"New York Times" Millionenverluste trotz Trump-Boom

Über keine Zeitung ärgert sich Donald Trump mehr als über die "New York Times" - das sichert der Traditionszeitung viel Aufmerksamkeit. Trotzdem machte das Blatt zuletzt Verluste.

Donald Trump 2016 zu Besuch bei Arthur Sulzberger Jr. (2.v.r), mittlerweile Verleger der "New York Times"
AP/Hiroko Masuike/The New York Times

Donald Trump 2016 zu Besuch bei Arthur Sulzberger Jr. (2.v.r), mittlerweile Verleger der "New York Times"


Dank deutlicher Fortschritte im Digitalgeschäft hat die "New York Times" zum Jahresende besser als erwartet abgeschnitten. Der Rummel um US-Präsident Donald Trump sorgt weiterhin für hohes Interesse an der Berichterstattung. Dennoch fiel im vierten Quartal ein Millionenverlust an, wie die New York Times Company - der Verlag hinter der Traditionszeitung - mitteilte.

Im Schlussquartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 484 Millionen Dollar (394 Millionen Euro). Während Auflage und Anzeigenerlöse bei den klassischen Print-Produkten weiter wegbrechen, boomt das Onlinegeschäft. Bei seinen digitalen Angeboten konnte das Blatt die Kundenzahl mithilfe von Sonderangeboten um 157.000 auf insgesamt rund 2,6 Millionen Abonnenten steigern.

Kochrezepte und Kreuzworträtsel

Die "New York Times" profitiert insbesondere von den Schlagzeilen, die US-Präsident Trump liefert. Wiederholt hat er die Zeitung auf Twitter angegriffen und ihr mit Klagen wegen kritischer Artikel gedroht. Zuletzt kommentierte er den Wechsel an der Verlagsspitze mit Häme.

Zudem erfreuen sich aber auch andere Inhalte wie Kochrezepte und Kreuzworträtsel großer Beliebtheit. Die Online-Werbeeinnahmen wuchsen um 8,5 Prozent und steuerten 46 Prozent zu den gesamten Anzeigenerlösen bei. Im Printbereich betrug das Minus 8,4 Prozent.

Doch der Verlag tut sich schwer, mit den digitalen Geschäften Geld zu verdienen. So wurde das Schlussquartal unter dem Strich mit einem Verlust von 57,8 Millionen Dollar (47,1 Millionen Euro) beendet. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Gewinn von 37,6 Millionen Dollar in der Bilanz gestanden. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 brach der Gewinn um gut 70 Prozent auf 6,8 Millionen Dollar ein.

hpi/dpa



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