Tierquälerei oder Kunst Guggenheim-Museum zieht Hunde-Video zurück

Hunde, die kampfbereit aufeinander zulaufen, sich aber nie erreichen, weil sie angekettet sind: Das war Teil einer Ausstellung des Guggenheim. Jetzt macht das New Yorker Museum einen Rückzieher.

"Theater of the World"
Huang Yong Ping/ Guggenheim Abu Dhabi

"Theater of the World"


Das Museum Guggenheim in New York hat einem Bericht der "New York Times" zufolge mehrere Ausstellungsstücke nach Kritik und Protest durch Tierschützer zurückgezogen. Über das vergangene Wochenende hatte es Demonstrationen vor dem Museum gegeben, zusätzlich wurde auch eine Onlinepetition von über 500.000 Leuten unterschrieben.

Drei Stücke der Ausstellung "Art and China After 1989: Theater of the World" involvierten Tiere, Dogs That Cannot Touch Each Other, Theater of the World und A Case Study of Transference.

Insbesondere das Kunstwerk Dogs That Cannot Touch Each Other sorgte für Aufsehen. Ein Video zeigte vier Paar Hunde, die aufeinander zulaufen und versuchen, sich gegenseitig zu berühren, es aber nicht schaffen, weil sie auf automatischen Laufbändern angekettet sind. A Case Study of Transference zeigt zwei Schweine, die vor Publikum miteinander Sex haben. Theater of the World involvierte hunderte Insekten und Reptilien unter einer Lampe.

In einer Mitteilung des Museums hieß es, die Werke seien "aus Sorge um die Sicherheit der Mitarbeiter, Besucher und Teilnehmer" entfernt worden. Weiter heißt es dort: "Obwohl diese Arbeiten in Museen in Asien, Europa und den USA ausgestellt wurden, stellt das Guggenheim enttäuscht fest, dass konkrete und wiederholte Gewaltandrohungen unsere Entscheidung notwendig gemacht haben."

       Szene aus        Dogs Cannot Touch Each Other        (Screenshot aus einem YouTube-Video von "Boycott Guggenheim")

Szene aus Dogs Cannot Touch Each Other (Screenshot aus einem YouTube-Video von "Boycott Guggenheim")

Zunächst hatte das Museum keine Anstalten gemacht, die Kunstwerke zu entfernen, auch nach anfänglicher Kritik, die sich vor allem an Dogs That Cannot Touch Each Other aufhängte. Der öffentliche Druck wurde jedoch immer größer, vor allem in den Sozialen Netzwerken. Auf YouTube stellte ein Account mit dem Namen "Boycott Guggenheim" eine Aufnahme der Installation ins Netz. Auch der Präsident der Tierschutzorganisation PETA äußerte sich am Montag zu der Sache, "nur kranke Leute" würden es genießen, ein Stück wie Dogs That Cannot Touch Each Other anzusehen. Und der amerikanische Dachverband der Rassehundezüchter sagte, "Hundekämpfe sollten auf keine Weise zur Schau gestellt werden, und schon gar nicht als Kunst."

Die "New York Times" erreichte Peng Yu, die Künstlerin hinter Dogs That Cannot Touch Each Other, per Telefon in Paris. Sie wies die Vorwürfe zurück, ihre Kunst würde Tiere quälen. "Ich möchte nicht mehr darüber reden", sagte sie mit Verweis auf einen Artikel über die Ausstellung, der ihrer Meinung nach die Kontroverse losgetreten hätte. Sie fügte hinzu, dass alle Hunde vor und nach der Performance von Tierärzten untersucht worden wären.

gia

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