Nach Polizei-Aktion in Bayern Auktionshaus versteigert Hitler-Interieur

63 angeblich von Adolf Hitler gemalte Bilder haben Ermittler in Bayern beschlagnahmt - kurz vor einer Auktion. Auf der wurden nun andere Gegenstände aus dem Nachlass des Diktators versteigert. Auch eine Vase.

AFP

Ein Auktionshaus in Nürnberg hat mehrere Gegenstände versteigert, die aus dem Nachlass Adolf Hitlers stammen sollen. Eine Tischdecke sei für 630 Euro und eine Meissen-Prunkvase mit einer Darstellung der "Gorch Fock" für 5500 Euro zuzüglich Gebühren versteigert worden, teilte das Auktionshaus Weidler mit.

Die beiden Objekte gingen den Angaben zufolge an einen telefonischen und einen schriftlichen Bieter aus dem In- und Ausland. Fünf Aquarelle, die der NS-Politiker selbst gemalt haben soll, würden nun im Nachverkauf angeboten. Eigentlich sollten etwa zwei Dutzend solcher Gemälde versteigert werden, dazu kam es aufgrund eines Eingreifens der Staatsanwaltschaft jedoch nicht.

Die Ermittler hatten am Donnerstag 63 angeblich von Hitler gemalte Bilder beschlagnahmt - aufgrund von Zweifeln an der Echtheit der Gemälde. Die Staatsanwaltschaft ermittele gegen Unbekannt wegen Urkundenfälschung mit versuchtem Betrug, sagte eine Justizsprecherin. Ein Experte hatte der Behörde seine Zweifel mitgeteilt und so die Ermittlungen angeregt.

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Hitler-Auktion in Nürnberg: Nachlass eines Menschheitsverbrechers

Das Auktionshaus kooperiert den Angaben zufolge mit den Ermittlern und gab die Bilder freiwillig ab. Laut Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass Expertisen, die die Echtheit der Bilder belegen sollen, gefälscht sind. Falls sich dieser Verdacht erhärtet, soll in der bisherigen Besitzerkette geprüft werden, wer worüber Bescheid wusste.

Das Auktionshaus hatte die geplante Veranstaltung in seinem Katalog als "Spezialauktion Adolf Hitler" angepriesen. Abgesehen von Gemälden und den jetzt versteigerten Einrichtungsgegenständen sollte auch ein Korbstuhl versteigert werden, in den ein Hakenkreuz eingearbeitet wurde. Ob auch dieser noch zur Versteigerung angeboten werden soll, ist unklar.

Sorge, dass die Auktion rechtes Klientel anlocken könnte, bestand dem Auktionshaus zufolge nicht. "Bei den Interessenten handelt es sich um internationale Kunstsammler ohne bösen Hintergrund", sagte eine Sprecherin des Auktionshauses. Auch Museen machten Geld mit Nazi-Kunst.

Der Handel mit Kunstwerken des nationalsozialistischen Diktators ist grundsätzlich nicht verboten.

mxw/AFP



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