Österreichischer Medienzar "Krone"-Herausgeber Dichand gestorben

Mit der "Kronen Zeitung" schuf er eines der einflussreichsten und auflagenstärksten Boulevardblätter Europas, seine Kommentare wurden von Regierung und Opposition gleichermaßen genau gelesen: Jetzt ist der österreichische Verleger Hans Dichand 89-jährig in Wien gestorben.

Hans Dichand: "Aufrechter Österreicher"
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Hans Dichand: "Aufrechter Österreicher"


Hamburg/Wien - Er galt als der wichtigste Journalist seines Landes, so mancher hielt ihn gar für mächtiger als den Bundeskanzler: Als Herausgeber des österreichischen "Bild"-Äquivalents "Kronen Zeitung" erlangte Hans Dichand einen in Europa fast einmaligen publizistischen Einfluss.

Am Donnerstag ist der Verleger im Alter von 89 Jahren in einem Wiener Krankenhaus gestorben. Das teilte die "Kronen Zeitung" auf ihrer Homepage mit.

Dichand baute die "Kronen Zeitung" in 51 Jahren zur auflagenstärksten Zeitung des Landes auf, zuletzt hielt das Blatt einen Marktanteil von rund 40 Prozent. Bis zu seinem Tod verfasste Dichand dort regelmäßig Kommentare - umstritten war dabei bis zuletzt die politische Rolle des Blatts, das auf seinen Seiten immer wieder unverhohlen rechtspopulistische Tendenzen duldete und als einer der publizistischen Wegbereiter Jörg Haiders galt.

Dementsprechend äußerten sich besonders die Vorsitzenden der rechtsgerichteten Parteien BZÖ und FPÖ betroffen. FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache lobte laut der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" Dichands "enge Verbindung zur Bevölkerung". Den BZÖ-Chef Josef Bucher zitierte das Blatt mit den Worten, Dichand sei ein "aufrechter Österreicher" gewesen.

sha/dpa



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