"News of the World"-Skandal: Ex-Manager beschuldigen James Murdoch

Bisher hat er alles bestritten, doch jetzt wird er schwer belastet: Zwei ehemalige Top-Mitarbeiter der eingestellten Skandal-Zeitung "News of the World" haben vor dem britischen Parlament ausgesagt. Sie behaupten: James Murdoch wusste länger von den Abhör-Praktiken der Zeitung, als er zugeben will.

Manager Murdoch: Seit wann wusste er von den Abhörpraktiken bei der "News of the World"? Zur Großansicht
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Manager Murdoch: Seit wann wusste er von den Abhörpraktiken bei der "News of the World"?

London - Der Sohn des Medienunternehmers Rupert Murdoch, James Murdoch, gerät im Abhörskandal um die inzwischen eingestellte britische Sonntagszeitung "News of the World" immer stärker unter Druck. In einer Anhörung vor dem zuständigen Parlamentsausschuss am Dienstag in London sagten zwei ehemalige hochrangige Mitarbeiter der Zeitung aus, James Murdoch habe "mit Sicherheit" von einer E-Mail Kenntnis gehabt, aus der hervorgegangen sei, dass die illegale Abhörpraxis kein Einzelfall gewesen sei.

Der Skandal soll auch juristisch von einem Komitee unter der Leitung des Richters Brian Leveson untersucht werden. Er werde "Kultur, Praktiken und Ethik" der Presse unter die Lupe nehmen, kündigte Leveson an. In einem zweiten Schritt werde er sich mit dem Ausmaß jedweden Fehlverhaltens auseinandersetzen. Innerhalb eines Jahres wolle er einen Abschlussbericht vorlegen.

Das von Murdoch herausgegebene Sonntagsblatt "News of the World" war im Juli eingestellt worden, nachdem herausgekommen war, dass Journalisten Polizisten bestochen und Handy-Mailboxen abgehört hatten. Der Skandal hatte auch die britische Regierung unter Druck gesetzt, insbesondere weil Premierminister David Cameron den früheren Chefredakteur von "News of the World", Andy Coulson, als Pressechef eingestellt hatte. Zuletzt wurde bekannt, dass auch Camerons Vor-Vorgänger Tony Blair enge Verbindungen zum Hause Murdoch hatte: Nach britischen Medienberichten ist Blair der Patenonkel einer Tochter des Patriarchen Rupert Murdoch.

kuz/dpa

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