Neue Leitung Lutz Förster übernimmt Tanztheater Pina Bausch

Er ist ein Ensemble-Mitglied der ersten Stunde bei Pina Bausch: Der Tanzprofessor Lutz Förster wird Leiter der Wuppertaler Compagnie. Zwei enge Vertraute der legendären Choreografin stehen ihm zur Seite. Gemeinsam soll das Führungstrio das Konzept der Truppe erneuern.

Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

Wuppertal/Hamburg - Das Tanztheater Pina Bausch ist weltweit bekannt, zuletzt holte Regisseur Wim Wenders mit der für einen Oscar nominierten 3-D-Hommage "Pina" die Truppe auch auf die Kinoleinwand. Jetzt hat in Wuppertal ein neuer Leiter die Führung der Compagnie übernommen: der Tänzer und Professor für zeitgenössischen Tanz, Lutz Förster.

Förster, langjähriges Ensemble-Mitglied, solle die Compagnie vorerst bis Ende Juli 2015 leiten, teilte eine Sprecherin des Theaters am Mittwoch mit. Der 60-Jährige, zurzeit Professor an der Essener Folkwang-Uni, soll sich zunächst um das im Herbst geplante Festival zum 40-jährigen Bestehen des Tanztheaters kümmern. Parallel soll ein Konzept für eine grundlegende Neuausrichtung des von Pina Bausch gegründeten Hauses ausgearbeitet werden.

Förster sagte, bis 2015 werde es keine Neuinszenierung geben. Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung sicherte dem Tanztheater trotz der Schuldenkrise der Stadt weitere finanzielle Unterstützung in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr zu. Das Vermächtnis von Bausch und der Tanz in Wuppertal müssten erhalten bleiben.

Die legendäre Choreografin war im Juni 2009 an Krebs gestorben. Seitdem hatten ihre engen Vertrauten Robert Sturm und der Tänzer Dominique Mercy die Compagnie geleitet. Sie hätten nach kräftezehrender Arbeit um ihren Rücktritt gebeten, sagte Geschäftsführer Dirk Hesse am Mittwoch. Sie sollen Förster, der ein Tänzer der ersten Stunde bei Pina Bausch war, beratend zur Seite stehen. Das Tanztheater habe sich einstimmig für Förster als neuen Leiter ausgesprochen, sagte Hesse.

bos/dpa



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insgesamt 20 Beiträge
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Vox libertatis 17.04.2013
1. Ein Subventionstheater!
Es ist schier unglaublich: Die Stadt Wuppertal ist fast pleite; dennoch subventioniert sie dieses Theater jeden einzelnen Tag mit über 7.000 Euro.
sponner_hoch2 17.04.2013
2.
Ja, bestimmt das perfekte Rollenbeispiel für einen Wissenschaftler...
koboldine_2011 17.04.2013
3. optional
Ach herrjeh, was melden sich denn hier für Banausen zu Wort? Ich freue mich darüber. Lutz Förster ist eine gute Wahl.
barbierossa 17.04.2013
4. Wuppertal
Zitat von Vox libertatisEs ist schier unglaublich: Die Stadt Wuppertal ist fast pleite; dennoch subventioniert sie dieses Theater jeden einzelnen Tag mit über 7.000 Euro.
... hat nicht soooo viel zu bieten. Das Ensemble von Pina Bausch war und ist noch immer DAS Pfund, mit dem W'tal wuchern kann. Würde das Tanztheater unsere Stadt verlassen, wäre das eine kulturelle Katastrophe. Die 7000 Euro pro Tag sind gut angelegt, jede Aufführung des Tanztheaters bringt Besucher von außerhalb - und damit auch Einnahmen - in die Stadt.
garnichtkomisch 17.04.2013
5. Wie Pleite
Zitat von Vox libertatisEs ist schier unglaublich: Die Stadt Wuppertal ist fast pleite; dennoch subventioniert sie dieses Theater jeden einzelnen Tag mit über 7.000 Euro.
wird Wuppertal wohl erst sein, wenn es seinen letzten Rest kulturellen Lebens weggespart hat? Wenn es zur Provinz in der Peripherie der Rheinmetropolen verwahrlost ist? Wenn der Geist der Stadt nur noch von Menschen, wie den hier hüstelnden Kleingeistern geprägt wird?
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