Preisverleihung Das sind die Gewinner des Orange Social Design Awards 2015

Es ist nicht immer schön in der Schule, aber man kann Schule schöner machen. Der Orange Social Design Award hat "Gute Ideen für die Schule" gesammelt. Gewonnen haben Projekte mit Bienen und Bällen.

Katrin Würtemberger/ DER SPIEGEL

Eine Imkerei auf dem Schuldach und eine Säule, die Erfolg messbar machen soll - am Montagabend wurden die Gewinnerideen des zweiten Orange Social Design Awards von SPIEGEL ONLINE ausgezeichnet.

Unter dem Motto "Gute Ideen für die Schule" wurden dieses Jahr Entwürfe gesucht, die Schulen zu einem attraktiveren Ort machen. Über 200 Ideen und Projekte aus aller Welt wurden eingereicht.

Aus dieser Auswahl hatte eine Jury, die sich aus Designern, Journalistinnen des SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE sowie Schülerinnen zusammensetzte, eine Shortlist mit den zehn besten Vorschlägen ermittelt. Diese wurden zum Publikums-Voting auf SPIEGEL ONLINE gestellt. Die Kandidaten, darunter Schüler, Studierende, Lehrer und Designer kamen zur Preisverleihung ins Verlagshaus nach Hamburg.

Die Leser hatten sich bei der Wahl des Publikumspreises für die "Säule des Erfolgs" entschieden; die Idee stammt von dem Ehepaar Miriam und Philipp Zimmer, das den Preis in Hamburg in Empfang nahm. Bei dem Projekt werden auf bunten Bällen im Schweizer "SBW Haus des Lernens" Erfolge der Schülerinnen und Schüler notiert. Dazu können sportliche Siege, ein bestandener Sprachkurs, soziales Engagement oder auch ein kreatives Klassenprojekt zählen. Eine Plexiglasröhre wird an einem zentralen Ort in der Schule aufgestellt und kann im Laufe des Jahres gefüllt werden. Die bunte Ballmenge soll die Gemeinschaft stärken und alle motivieren, nach weiteren Erfolgen zu streben.

"Säule des Erfolgs"

Das Ehepaar hatte lange überlegt, auf welche Art sich Erfolg jenseits des Notensystems abbilden lässt. "Wir haben sogar beim Abendessen darüber diskutiert", so Philipp Zimmer, der selbst als Lehrer arbeitet. Die "Säule des Erfolgs" sei eine mögliche Antwort auf die Frage, was für Kompetenzen ein Jugendlicher noch mitbringe.

An jedem erstem Tag im neuen Schuljahr werde die Säule geleert und das entsprechend gefeiert. Man dürfe die bunten Bällen im Umgang nur nicht inflationär gebrauchen. "Am Montag werde ich auf jeden Fall einen Ball reinwerfen", sagte der junge Lehrer direkt nach der Preisvergabe.

Neben diesem Publikumspreis vergab auch die Jury eine Auszeichnung. Bei ihnen setzte sich die "Schulblüte" der Friedrich-Dessauer-Schule in Frankfurt am Main durch. Auf dem Dach und in der Aula des Schulgebäudes stehen Bienenstöcke, die von den Schülerinnen und Schülern gepflegt werden. Der daraus entstandene Honig konnte bereits erfolgreich vermarktet werden. Mit dem Ertrag finanziert die Schule die Imkerei.

"Das Projekt verdient die Auszeichnung, weil es verschiedene Aspekte miteinander verbindet: Es geht einerseits auf Fragen der Nachhaltigkeit, auf gesunde Ernährung, aber auch auf ökonomische Zusammenhänge ein, indem es sich als eigene Marke mit dem Thema Branding auseinandersetzt und zu unternehmerischem Denken erzieht", sagt der Juror Mateo Kries, Direktor des Vitra Design Museums. "Dies gelingt wiederum mit einer sehr ansprechenden Gestaltung. Die Herangehensweise an die Aufgabenstellung zeichnet sich durch ein ganzheitliches und integrales Denken aus. Dieser Facettenreichtum macht die ,Schulblüte' zu einem sehr guten Design-Projekt."

Marianne Wellershoff, Autorin des SPIEGEL und Mitglied der Jury, erklärte: "Flexible Schulmöbel, Grüne Klassenzimmer, Apps zur Kommunikation zwischen den Schülern - der Wettbewerb hat gezeigt, wie viel Energie und Kreativität es gibt, um die Schule zu einem besseren Ort für alle zu machen."

Auch Modestas Valauskas von der Josef-Durler-Schule in Rastatt freute sich sichtlich. Die von ihm entwickelte App "Martinshare" wird schon in einigen Schulen genutzt. Auf der Plattform kann jede Klasse ein Konto erstellen, auf die jedes Mitglied zugreifen und von dem es nicht ausgeschlossen werden kann. Stundenausfälle, Hausaufgaben und Termine können so unkompliziert in der Gemeinschaft kommuniziert werden. Der 20-Jährige wurde bereits auf seine Erfindung angesprochen und will sie in den kommenden Monaten noch verbessern.

Alle Informationen zu dem Social Design Award Orange finden Sie hier.

cor

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