitternacht auf tagesthemen.de und eine halbe Stunde später in der ARD-Mediathek angeboten wurde, fehlte die Passage.

Ohne Buhrows Moderation und den Beitrag über die neue Botschaft in Berlin wurde einfach von Rainer Schüttlers Wimbledon-Sieg im Nachrichtenblock auf Buhrows Wetteranmoderation am Ende der Sendung gezappt - kein besonders eleganter Trick. Denn der Moderator sagte den nun sinnlosen Überleitungssatz: "Und Sie haben es gesehen, über dem Himmel von Berlin schien die Sonne." Später in der Nacht wurde dann auch dieser Satz noch getilgt.

Die ungekürzte Version der "Tagesthemen" inklusive Flaggen-Panne war für findige Zuschauer in der Nacht allerdings durchaus noch mal zu sehen - in den Sendungswiederholungen unter anderem um 23.55 Uhr im MDR.

Die ARD hatte wegen der Panne mit einer rot-schwarz-goldenen Deutschlandfahne am Samstag vor zwei Wochen viel Häme einstecken müssen. In einem Bericht zum bevorstehenden EM-Halbfinale zwischen der Türkei und Deutschland war in einer Grafik ebenfalls hinter Buhrow die falsche Fahne zu sehen. "Oh nein!", schrieb tags darauf der zweite Chefredakteur von "ARD aktuell", Thomas Hinrichs, in einem Blogeintrag, der die peinliche Panne erklären sollte. So ein Fehler sei inakzeptabel. In der Redaktion sei man über die ernste Angelegenheit "sehr zerknirscht". Er begründete die Panne im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE mit einer Kombination "aus technischem und menschlichem Versagen".

Eine Woche darauf, beim EM-Finale zwischen Deutschland und Spanien, machte sich dann ein Fan einen Jux und hielt hinter dem ARD-Livereporter Dietmar Teige auf der Berliner Fanmeile plötzlich eine eigens angefertigte rot-schwarz-goldene Fahne in den Hintergrund. Der RBB teilte SPIEGEL ONLINE tags darauf mit, als man den Fan bemerkt habe, sei dieser gebeten worden, mit der Fahne nicht mehr durchs Bild zu laufen. Dieser Bitte sei der Mann gefolgt.

Die 13 roten und weißen Streifen in der Flagge der USA stehen übrigens für die 13 Gründungsstaaten der Union, die 50 weißen Sterne auf blauem Grund für je einen Bundesstaat. In diesem Sinne würde der zusätzliche weiße Streifen in der ARD einen neuen 14. Gründungsstaat bedeuten (mehr über die US-Flagge auf SPIEGEL WISSEN...).

plö

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ARD-Flaggen: Schon wieder ein Fauxpas


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