Orange Social Design Award Von Bienen und Bildung - Countdown für die beste Idee

Welches ist die beste Idee für eine bessere Schule? Welches Projekt hilft dem Zusammenleben? Die zehn Shortlist-Kandidaten des Orange Social Design Award stellen ihre Vorschläge nun selbst vor. Noch bis zum 25.10. können Sie Ihren Favoriten wählen.

Noch bis zum 25.10. können Sie abstimmen: Wer soll den Publikumspreis beim Orange Social Design Award gewinnen?
DER SPIEGEL

Noch bis zum 25.10. können Sie abstimmen: Wer soll den Publikumspreis beim Orange Social Design Award gewinnen?


Es geht in die letzte Runde beim Orange Social Design Award von SPIEGEL ONLINE: Gesucht werden bei dem Wettbewerb, der in diesem Jahr zum zweiten Mal ausgeschrieben wird, Ideen, die das Zusammenleben und das Lernen an Schulen verbessern. Über 200 Vorschläge wurden eingereicht. Aus denen hat eine Jury die 10 besten für die Shortlist ausgewählt.

Noch bis zum 25. Oktober können die Leser ihren Favoriten wählen, der den mit 2500 Euro dotierten Publikumspreis erhalten soll. Wir haben deshalb die Shortlist-Kandidaten gebeten, sich mit drei Antworten auf unsere Fragen vorzustellen und und so um Ihre Stimme zu werben.

1. Bildungswerkstatt

Studierende und Lehrkräfte der TH Köln in der Bildungswerkstatt
Orange Social Design Award

Studierende und Lehrkräfte der TH Köln in der Bildungswerkstatt

Studenten und Lehrkräfte der Technischen Universität Köln haben mit selbst entworfenen flexiblen Möbeln und einer Rigg an der Decke einen multifunktionalen Raum geschaffen. Hier kann gelernt und gespielt und in einem Café entspannt werden.

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Projekt gekommen?

Die Idee zur Bildungswerkstatt hat sich aus den Lehrinhalten des Studiengangs "Pädagogik der Kindheit und Familienbildung" entwickelt. Hierfür sind Räume nötig, die den Studierenden anbieten, neue projektorientierte Denkansätze zu erproben und "Versuchsanordnungen" aufzubauen. Wie sieht eine solche experimentelle Lernumgebung aus? Gemeinsam mit Architekturstudierenden wurden die räumlichen Potentiale vorhandener Seminarräume ausgelotet und ein gemeinsamer interdisziplinärer Prozess initiiert.

Was verändert Ihre Idee im Schulalltag?

Für Kinder und Erwachsene ist eine anregende Lernumgebung geschaffen worden, mit hohen Aufenthaltsqualitäten und vielen Anreizen zur Kommunikation. Der typische Seminarraum wird ersetzt durch ein "Aktionsfeld", das Kommunikation und Experiment befördert. Statt Tisch und Stuhl stehen vieldeutige Möblierungsbausteine als Angebot zur Verfügung - der Raum wird immer aufs Neue gestaltet. Ein ehemals dunkler Flur wird zum lichten Aufenthalts- und Lernort mit Café, Bibliothek und Spieleverleih.

Was ist das Soziale an Ihrem Projekt?

Der Raum selbst trägt zur Entwicklung neuer Bildungskonzepte bei, regelmäßig werden Kitas und Familien eingeladen und erproben mit den Studierenden gemeinsam spielerisch neue didaktische Bildungskonzepte zur Pädagogik der Kindheit und Familienbildung. In den Ferien werden die Räume als "Campuserholung" (Kinderbetreuung) genutzt. Die Planung wurde partizipativ in diversen Workshops entwickelt und das Mobiliar großteils selbst gebaut. Dadurch sind Akzeptanz und Identifizierung besonders hoch.

2. Garten der Stille

Schüler und Lehrer der Lindenauschule in Hanau
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Schüler und Lehrer der Lindenauschule in Hanau

Der ungenutzte Innenhof der Lindenauschule in Hanau/Großauheim wurde in einer Kooperation aus Schülern und einer Gartenarchitektin zu einem "Garten der Stille" als Rückzugsraum umgebaut.

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Projekt gekommen?

Schüler mit einem speziellen Gesprächsbedarf können in den Pausen den sogenannten "Seelsorgeraum" aufsuchen, in dem sich ein Religionslehrer ihrer Sorgen und Nöte annimmt. So kam der Wunsch nach einem ruhigen Rückzugsort auf, in dem diese Gespräche stattfinden können. Außerdem werden viele Räume im Sommer stark aufgeheizt, sodass sich Schüler und Lehrer ein "grünes Klassenzimmer" im Freien wünschten. Das Lehrerzimmer ist zudem für die aktuell fast 100 Lehrer zu klein. So nutzen diese den "Garten der Stille" gerne zum Aufenthalt in Zwischenstunden und für Elterngespräche.

Was verändert Ihre Idee im Schulalltag?

Der "Garten der Stille" ist ein multifunktionaler Raum, der an warmen Tagen als "grünes Klassenzimmer" genutzt wird. So kann eine Schulklasse die Sitzmauern der drei Halbkreise belegen, diese können aber auch durch die vorhandenen Stühle als Lernort für verschiedene Kleingruppen dienen. Ein einzelner Sitzbereich wird mit Hilfe der Stühle für ein Kreisgespräch mit der Klasse umfunktioniert, während sich für Gespräche in ganz kleiner Runde die Tischgruppen anbieten. Nicht nur die Stille ist in diesem Garten perfekt, sondern er bietet darüber hinaus auch eine besondere Akustik.

Was ist das Soziale an Ihrem Projekt?

Mit dem Projekt haben die Schüler etwas Bleibendes für ihre Schule geschaffen, eine Erfahrung, die ihnen sonst verwehrt bleibt. Ihre Entwürfe dienten als Planvorlage; unter Anleitung der Lehrerin wurden Fundamente gegraben, Mauern erstellt, die Fläche modelliert, ein Quellstein gesetzt, die Bepflanzung vorgenommen und der Kies eingebracht. Hierbei machten die Schüler vielfältige soziale Erfahrungen bis hin zum nachhaltigen Handeln. Gemäß dem Motto "Was Kinder selbst geschaffen haben, werden sie schützen!" wurde hier auf die Vermeidung von Vandalismus hingearbeitet.

3. Harvey

Strom erzeugende Bodenplatten: das Projekt "Harvey"
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Strom erzeugende Bodenplatten: das Projekt "Harvey"

Platten im Schulhofboden wandeln Bewegung in Energie um, die erzeugte Energiemenge wird angezeigt. Die Idee eines Münchner Design-Kollektivs soll das Bewusstsein für Energie und Nachhaltigkeit schärfen.

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Projekt gekommen?

Das Thema Energie betrifft uns alle und stellt eine der großen Herausforderungen der Menschheit in den kommenden Jahren dar. Aus diesem Grund kann man einen bewussten Umgang mit der Materie Energie nicht früh genug erlernen.

Was verändert Ihre Idee im Schulalltag?

Kinder werden spielend mit dem Themenfeld Energie vertraut gemacht und können durch einfache Körperbewegungen Energie erzeugen, die direkt vor Ort (z.B. im Klassenzimmer) genutzt werden kann. Ein interaktives Display im "Bauch" von HARVEY hält weitere energie-relevante Informationen für die SchülerInnen bereit. Überschüssig "produzierte" Energie kann problemlos sozialen Hilfsprojekten gespendet werden. So werden komplexe Zusammenhänge in unserer globalisierten Welt verständlich.

Was ist das Soziale an Ihrem Projekt?

Siehe Antwort oben.

4. Martinshare

Modestas Valauskas aus Rastatt, der Entwickler von "Martinshare"
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Modestas Valauskas aus Rastatt, der Entwickler von "Martinshare"

Damit die Klasse sich über Hausaufgaben, Vertretungspläne, Unterrichtsausfälle etc. austauschen kann, hat ein Schüler der Josef-Durler-Schule Rastatt die Software "Martinshare" entwickelt.

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Projekt gekommen?

Oftmals haben wir (als Klasse) nicht gewusst, welche Hausaufgaben gemacht werden müssen und wann die nächsten Arbeiten anstehen. Um dieses Problem lösen zu können, gründeten wir zunächst eine WhatsApp-Gruppe, in der Schüler sich gegenseitig informieren konnten. Jedoch war durch die Unübersichtlichkeit keine optimale Verständigung möglich, weshalb das Problem anders gelöst werden musste.

Was verändert Ihre Idee im Schulalltag?

Schüler teilen sich ein Klassenkonto, auf das sie über iOS und Android-Apps zugreifen, um ausstehende Hausaufgaben und Arbeitstermine zu notieren. Schüler, die kein Smartphone besitzen, haben die Möglichkeit, den Service auf dem heimischen PC unter einer Webadresse zu erreichen. Um alle Vorteile eines dynamischen Kalenders auszunutzen, bietet Martinshare zusätzlich einen Vertretungsplan, der täglich aktualisiert wird und den Schüler stets auf dem Laufenden hält.

Was ist das Soziale an Ihrem Projekt?

Ein Klassenkonto basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Dies soll das Gemeinschaftsgefühl der Klasse stärken und Mobbing sowie Diskriminierungen so weit wie möglich vorbeugen. Eine weitere Beobachtung, die ich machen musste, ist, dass Smartphones hauptsächlich zum Konsum von Unterhaltungsmedien verwendet werden. Mit meinem Projekt hoffe ich Schülern zeigen zu können, dass Smartphones auch für Zwecke genutzt werden können, die nicht nur der eigenen Unterhaltung dienen.

5. Open Skateboard

Christian Zillenbiller, Schulleiter Werner Greschner, Michael Kolek (beteiligter Schüler) und Robert Zimmermann
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Christian Zillenbiller, Schulleiter Werner Greschner, Michael Kolek (beteiligter Schüler) und Robert Zimmermann

Ein sich selbst ausbalancierendes Skateboard mit nur einem Rad haben Lehrer der Technikerschule Allgäu mit ihren Schülern erfunden und zeigen so, welche kreativen Leistungen Unterricht hervorbringen kann.

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Projekt gekommen?

Als zum Anfang des Winters 2014 im Allgäu kein Schnee in Sicht war, suchten wir gemeinsam mit Schülern nach einer Alternative zum Wintersport, die sich sowohl in- als auch outdoor betreiben lässt und ein wenig Pistenfeeling aufkommen lässt. Ein Segway nachzubauen, war uns zu wenig sportlich und innovativ, und so kam uns die Idee zu einem selbst balancierendem Skateboard mit nur einem Rad. Die Fertigung und Programmierung des Boards passen zu den Lerninhalten der verschiedenen Fächer an der Schule, dem Bau eines Prototypen stand somit nichts im Wege.

Was verändert Ihre Idee im Schulalltag?

Die Motivation der Schüler wird gesteigert, da sie eine interessante Anwendung zu den Unterrichtsinhalten sehen. Durch die Veröffentlichung der Bauanleitung und des Programmcodes für alle wird die Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden und untereinander verbessert. Gemeinsamer Bau und Betrieb des Boards führen zu einem stärkeren Zusammenhalt in der Klasse und in der Schule.

Was ist das Soziale an Ihrem Projekt?

Wir als Lehrer sehen Bildung als eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft. Deswegen möchten wir mit der Offenlegung der Bauanleitung und des Programmiercodes Wissen nicht nur an der Schule, sondern für alle zugänglich machen, und hoffen auf einen positiven Effekt.

6. Säule des Erfolgs

Miriam und Philipp Zimmer
Philipp & Miriam Zimmer

Miriam und Philipp Zimmer

In einer Schweizer Schule, dem SBW Haus des Lernens in Häggenschwil, steht auf Initiative von Pädagoge Philipp Zimmer und seiner Frau Miriam eine Plexiglasröhre, die im Laufe des Jahres mit bunten Bällen gefüllt wird. Auf diesen Bällen sind zur positiven Motivation Erfolge der Schüler (z.B. soziales Engagement, Sportwettkämpfe) notiert.

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Projekt gekommen?

Wir suchten nach Alternativen, wie man persönliche Erfolge junger Menschen für alle Beteiligten des Schullebens positiv sichtbar machen kann. Dabei wollten wir bewusst auf Noten oder ähnliche Systeme verzichten, welche Negatives abbilden und demotivieren können. Die Idee verlangte eine simple, aber ästhetische Umsetzung, die einen Wachstumsprozess transparent abbilden kann. Eine Idee mit geringen Kosten und großem Mehrwert für das schulische Zusammenleben, umsetzbar in allen Altersstufen.

Was verändert Ihre Idee im Schulalltag?

Oft werden Schüler bloß durch Noten gemessen und lediglich ihre Fachleistungen belohnt. Die Idee soll Jugendliche motivieren, die nicht immer im Vordergrund stehen, für ihre individuellen Stärken (z.B. soziales Engagement, tolle Klassenprojekte,...) öffentliche Anerkennung zu bekommen. Wir sind der Überzeugung, dass jeder Mensch über Talente und besondere Fähigkeiten verfügt. Es geht uns darum, diese bewusst zu fördern sowie ihnen mehr Aufmerksamkeit auf Ebene des gesamten Schullebens zu schenken.

Was ist das Soziale an Ihrem Projekt?

Es ging uns darum, Gemeinsames zu stärken und gemeinsam zu wachsen. Wir wollen Erfolge im Schulalltag für alle transparent machen und dabei eine positive Kommunikationskultur stärken. Bei uns kommen alle Schüler montags zum Wochenstart zusammen. Dann herrscht stets eine tolle Atmosphäre, man freut sich mit den Mitschülern an ihren Erfolgen und zeigt Interesse an ihren Fortschritten. Im Laufe des Schuljahres entsteht ein gemeinsames Denkmal, für das alle hart miteinander gearbeitet haben.

7. Sandbänke

Kerstin Meretz, Anna Kalvelage und Christine Heubi
Orange Social Design Award

Kerstin Meretz, Anna Kalvelage und Christine Heubi

Für die Flure der Evangelischen Schule Berlin Mitte entwarfen Designerinnen und Architektinnen, deren Kinder die Schule besuchen, sandbankartige Bänke und Tische zum Lernen und Verweilen.

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Projekt gekommen?

Der Wunsch danach, die Flure der Schule in benutzbare Räume zu verwandeln, bestand in vielen Köpfen und wurde uns Planerinnen vom Elternverein als Aufgabe gestellt. Nachdem wir uns intensiv mit den Räumen, dem Bedarf und den Auflagen durch den Brand- und Unfallschutz beschäftigt und verschiedene Projektstufen mit den Kindern gemacht haben, entschieden wir uns dazu, "Sandbänke" als Gestaltungsmotiv zu benutzen. So konnten wir die sehr klaren räumlichen Vorgaben durch dynamische Formen ergänzen.

Was verändert Ihre Idee im Schulalltag?

Durch den Einbau der Sandbänke haben sich für die Kinder Bereiche der Flure für neue Nutzungen erschlossen: in Räumen, die schon vorhanden waren, aber noch gestaltet werden mussten. Die Möblierung ist offen für verschiedene Arten der Nutzung und macht Lernen und Schreiben auch in unterschiedlichen Körperhaltungen möglich. Als Abwechslung zum Lernen an Tisch und Stuhl in den Klassenräumen können die Kinder hier in wechselnden Haltungen im Sitzen, Liegen oder Knien arbeiten oder entspannen.

Was ist das Soziale an ihrem Projekt?

Der Raum als dritter Pädagoge nimmt (nach den anderen Kindern und Lehrern) Einfluss auf jeden Schüler. Dieser Ansatz ist Teil des Schulkonzepts und nimmt durch die Möblierung Gestalt an. Die neue Möblierung macht aus den Fluren Orte zum Zusammenkommen, Kommunizieren und gleichzeitig auch des Rückzugs, nicht nur für die Kinder, sondern auch für das Team aus Lehrern und Erziehern und für die Eltern. Vormals leere, behördenartige Flure haben ein gänzlich neues und lebendiges Gesicht erhalten.

8. Schoolbike

Detlef Rhein, Till Garthoff
Orange Social Design Award

Detlef Rhein, Till Garthoff

Ein Fahrradverleih mit Reparaturwerkstatt an der Schule, das ist der Vorschlag von Hamburger Designern. So werden spontane Klassenausflüge möglich, und es wird die Idee des Teilens an der Schule gelebt.

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Projekt gekommen?

Wir haben zusammen mit dem Erziehungswissenschaftler Rüdiger Rhein zwei Tage an einem Tisch gesessen und über Schule nachgedacht, geredet und fabuliert. Und so kamen wir auf die Frage des Weges zur Schule und der Mobilität in der Schule. Naheliegend war dann der Sprung zum Fahrrad und zu der Idee, gebrauchte Fahrräder für die "school-bikes" zu nutzen und die Schüler beim "Branding" der Fahrräder für ihre Schule einzubeziehen.

Was verändert Ihre Idee im Schulalltag?

Wir können uns vorstellen, dass die "school-bikes" viel einfacher (und öfter) spontane Exkursionen ermöglichen. Schüler können die Fahrräder auch selbst nutzen für ihren Weg zu Schule, sind also wesentlich flexibler. Mit der angedachten Gepäck-Box können z.B. Rucksäcke und Taschen gut transportiert werden, eine echte Erleichterung mit einfachen Mitteln.

Was ist das Soziale an Ihrem Projekt?

Die "school-bikes" machen deutlich, dass der Weg zur Schule und die Mobilität der Schüler ein ziemlich wichtiger Aspekt der Schule ist. Die Schüler bauen die Fahrräder mit Unterstützung selber um und können sich auch bei der Gestaltung einbringen. Die Fahrräder müssen zudem gepflegt und repariert werden, das Ganze ist mit einem längerfristigen Engagement der Schule und der Schüler verbunden. Außerdem verschaffen die Fahrräder der Schule Sichtbarkeit: Sie wird mit den "school-bikes" ein präsenter und beweglicher Teil der Stadt.

9. Schulblüte

Schüler des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums in Frankfurt
Orange Social Design Award

Schüler des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums in Frankfurt

Bienenstöcke im Atrium und auf dem Dach des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums in Frankfurt/Main werden von Schülern gepflegt und liefern Honig, der zur weiteren Projektfinanzierung in von Schülern gestalteten Gläsern unter der Marke "Schulblüte" verkauft wird.

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Projekt gekommen?

Als unsere Schule eine Solaranlage erhielt, wollten wir Aufmerksamkeit auf das Dach lenken. So kam es zur Kooperation mit der Künstlergruppe "finger", die die Stadtimkerei auf dem Dach des Museums für Moderne Kunst Frankfurt betreibt. Der Verkauf des Honigs sollte das "Schulblüte"-Projekt (Werkzeug, Reparaturen, Bienenfutter etc.) weiterfinanzieren. Die Stiftung Deutsches Designmuseum bot ihre Unterstützung bei der Gestaltung u.a. der Gläser und des Informationsmaterials an. Das Angebot, dies mit einem LK Kunst zu erarbeiten, haben wir gerne angenommen.

Was verändert Ihre Idee im Schulalltag?

Das "BiKuZ" - Bildungs- & Kulturzentrum Frankfurt Hoechst - heißt jetzt "BeeKuZ", so ist es auf der Glasfront des Atriums unseres Gebäudes zu lesen, das auch Stadtteilbibliothek und Volkshochschule umfasst. Es gibt drei Bienenvölker: eins auf dem Dach, zwei im Atrium. Diese beiden Völker nehmen viele täglich wahr - z.B. in den Pausen. Wenn wir mit der AG "in die Bienen" gehen, also an den Bienenkästen arbeiten, haben wir ein sehr interessiertes Publikum aus Schülern aller Altersstufen. "Unser Schulhonig" ist Teil des Schulalltags und steht auch in der Cafeteria zum Verkauf. Mit den Bienenvölkern ist die Schule lebendiger und vielfältiger geworden.

Was ist das Soziale an Ihrem Projekt?

"Schulblüte" bietet über die klar gestaltete Form des Projektes eine Identifikations- und Kommunikationsmöglichkeit mit der Schule, die über die intellektuellen Bildungsfragen hinausgeht und viel grundsätzlichere Punkte berührt - nicht nur für die SchülerInnen sondern auch für die Menschen im Stadtteil, von denen viele nicht zum klassischen Bildungsbürgertum gehören. Beim Verschenken und Genießen des Honigs setzt sich die soziale Handlung fort, indem sich z.B. Gespräche auf unterschiedlichster Ebene ergeben. Der Umgang mit den Bienen selbst stärkt das Interesse und den Respekt vor der Natur.

10. WhatsFlag

Tobias Homann, Tina Serowski
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Tobias Homann, Tina Serowski

Mit einem Flaggensystem kann die Schule die Nachbarn im Viertel auf Projekte oder Events aufmerksam machen. So möchten Berliner Designer gemeinsam mit der Lina-Morgenstern-Gemeinschaftsschule die Kommunikation mit dem Stadtteil fördern.

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Projekt gekommen?

Im Rahmen des Wettbewerbs kamen wir mit Tobias Homann von der Lina-Morgenstern-Gemeinschaftsschule zu einem Workshop zusammen und haben uns über den Alltag an der Schule ausgetauscht. Eine Erkenntnis war, dass eigentlich sehr viele spannende Projekte passieren, die jedoch außerhalb der Schulmauern kaum wahrgenommen werden. Dabei könnten Schule und Kiez viel von einem stärkeren Austausch profitieren. Basis dafür ist eine stärkere Präsenz der Schule im Stadtraum.

Was verändert Ihre Idee im Schulalltag?

Die Flagge soll den SchülerInnen ein Werkzeug geben, sich als Gemeinschaft wahrzunehmen und nach außen zu kommunizieren. Dabei ist jede Schulklasse gefragt, sich in gemeinschaftlichen Prozessen und Gruppendiskussionen über ihre Außendarstellung zu einigen. Letztlich ist jeder Schüler und jede Schülerin ein Mosaikstein im Gesamtbild der außen wehenden Flagge. Die dadurch entstehende Verbundenheit ist die Grundlage für die SchülerInnen, in einen selbstbewussten Dialog mit der Umwelt zu treten.

Was ist das Soziale an Ihrem Projekt?

Das Projekt "WhatsFlag" hat zum Ziel, den produktiven Austausch zwischen Schule und Kiez zu stärken und Begegnungen zu fördern. Zum einen soll die Schule als gemeinschaftlicher Ort wahrgenommen werden, an dem sich Bildung nicht nur auf Wissensvermittlung, sondern auch auf Kommunikation und Gesellschaft bezieht. Zum anderen soll der Kiez nicht nur den städtebauliche Rahmen des Schulgebäudes darstellen, sondern auch als Quelle für Inspiration, Erfahrungen und verschiedener Lebensentwürfe dienen.

Gute Ideen für die Schule gesucht!
  • Gesucht werden Entwürfe aus dem Bereich Social Design, die Schulen zu attraktiveren Orten machen. Das kann ein wandelbares Sportgerät für den Pausenhof sein, eine App für den Schulalltag oder ein mobiles Traumsofa für die Pausenhalle. Jeder kann jetzt mitmachen beim Orange Social Design Award 2015!
  • Hier geht es zum Wettbewerb.



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