Neuer Design Award Unsere Stadt soll schöner werden!

Gemüsegärten in der Stadt, Sammelbeutel für Secondhand-Sammler: Smarte Designideen sehen gut aus und tun Gutes. Daher vergeben wir erstmals den "Orange Social Design Award" - und prämieren Ideen, die unser Leben ein bisschen besser machen. Und natürlich schöner.

Jochen Schievink

Angenommen, bei Ihnen zu Hause liegen ein paar Dinge herum, die Sie nicht mehr haben möchten, die man aber noch gut gebrauchen könnte. Eine Tischlampe, eine Vase, ein Buch zum Beispiel. Die könnten Sie an Freunde verschenken oder auf Ebay verkaufen. Oder, falls das nicht in Frage kommt, könnten Sie die Sachen wegwerfen.

Das wäre dann die schnellste Lösung - und die schlechteste.

In den Niederlanden gibt es zum Wegwerfen eine unaufwendige Alternative: den "Goedzak" - eine halb durchsichtige Plastiktüte, in der man gebrauchsfähige Dinge auf der Straße aussetzen kann. Der "Goedzak" ist aber nicht nur inspiriert vom Nachhaltigkeitsgedanken, sondern es ist "Design for Altruism", wie es das Designstudio Waarmakers nennt, das die Geschenktüte erfunden hat.

Der Oberbegriff für diese Idee lautet "Social Design", was nicht nur in den Niederlanden, sondern auch von New York bis Norderstedt das Schlagwort der Stunde ist. Gemeint ist damit ein Design, das dem Wohl der Gemeinschaft dient. Darunter fällt etwa das Urban Gardening, also das Bepflanzen von Brachen in der Stadt mit Blumen oder Gemüse, wie bei den Prinzessinnengärten in Berlin. Oder der Pfandring, der in Bamberg um öffentliche Mülleimer gehängt wird, damit Flaschensammler nicht im Abfall wühlen müssen.

Die Städte brauchen mehr von solchen Ideen.

Deshalb starten KulturSPIEGEL und SPIEGEL ONLINE heute den Wettbewerb für den "Orange Social Design Award". Das Motto lautet "Wir gestalten die Stadt", und alle können sich daran beteiligen (hier finden Sie alle Infos rund um den Wettbewerb). Wir suchen reproduzierbare Objekte, die das Zusammenleben in der Stadt verbessern. Die Einreichungsfrist läuft bis zum 31. Juli 2014. Der Jury gehören unter anderem der Künstler und Kunstprofessor Friedrich von Borries, der Direktor der Stiftung Futurzwei, Harald Welzer, und Mateo Kries, Direktor des Vitra Design Museums, an.

Gute Ideen für die Schule gesucht!
Nicht nur die Jury kürt am Ende den Sieger, es gibt auch einen Publikumspreis, den die Leser von SPIEGEL ONLINE vergeben. Beide Preise sind mit 2500 Euro dotiert.

Der KulturSPIEGEL, der in dieser Woche dem SPIEGEL beiliegt, widmet sich ausführlich dem Social Design und stellt einige deutsche Projekte vor. Mit dem "Orange Social Design Award" (das Orange verweist auf die Corporate Identity des SPIEGEL) sollen nun noch einige dazukommen.



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
IronSky 28.04.2014
1.
jo da hab ich hunderte ideen. verbot von laubbläsern. mehr kreisverkehr. weniger dichtbebauung. schallisolierung sämtlicher kindertagesstätten und spielplätzen. reduzierung des schilderwaldes im straßenverkehr. abschaffung des kirchengebimmels. mehr rasen, statt sand und schotter. abschaffung aller kopfsteinpflasterstraßen.
susiwolf 28.04.2014
2. F-a-h-r-r-ä-d-e-r ... up !
Das 11. von 12 Bildern hat es in sich ! Man stelle sich vor, alle kaum sichtbaren Pedalritter würden -auf einem 2. Foto und vergleichsweise- in Autos sitzen ... Es ergäbe einen Riesenparkplatz mit angeschlossenem Grün; wobei dann Letzteres sicherlich nicht mehr sichtbar wäre ... Die 'Goedzak' - Idee in Deutschland: Na warte, da werden die 'Absahner' -auch beim Sperrmüll bekannt - aber ihre Trupps aktivieren und die Flohmärkte nie da gewesene Flächen vereinnahmen. Ansonsten "Daumen hoch" für die div. Begrünungs- und Bepflanzungsideen.
Straussenblatt 28.04.2014
3. Dieses Pfandflaschen neben den Mülleimer stellen...
... ist einfach nur dämlich. unsere gutmenschen freunde denken vielleicht sie tun damit armen flaschensammlern einen gefallen, damit sie nicht in den müll fassen dürfen. das einzige was dadurch aber geschieht, ist dass irgendwelche banden anfangen leute zu schicken um die flaschenlager leer zu räumen. denn wenn ich nur noch 4 sekunden brauche um einen mülleimer zu leeren und dann 1-2 euro pfand kassiere, lohnt es sich. und die leidtragenden sind dann die, die vorher bereit waren aus ihrer not herraus in den müll zu fassen
Kunstgriffe 28.04.2014
4. optional
Hier fallen solche Ideen garantiert nicht auf fruchtbaren Boden. Man muss sich nur mal die Architektur anschauen und was das Bauamt so genehmigt oder vorschreibt. Absolut frei von Ästhetik.
susiwolf 28.04.2014
5. Die Ruhe sei dem Menschen heilig ....
Zitat von IronSkyjo da hab ich hunderte ideen. verbot von laubbläsern. mehr kreisverkehr. weniger dichtbebauung. schallisolierung sämtlicher kindertagesstätten und spielplätzen. reduzierung des schilderwaldes im straßenverkehr. abschaffung des kirchengebimmels. mehr rasen, statt sand und schotter. abschaffung aller kopfsteinpflasterstraßen.
Also, wenn ich Sie jetzt richtig verstehe, sind Sie auf dem Wege vom @ironsky ins Paradies ? In I-h-r-e ureigenste Welt ? Na gut, Rasenmäher kaufen und dann los. Aber batterie-betrieben ...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.