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Sprachpflege an Schulen: Österreich kämpft gegen deutschländisches Deutsch

Schlagobers/Sahne: "Eigenständige und gleichberechtigte Varietät der deutschen Standardsprache" Zur Großansicht
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Schlagobers/Sahne: "Eigenständige und gleichberechtigte Varietät der deutschen Standardsprache"

Das Wiener Bildungsministerium will die Heimatsprache vor dem Aussterben retten. Lehrer werden ermutigt, im Unterricht Austriazismen zu verwenden. Die Devise: Schlagobers statt Sahne.

Hamburg/Wien - "Österreichisches Deutsch als Unterrichts- und Bildungssprache" heißt eine Broschüre, die derzeit an Austrias Schulen verteilt wird. Darin geht es auf 64 Seiten um den Wortschatz der Österreicher - und seine Gefährdung durch das "deutschländische Deutsch", das nach Ansicht des Bildungsministeriums die lokalen Eigenheiten in Österreich immer mehr verdrängt.

Demgemäß sind Begriffe wie "Schlagobers" für Sahne, "Servus" für Tschüs und "Jause" für Pausenbrot vom Aussterben bedroht, weil insbesondere Kinder und Jugendliche sich vermehrt vom hochdeutschen Sprachgebrauch in den Medien beeinflussen lassen, wie Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek im Vorwort der Broschüre schreibt. "Was in Filmen, Fernsehsendungen oder im Internet zu hören ist, wird oft in unserem Nachbarland Deutschland produziert bzw. synchronisiert", sagt die Politikerin, die mit ihrem Vorstoß Lehrer unterstützen will, im Unterricht das österreichische Deutsch als "eigenständige und gleichberechtigte Varietät der deutschen Standardsprache zu vermitteln".

Um den Wortschatz Austrias auch künftig lebendig zu halten, soll ab sofort in den Klassenzimmern Memory gespielt werden: mit Karten, die verschiedene Begriffe auf Hochdeutsch, Schweizer Deutsch und österreichischem Deutsch benennen und voneinander abgrenzen.

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Was ist von der Sprachpflege der Österreicher zu halten?

Österreichisches Deutsch verfügt nicht nur über spezielle Vokabeln und Austriazismen, sondern auch grammatikalische Besonderheiten, die zum Beispiel den Gebrauch des Perfekts statt des Präteritums betreffen. Sorge bereitet österreichischen Traditionalisten, dass laut einer Umfrage etwa die Hälfte der Befragten das Hochdeutsche für korrekter als das Österreichische hält. Für Sprachbewahrer ein Alarmsignal: Sie begreifen das in Österreich gesprochene Deutsch keinesfalls als Dialekt, sondern als eigenständige Sprache.

Ein Thema ist der geforderte Bestandsschutz für die Heimatsprache schon seit Längerem. Die Zeitung "Die Presse" erinnerte kürzlich noch einmal an das "Wörterbuch Österreichisch-Deutsch", das vor zwei Jahren für Aufsehen sorgte. Die Verfasser verengen darin mit einigem Unernst schon im Vorwort das Vokabular auf eher ordinäre Ausdrücke: Im Österreichischen gehe es vor allem um "die unterschiedlichsten Grade der Alkoholisierung", um "diverse Formen geistiger Demenz" und "die vielfältigen Aspekte weiblicher Widerwärtigkeit".

Felix Austria: So sprechen Österreicher
Deutsch Österreichisch
Anstoß Ankick
Aprikose Marille
Kartoffel Erdapfel
Krankenhaus Spital
Lätzchen Batterl
Ohrfeige Watsche
Pausenbrot Jause
Schlagsahne Schlagobers
Tschüss Servus
Zwetschgenmarmelade Powidl

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insgesamt 175 Beiträge
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1. Felix Austria
ironbutt 05.06.2014
Wenn die Bewohner des kleinen, kotelettförmigen Landes im Südosten Bayerns keine anderen Sorgen haben, ist ja Alles gut! Im Übrigen wird sich durch die Medien und deren Verbreitung das Hochdeutsch durchsetzen - da gibt es kein Halten.
2. Sehr gut!
phrasensport 05.06.2014
Bisschen Kultur muss sein! Ich fand es schon schade um den Schilling. Nur weiter so liebe Nachbarn!
3. österreichisches Deutsch
Ludwig Eser 05.06.2014
Nicht nur in Österreich, sondern auch in Süddeutschland gibt es kein Präteritum und keinen Genitiv, hat es auch nie gegeben. Offiziell gilt natürlich Standarddeutsch
4. Panta rei
Kiste 05.06.2014
Die Leute sprechen wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, und wenn sie mehr deutsches Deutsch hören, sollten die Österreicher alles selber synchronisieren. Walter White in wienerisch würde ich mir sogar anschauen.
5.
LH526 05.06.2014
Zitat von sysopCorbisDas Wiener Bildungsministerium will die Heimatsprache vor dem Aussterben retten. Lehrer werden ermutigt, im Unterricht Austriazismen zu verwenden. Die Devise: Schlagobers statt Sahne. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/oesterreich-geht-gegen-hochdeutsch-vor-a-973490.html
Finde ich gut ... einen Teil seiner Tradition und Kultur erhalten, steht jedem Land gut :)
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